1. Die Ostsee leidet an Sauerstoffmangel. Schlechte Sauerstoffverhältnisse am Meeresboden bewirken, dass Tiere und Pflanzen sterben. Experten schlugen jetzt Alarm: Es sei dringend erforderlich, dass weniger Nährstoffe in die Ostsee geleitet werden. Vom Land zugeführte Nährstoffe sind die Hauptursache für die weite Verbreitung von Sauerstoffmangelgebieten. In der Ostsee hat sich die Fläche der sauerstoffarmen Todeszonen im vergangenen Jahrhundert mehr als verzehnfacht. Insgesamt wuchsen die Areale mit extremem Sauerstoffmangel zwischen 1898 und 2012 von 5000 auf 60 000 Quadratkilometer an. Die Ergebnisse dieser Studie von Forschern der Universitäten Aarhus, Lund und Stockholm wurden am 31. März 2014 in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht.

  2. Der Aralsee ist bis heute auf 2/3 seiner ursprünglichen Größe geschrumpft und ist annähernd in zwei Seen geteilt. Der natürliche Zufluss durch den Amu-Darja-Strom und den Syr-Darja-Strom ist durch Bewässerungsmaßnahmen geschröpft. Der See versalzt, die Fischpopulationen verringern sich. Da durch die Zuflüsse Schädlingsbekämpfungsmittel in den See gelangen, sind die damit bewässerten Nahrungsmittel belastet. Die Säuglingssterblichkeit der Region nimmt zu, ebenso Anämie. Allgemein ist das Klima der Gegend kontinentaler geworden.

  3. In den vergangenen 30 Jahren ist die Anzahl der Vögel europaweit um 421 Millionen Individuen zurückgegangen. Der Grund sei die moderne Agrarindustrie sowie der damit verbundene fortschreitende Verlust der natürlichen Lebensräume der Tiere. Zu diesem erschreckendem Ergebnis kommt eine am 2. November 2014 in dem Wissenschaftsmagazin Ecology Letters veröffentlichte Studie zur europäischen Vogelwelt von Wissenschaftlern der Universität Exceter, der Royal Society for the Protection of Birds und des Pan-European Common Bird Monitoring Scheme . Einst häufige Arten wie Haussperling, Feldlerche, Rebhuhn oder Star sind besonders betroffen. Insgesamt gehen 90 Prozent der Vogelverluste auf die 35 am weitesten verbreiteten Arten zurück.

  4. Die Zahl der Schmetterlinge auf Europas Wiesen hat sich zwischen 1990 und 2011 dramatisch reduziert, so ein am 23. Juli 2013 von der Europäischen Umweltagentur EEA veröffentlichter Bericht. Der Rückgang der Grünlandarten ist besonders besorgniserregend, weil diese Schmetterlinge als repräsentative Indikatoren gelten, die Trends für die meisten anderen terrestrischen Insektenarten aufzeigen, die zusammen zwei Drittel aller Arten auf dem Planeten ausmachen. Das heißt, Schmetterlinge sind nützliche Zeigerarten für den Zustand der Biodiversität und der generellen Gesundheit der Ökosysteme. 17 Schmetterlingsarten wurden jetzt im „European Butterfly Grassland Indicator: 1990-2011“ näher untersucht. Von den 17 Arten sind acht in Europa zurückgegangen. Lediglich bei zwei Arten sind die Populationen stabil geblieben und nur eine hat zugenommen. Für sechs Arten war kein eindeutiger Trend zu erkennen. Die Intensivierung von Landwirtschaft und Brachflächen sind zwei der Haupttrends, die die Populationen von Grünlandschmetterlingen beeinflussen.

