1. Etwa um diese Zeit werden aus dem Zweistromland Mesopotamien große Schäden als Folge unzureichender Bewässerungssysteme bzw. fehlender Entwässerungssysteme gemeldet.

  2. Etwa um diese Zeit sind weite Teile Griechenlands als Folge von Waldniederlegung (z.B. Holzgewinnung für die Öfen der attischen Keramikfabriken, intensive Beweidung) und der damit in Verbindung stehenden Erosion zur Kultursteppe geworden.

  3. Im 13. Jahrhundert werden erste Gesundheits- und Reinlichkeitsverordnungen in Deutschland erlassen.

  4. Seit dem 13. Jahrhundert gehen in Europa (Italien, Frankreich, England und Irland) große Waldgebiete durch den erhöhten Bedarf an Bauholz (z.B. Schiffsbau) und Brennholz ( z.B. Hüttenbetriebe) verloren. Später entsteht in Deutschland die Lüneburger Heide als Folge des großen Holzbedarfs der Köhler.

  5. Der "Waldbann" von Amberg wird zum Schutz des Waldes erlassen.

  6. München erläßt eine detaillierte Sauberkeitsverordnung.

  7. Zittau erhält seine ersten Wasserleitungen.

  8. Die Schultheißen-Ordung soll für das Siegerland der Waldzerstörung durch die Köhler Einhalt gebieten.

  9. Breslau wird mit Wasser aus der Oder über Wasserleitungen versorgt.

  10. In Bunzlau (Schlesien) wird die erste Kläranlage errichtet.

  11. In Hamburg wird die erste Verordnung über eine geregelte Abfallbeseitigung erlassen.

  12. Fürst Leopold III. Friedrich Franz (1740 -1817) versucht in seiner Regierungszeit Anhalt-Dessau, seinen kleinen Territorialstaat, im Geiste der Aufklärung in ein Park- und Gartenreich zu verwandeln. Erhalten sind u.a. der Park von Wörlitz, ein bemerkenswertes Beispiel großräumiger Landschaftsgestaltung besonders unter ästhetischen Gesichtspunkten.

  13. Das Leblanc-Soda-Verfahren ist anwendungsreif. Damit beginnt die Entwicklung der neuen chemischen Industrie. Sie hat bereits ihre Abfallprobleme. Bisher genutzte und sich verknappende Ressourcen, für die Soda-Herstellung die Asche von Holz und getrocknetem Tang, werden durch andere Rohstoffe ersetzt.

  14. Die erste Sodafabrik nach dem Leblanc-Verfahren bringt starke Umweltbelastungen mit sich.

  15. Die Begradigung des Oberrheins durch den badischen Ingenieur Tulla verkürzte den Schifffahrtsweg, schützte die betroffenen Landstriche besser vor Hochwasser, führte zu erheblichem Landgewinn und schuf einen dauerhaften Grenzverlauf zu Frankreich und zur Pfalz. Von Anfang an aber wurde auch über die nachteiligen Folgen gestritten: die Verlagerung des Hochwassers rheinabwärts, die Beeinträchtigung wirtschaftlicher Interessen ganzer Dörfer und Städte, die Beeinträchtigung der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren.

  16. J. von Liebig begründet die Agrikulturchemie. Formen der künstlichen Düngung nehmen zu.

  17. Die erste zentrale Wasserversorgung in Deutschland entsteht in Hamburg. Berlin, Frankfurt und Köln folgen. Das Wasser wird noch nicht gefiltert.

  18. Die erste Kanalisation wird in Hamburg in Betrieb genommen.

  19. Entdeckung und Anwendung der Teerfarben. Die Teerfarbenindustrie führt zu vielen Umweltbelastungen und Gesundheitsschäden.

  20. Charles Darwin (1809 - 1882) veröffentlicht sein viel beachtetes Buch "On the Origin of Species by Means of Natural Selection...". Die Entwicklung in der Natur und damit auch in der Umwelt wird zunehmend bewusst.

  21. Beginn der Kali-Industrie in Staßfurt bei Magdeburg bringt starke Flussverunreinigungen durch Abraumsalze mit sich.

  22. George Perkin Marsh (1801 - 1882) veröffentlicht sein umfangreiches Buch "Man and Nature", das erweitert unter dem Titel "The Earth as modified by Human Action" 1874 nochmals erscheint. Es ist eine erste umfassende Beschreibung der Einwirkungen der Wirtschaftstätigkeit des Menschen auf die Erdoberfläche auf den verschiedenen Kontinenten und im Meer.