  5. Die Dekade 2000 bis 2009 ist global die wärmste seit Beginn der Temperatur- Aufzeichnungen 1850.

  6. Am Welttag der Meteorologie legte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ihre jährliche Stellungsnahme zur globalen Klimaentwicklung vor. In Ergänzung dazu gab die WMO eine Zusammenfassung von als noch "vorläufig" eingestuften Erkenntnissen bekannt, wonach sich die globalen Klimaveränderungen seit Beginn dieses Jahrtausends weiter beschleunigt haben. So sind die Jahre 2001 bis 2010 die wärmste Dekade, die bisher auf allen Kontinenten der Erde registriert wurde.

  7. Am 3. Juli 2013 stellte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf, ihren Studie "The Global Climate 2001-2010, A Decade of Climate Extremes", vor. Dafür wurden Daten von Wetterdiensten aus 139 Ländern ausgewertet. Das Jahrzehnt 2001 bis 2010 war weltweit das wärmste seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahre 1850. Nie zuvor wurden zudem ähnlich viele landesweite Temperaturrekorde gemeldet. Die Dekade war gleichermaßen die wärmste auf der Nord- und der Südhalbkugel, über Land und über den Ozeanen. Der WMO-Bericht macht hierfür insbesondere die erhöhte Konzentration an klimarelevanten Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Stickoxiden in unserer Luft verantwortlich.

  8. 1130 illegal getötete Greifvögel sind in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren gemeldet worden, die Dunkelziffer ist nach wie vor groß. Das geht aus einer Anfrage des NABU an die Umweltministerien der Länder und gesammelten Daten des Komitees gegen den Vogelmord hervor. Unter den Opfern sind zum großen Teil Mäusebussarde, gefolgt von Habichten und Rotmilanen. Aber auch seltene Arten wie Seeadler, Uhus, Wanderfalken sowie ein Schreiadler und ein Gänsegeier gehören dazu. Die meisten Fälle illegaler Greifvogelverfolgung wurden in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. Seit Jahren betreibt die im Umweltministerium angesiedelte Stabsstelle Umweltkriminalität dort ein landesweites Monitoring. Weitere Hochburgen der Greifvogel-Wilderei sind Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg.

  9. Laut einer großflächigen Zählung stieg der russische Bestand an Amur-Leoparden auf etwa 57 Exemplare an. Der Großteil der Population lebt demnach nahe der Stadt Wladiwostok. Auch im benachbarten China sollen wieder zwölf bis fünfzehn Raubkatzen unterwegs sein. Damit hat sich der weltweite Gesamtbestand in freier Wildbahn auf rund 70 Tiere erhöht. Bei der Zählung im Jahr 2007, vor der Ausweisung des Schutzgebietes „Leopardovy“, war man von 35 Individuen ausgegangen. Experten des WWF, der Nationalparkverwaltung, der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie Mitarbeiter der Jagd- und Naturschutzbehörde durchkämmten in den vergangenen Wochen die letzten Rückzugsorte der Amur-Leoparden in der Grenzregion zwischen Russland, Nordkorea und China und zählten Fährten im Schnee. Dabei stellte sich nicht nur heraus, dass die Anzahl der Tiere zugenommen hat, zugleich haben sie auch ihr Verbreitungsgebiet erweitert. Zusätzlich wurden Aufnahmen von Fotofallen ausgewertet. So können inzwischen 57 Individuen anhand ihrer Fellmusterung klar identifiziert werden.

  10. Die überdurchschnittliche Erwärmung der Antarktischen Halbinsel hat in der Vergangenheit bereits zum Aufbruch von 7 Schelfeisen geführt. Der aktuelle Aufbruch von nahezu 400km² zwischen dem 28. und 29. Februar 2008 ereignete sich in weniger als 24 Stunden. Vorausgegangen war diesem Ereignis ein Riss von 52km Länge, der sich im Juli 2007, vermutlich mit Schallgeschwindigkeit in weniger als einer Minute, gebildet hatte. Das zentrale Wilkins Schelfeis war bisher durch einen 20km breiten Steg aus 200-250m dicken Eisen an zwei Inseln verankert, was sich stabilisierend auf die gesamte Masse ausgewirkt hat. Dieser Steg ist nun auf nur 6km Breite zusammengeschrumpft. Die Tatsache, dass das verbleibende Stück bereits durch einen älteren Riss zerfurcht ist, lässt befürchten, dass die Verbindung nicht mehr lange existieren wird.

  11. Am 5. März 2008 haben die amerikanischen Behörden – federführend das Geophysische Institut der USA (USGS) - mit der Flutung des Grand Canyons begonnen. Die künstliche Flut sollte 60 Stunden lang durch das 446 Kilometer lange Teilstück des Colorado River schießen. Ziel war es, dass die künstliche Springflut aus dem 1963 erbauten Stausee Lake Powell den Canyon durchspült und sich Schlicke und Sande auf den erodierten Felsufern ablagern. Dadurch soll das gestörte Ökosystem des Colorados wieder belebt werden. Seit dem Bau des Glen Canyon Damms fallen die jährlichen Hochwasserereignisse aus, die Sand und Schlamm im Canyon ablagerten. Der Staudamm hält den Sedimenttransport des Flusses zurück. Durch das Fehlen reinigender Springfluten wird die Entstehung neuer Fischgründe verhindert. Ursprünglich im Colorado beheimatete Fischarten starben aus oder sind stark gefährdet. Es ist bereits die dritte Flutung seit 1996. Die nachhaltige Wirkung dieser einzelnen Überflutungen auf das Ökosystem ist umstritten.

  12. Eine Untersuchung des Gletscherüberwachungszentrums der Universität Zürich hat ergeben, dass die Gletscher zwischen den Jahren 2004/2005 und 2005/2006 doppelt so schnell wie bisher geschmolzen sind. Das Institut hat weltweit fast 30 Gletscher in sieben Gebirgszügen untersucht. Über die Jahrzehnte wurde die Veränderungen der Dicke der Eisschicht gemessen, die den Gletscher bildet. Während die Gletscher in den 80er Jahren bis zur Jahrtausendwende durchschnittlich 30 Zentimeter Dicke pro Jahr verloren haben, sind sie seit dem Jahr 2000 um jährlich einen halben Meter und in den vergangenen Jahren sogar um 70 Zentimeter dünner geworden.

  13. Den ältesten noch lebenden Baum der Welt wollen schwedische Forscher entdeckt haben: Sie datierten eine in der Region Dalarna stehende Fichte auf ein Alter von 9.550 Jahren. Die Fichte habe vermutlich lange Zeit im Schutz höherer Bäume und Büsche gestanden und so die Klimawechsel der Jahrtausende überlebt.

  14. Das Forschungsschiff Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung hat die erste Antarktissaison im Internationalen Polarjahr erfolgreich abgeschlossen. 58 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zehn Ländern waren vom 6. Februar bis 16. April 2008 an Bord des Forschungsschiffs im Südlichen Ozean unterwegs. Das erste Ergebnis dieser Expedition: Die Tiefsee der Antarktis wird nach jahrelanger Erwärmung wieder kälter. Dadurch könnten die Umwälzbewegungen der ozeanischen Wassermassen in Schwung gebracht werden. Gleichzeitig haben Satellitenaufnahmen die höchste Ausdehnung von Meereis im antarktischen Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen gezeigt. Ob der kalte antarktische Sommer einen neuen Trend einleitet oder nur ein Ausrutscher war, wird mittels autonomer Messbojen in den nächsten Jahren weiter untersucht.

  15. Am 30. Mai 2008 hat eine weitere Aufbruchphase am Wilkins Schelfeis begonnen. In diesem Aufbruch hat sich eine Eisfläche von 160 Km² bis zum 31. Mai 2008 gelöst. Dies ist die erste Dokumentation eines Aufbruchereignisses im antarktischen Winter. Dieser Aufbruch ist noch nicht abgeschlossen, wie ein hochaufgelöstes Bild des deutschen TerraSAR-X (DLR) Satelliten vom 10.Juni 2008 zeigt.

  16. Am 25. Juli wurde von Wissenschaftlern ein etwa zwölf Meter langer Buckelwal vor der Küste von Rügen, von Kap Arkona aus, gesichtet. Vor dreißig Jahren wurde das letzte Mal ein etwa zehn Meter langer Buckelwal in den deutschen Gewässern der Ostsee gesehen.

  17. Satellitenbilder zeigen, dass zum ersten Mal sowohl die Nordost- als auch die Nordwestpassage gleichzeitig eisfrei und damit für Schiffe befahrbar sind.

  18. Eine Studie der Klimaforscher des Global Carbon Project (GCP) zeigt auf, dass im Jahr 2007 der Anteil von Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre auf ein Rekordniveau von 383 ppm angestiegen ist. Dabei hat die Geschwindigkeit, in der der Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre ansteigt, ebenfalls zugenommen. 2006 betrug der Anstieg noch 1,8 ppm, für das Jahr 2007 wurde eine Zunahme um 2,2 ppm registriert. Der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre lag 2007 um 37 Prozent über dem Bezugsjahr 1750, vor dem Beginn der industriellen Revolution. "Die derzeitige Konzentration ist die höchste in den vergangenen 650.000, wahrscheinlich sogar in den vergangenen 20 Millionen Jahren".

  19. Das Forschungsschiff Polarstern ist von seiner 23. Arktisexpedition am 17. Oktober 2008 nach Bremerhaven zurückgekehrt. Es hat als erstes Forschungsschiff weltweit sowohl die Nordwest- als auch die Nordostpassage durchfahren und damit einmal den Nordpol umrundet. An Bord befanden sich bis zu 47 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwölf Nationen. Wegen der geringen Eisbedeckung konnten die Expeditionsteilnehmer in bisher nicht zugänglichen Seegebieten forschen.

  20. An der Nordwestküste der Insel Tasmanien ist am Wochenende eine Grindwal-Herde in extrem seichtem Wasser gestrandet. Von den 64 Meeressäugern konnten elf Tiere gerettet werden.

  21. Eine Gruppe von 150 Walen ist bei einer Massenstrandung an der Westküste Tasmaniens verendet. Die Gruppe hatte sich in eine felsige Bucht verirrt und ist zwischen den Klippen von der Brandung schwer verletzt worden.

  22. Das Jahr 2009 war nach NASA-Daten auf der Südhalbkugel der Erde das wärmste seit Beginn der Messungen. Im Jahresschnitt sei es 0,49 Grad Celsius wärmer gewesen als die Jahre 1951 bis 1980. Das meldet das US-Fachmagazin «Science» auf seiner Internetseite am 14.Januar 2010 auf seiner Internetseite. Die Temperaturentwicklung auf der Südhalbkugel sei besonders interessant, weil die Region südlich des Äquators zum weit größeren Anteil aus Wasser besteht, dass sich langsamer erwärmt als Land, sagte NASA-Mathematiker Reto Ruedy vom Goddard Institute for Space Studies in New York. Deshalb erlaube die Beobachtung bessere Rückschlüsse auf die Zukunft des Klimas.

  23. Die Wirtschaftskrise führt zum stärksten Emissionsrückgang seit Gründung der Bundesrepublik. Der Gesamtausstoß aller Treibhausgase ist in Deutschland nach ersten Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) im Jahr 2009 gegenüber 2008 um etwa 80 Millionen Tonnen gesunken (minus 8,4 Prozent). Gegenüber 1990 hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen bis Ende 2009 danach um 28,7 Prozent gesenkt. Insbesondere im Industriebereich und im verarbeitenden Gewerbe gingen die Emissionen um 20 Prozent zurück. In Anbetracht dieser Auswirkungen der ökonomischen Krise ist die Beachtung des Klimaschutzes bei allen Maßnahmen zum wirtschaftlichen Wiederaufschwung besonders bedeutsam.

  24. An 55 Prozent der städtisch verkehrsnahen Luftmessstationen lagen im Jahr 2009 die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) über dem ab dem 1.1.2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft (µg/m3). Grenzwert-Überschreitungen treten vor allem in Städten und Ballungsräumen auf, also dort, wo auch ein Großteil der Bevölkerung lebt. Stickstoffoxide entstammen vornehmlich den Emissionen des Verkehrs sowie Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten. Auch die Feinstaub-Konzentrationen (PM10) überschritten im Jahr 2009 erneut die bereits seit 2005 geltenden Grenzwerte - trotz Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen. An 23 der insgesamt 408 Messstationen traten an mehr als 35 Tagen PM10-Konzentrationen über 50 µg/m3 auf. Insgesamt war die Feinstaubbelastung im Jahr 2009 etwas höher als 2008, dem Jahr, mit der seit 2000 geringsten Luftbelastung durch Feinstaub.

  25. Am 23. Februar 2009 teilte das Goddard-Institut für Weltraumstudien der NASA (GISS) in New York mit, dass das Jahr 2008 sich in die Serie der zehn heißesten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im 19. Jahrhundert einreiht. Die Top Ten der weltweit wärmsten Jahre lagen damit alle in der Zeit von 1997 bis 2008. 2008 war demnach das neuntwärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn. Die weltweite Lufttemperatur im jährlichen Durchschnitt hat um 0,44 Grad Celsius über dem globalen Mittel gelegen, das von 1951 bis 1980 gemessen wurde.

  26. Der Start des Orbiting Carbon Observatory (OCO) Satellit ist gescheitert. Der 273 Millionen Dollar (213 Millionen Euro) teure Satellit zur Klimaforschung sollte den weltweiten Kohlendioxidausstoß aus dem Weltraum beobachten. Der Satellit trennte sich nach dem Abschuss von dem kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg nicht wie vorgesehen von der Trägerrakete und erreichte seine geplante Umlaufbahn nicht. Er stürzte vermutlich in der Nähe der Antarktis ins Meer.

  27. In Australien sind auf der tasmanischen Insel King Island 194 Grindwale und 6 Große Tümmler am Naracoopa Beach gestrandet. Die Tiere sind bei besonders tiefer Ebbe von der Strömung erfasst worden. Nur 48 Tiere konnten von Rettern der Naturschutzbehörde mit tatkräftiger Unterstützung freiwilliger Helfer gerettet und zurück ins Meer gelotst werden.

  28. Im Durchschnitt wurden 2007 in der Europäischen Union (EU 27) 522 kg kommunaler Abfälle pro Person erzeugt. Das kommunale Abfallaufkommen pro Person lag zwischen 294 kg in der Tschechischen Republik und 801 kg in Dänemark. In Deutschland wurden 564 kg kommunale Abfälle pro Person erzeugt. Die Methoden der Abfallbehandlung unterscheiden sich ebenfalls deutlich zwischen den Mitgliedstaaten. In der EU27 wurden 2007 42% der behandelten kommunalen Abfälle deponiert, 20% verbrannt, 22% recycelt und 17% kompostiert. Die Mitgliedsstaaten mit den höchsten Recyclinganteilen bei kommunalem Abfall waren Deutschland (46%), Belgien (39%), Schweden (37%). Diese Angaben werden von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, veröffentlicht.

  29. Bei dem Containerschiff-Unfall vor Australien sind 230 Tonnen Schweröl in den Ozean gelangt. Der Kapitän der Pacific Adventurer hatte den Öl-Verlust deutlich geringer angegeben. Durch den Unfall sind Strände auf einer Länge von 60 Kilometern mit Öl verschmutzt worden. Besonders betroffen sind die Naturschutzgebiete um die Inseln Moreton und Bribie sowie die Sunshine Coast mit ihren Sandstränden, eine der wichtigsten Touristenregionen an der Ostküste. Die Behörden haben die Region nördlich von Brisbane am Freitag zur Desasterzone erklärt. Das Containerschiff war am 11. März bei einem tropischen Sturm in Schwierigkeiten geraten und verlor einen Teil seiner Ladung.

  30. Das indisch-deutsche Wissenschaftlerteam vom National Institute of Oceanography (NIO) und vom Alfred-Wegener-Institut ist von seiner Expedition mit dem Forschungsschiff Polarstern zurückgekehrt. Das Kooperationsprojekt Lohafex lieferte neue Einblicke in die Funktionsweise des planktischen Ökosystems. Es dämpfte jedoch die Hoffnungen, bedeutende Mengen Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre langfristig im Südozean binden zu können, um die Erderwärmung abzumildern. Die Wissenschaftler brachten sechs Tonnen gelöstes Eisen in ein 300 Quadratkilometer großes Gebiet ein, das innerhalb eines Meereswirbels von 100 Kilometern Durchmesser lag. Anschließend haben sie in diesem Fleck die Auswirkungen der Eisenzugabe auf das Plankton über 39 Tage kontinuierlich beobachtet. Zusätzlich untersuchten sie die Chemie des Ozeans, insbesondere den Gehalt von CO2 und weiteren klimarelevanten Gasen.

  31. Wissenschaftler haben im Dezember 2008 auf einer Expedition in die Wälder der Kalksteingebirge im Osten der indonesischen Insel Borneo eine neue Population Orang-Utans entdeckt. Die Entdeckung ist von Bedeutung, da die Orang-Utans auf Borneo "stark gefährdet" und auf Sumatra sogar als "vom Aussterben bedroht" sind. Die Population ist vorher noch nicht gesichtet und gezählt worden und umfasst 219 separate Reviere, was nach Ansicht des Ökologen Erik Meijaard von der amerikanischen Naturschutzorganisation The Nature Conservancy auf eine "substantielle Zahl an Tieren" schließen lässt.

  32. Fischer auf den Philippinen haben zufällig einen der selten Riesenmaulhai gefangen, der anschliessend verspeist wurde. Der rund 500 Kilogramm schwere und vier Meter lange Riesenmaulhai verfing sich in den Netzen der Fischer, berichtet die Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF). Seit der Entdeckung der Fischart 1976 vor Hawaii wurden weltweit erst 40 Riesenmaulhaie gesichtet. Der am 30. März auf den Philippinen gefangene Hai wurde vom Museum für Naturgeschichte in Florida laut WWF «Riesenmaulhai 41» genannt.

  33. Nach dem Verlust einer Eisbrücke am antarktischen Wilkins-Schelfeis wird nun die nördliche Eisfront instabil. Die ersten Eisberge brachen dort am 20. April 2009 heraus. Dies beobachteten Wissenschaftler mithilfe des vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen Erdbeobachtungssatelliten TerraSAR-X. Die TerraSAR-X-Bilder vom 23. und 25. April 2009 zeigen die "gekalbten" Eisberge. Die Abtrennung der Eisberge erfolgt an den Schädigungszonen, die sich in den vergangenen 15 Jahren schrittweise gebildet haben. Die spektakulären Aufbruchereignisse am Wilkins-Schelfeis in 2008 hatten die 40 bis 50 Kilometer lange Eisbrücke zwischen Charcot und Latady Island auf eine Breite von nur 900 Meter an der dünnsten Stelle reduziert. Diese nur 250 Meter dicke Eisplatte brach dann am 5. April 2008 durch. Schelfeise werden durch die sie umgebenden Inseln stabilisiert und gewissermaßen eingedämmt. Der Verlust der Verbindung zu Charcot Island hatte daher zwangsläufig zur Folge, dass die nördliche Eisfront des Wilkins Schelfeises instabil wird.

  34. Der April 2009 geht als bislang wärmster April seit 1890 mit in die Geschichte der flächendeckenden Wetteraufzeichnung ein. Diese Bilanz zog der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Daten seiner rund 2 100 Messstationen in Deutschland. Der Monat zeigt einzigartige Spitzenwerte bei Temperatur, Sonnenscheindauer und gebietsweise auch mit Trockenheit auf. Er lag damit voll im Trend des Klimawandels, denn erst der April 2007 hatte hier neue Spitzenwerte aufgestellt.

  35. Wissenschaftler der Naturschutzorganisation Wildlife Conservation Society haben in Bangladesch im Süßwassergebiet der Sunderbans Mangroven und angrenzenden Gewässern des Golf von Bengalen fast 6000 Irawady-Delfine entdeckt. Bisherige Schätzungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) bezifferten die Sunderbans Population auf etwa 450 Tiere. Ihre Ergebnisse gab die Organisation auf einer Fachkonferenz bekannt. Die Entdeckung der Population ist von großer Bedeutung, da die mit den Schwertwalen verwandte Spezies, von der IUCN 2008 als “stark gefährdet” eingestuft wurde.

  36. On 5 April 2009, the ice bridge connecting part of the Wilkins Ice Shelf to Charcot Island collapsed.

  37. Noblella pygmaea ist der kleinste Frosch der Anden und zählt zugleich zu den kleinsten Amphibien der Welt. Der populärwissenschaftliche Name der neuen Art lautet "Noble's Pygmy Frog" und er ist etwa 11,4 Millimeter groß. Kürzlich wurde er in der Zeitschrift Copeia von Edgar Lehr, Herpetologe an den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden und dem Ökologen Alessandro Catenazzi von der California University in Berkeley (USA) vorgestellt. Wegen der winzigen Größe und seiner überwiegend braunen Färbung, die ihn perfekt tarnt, blieb der Minifrosch lange unentdeckt. Die beiden Wissenschaftler haben Noblella pygmaea mit der Hilfe einheimischer Bewohner auf dem Gebiet der zum Manu National Park gehörenden Wayqecha Forschungsstation gefunden.

  38. Der Vulkanausbruch des La Cumbre auf der Insel Fernandina in Ecuador bedroht die einzigartige Tierwelt der Galapagos-Insel. Das Ausmaß des Vulkanausbruchs stellten Parkwächter bei einem Flug über die unbewohnte Insel fest. Die Ausbruchsstelle befindet sich rund 500 Meter vom Krater des La Cumbre entfernt an der Südwestseite des Vulkans.

  39. Zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen wollen den beschlossenen Atomausstieg beibehalten oder sogar beschleunigen. Dies ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesumweltministeriums in einer repräsentativen Umfrage zur Sicherheit von Atomkraftwerken und zum Ausstieg aus der Atomkraft (Befragungszeitraum: 20.-22. April). Die Mehrheit der Bevölkerung (57 Prozent) sieht in der Atomkraft eine große Gefahr oder sogar eine sehr große Gefahr für sich und ihre Familien. Dies ist in fast allen Altersgruppen die mehrheitliche Einstellung, während in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen lediglich 49 Prozent die Gefahr als sehr groß oder groß einschätzen.

  40. Vom 15. bis zum 18. Mai 2009 fand in Gansbaai, Westkap, Südafrika die zweite Internationale Afrikanische Pinguin Konferenz statt. Auf der Konferenz befassten sich regionale und internationale Naturschutzexperten, Wissenschaftler und Ölunfallexperten mit dem zunehmenden Rückgang des Bestands der Brillenpinguine. Laut Experten sank zwischen 1956 und 2008 die Zahl der Brutpaare von 147 000 auf 28 000 Paare am Westkap, Südafrika. Der Bestand südafrikanischer Brillenpinguine sei wegen Überfischung ihrer Nahrungsgründe und der Klimaerwärmung zurückgegangen. Weitere Faktoren könnten den Angaben zufolge Schadstoffe, Ölkatastrophen und zunehmend vorkommende Angriffe von Seehunden auf die Tiere sein.