  23. Ernst Häckel (1834-1919) prägte den Begriff Ökologie (Lehre vom Haushalt in der Natur) in seinem Buch "Generelle Morphologie der Organismen", doch kann er keinesfalls als Begründer dieser Wissenschaftsdisziplin angesehen werden, da man sich bereits seit dem Altertum mit ökologischen Problemen befasste. Schon Theophrasts (um 300 v. Chr.) Werke enthalten eine Fülle einschlägiger Beispiele.

  24. Der Zoologe Ernst Haeckel prägt den Begriff "Oekologie" für "die gesamte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle Existenz-Bedingungen rechnen können".

  25. Gründung des ersten Schreber Vereins in Leipzig. Eine erste größere Anlage entsteht 1870.

  26. Auf ihrer 26. Generalversammlung verabschieden die Land- und Forstwirte eine Resolution zum Schutz der für Land- und Forstwirtschaft nützlichen Vögel. 1902 folgt eine internationale Vereinbarung.

  27. Am 13. Juli 1870 begann in Kiel die Königlich Preußische Commission zur Erforschung der Deutschen Meere im Interesse der Fischerei ihre Arbeit. Sie sollte als Einrichtung des Königlich Preußischen Ministeriums für Landwirtschaftliche Angelegenheiten durch Meeresforschung der deutschen Fischerei zu besseren Fangergebnissen verhelfen.

  28. Der in den US-Bundesstaaten Wyoming (96%), Montana (3%) und Idaho (1%) gelegene Yellowstone-Nationalpark wurde am 1. März 1872 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark der Welt. Er wird Vorbild für ähnliche Bestrebungen (auch in Deutschland).

  29. Beginn der Berliner Kanalisation. Die Abwässer werden nach Danziger Vorbild auf Rieselfelder geleitet.

  30. Erstmals wird mit Wasserkraft elektrischer Strom erzeugt und Schloss Linderhof in Bayern damit beleuchtet.

  31. Der Stolberger Sodafabrikant Robert Hasenclever (1841 - 1902) berichtet vor der Aachener Naturwissenschaftlichen Gesellschaft über die "Hüttenrauch"-Entschwefelung und veröffentlicht die Schrift "Über die Beschädigung der Vegetation durch saure Gase". Eine Pionierleistung für die Luftreinhaltung.

  32. Inbetriebnahme der ersten deutschen Kläranlage in Frankfurt-Niederrad.

  33. Das Wasserkraftwerk Lauffen am Neckar liefert Strom in das 175 km entfernte Frankfurt. Dies markiert den Beginn großräumiger Elektrizitätsversorgung.

  34. Inbetriebnahme der ersten deutschen Trinkwassertalsperre bei Remscheid. Bis zum ersten Weltkrieg folgen u.a. die Eder- und die Möhnetalsperre.

  35. Der Sierra Club ist die älteste und größte Naturschutzorganisation der USA. Sie wurde am 28. Mai 1892 in San Francisco, Kalifornien, von dem Naturschützer John Muir sowie einigen Professoren der University of California, Berkeley und der Stanford University gegründet.

  36. In Hamburg wird die erste Müllverbrennungsanlage in Betrieb genommen.

  37. W. C. Röntgen entdeckt die X-Strahlen (sog. Röntgenstrahlen) und erhält 1901 dafür den ersten Physik-Nobelpreis.

  38. Der britische Physiker William Crookes (1832 - 1919) warnt in seiner vielbeachteten Präsidentenansprache (presidential address) auf dem 68. Meeting der "British Association for the Advancement" vor der Ressourcen-Verknappung, vor allem beim Stickstoff-Dünger.

  39. Die Ostsee leidet an Sauerstoffmangel. Schlechte Sauerstoffverhältnisse am Meeresboden bewirken, dass Tiere und Pflanzen sterben. Experten schlugen jetzt Alarm: Es sei dringend erforderlich, dass weniger Nährstoffe in die Ostsee geleitet werden. Vom Land zugeführte Nährstoffe sind die Hauptursache für die weite Verbreitung von Sauerstoffmangelgebieten. In der Ostsee hat sich die Fläche der sauerstoffarmen Todeszonen im vergangenen Jahrhundert mehr als verzehnfacht. Insgesamt wuchsen die Areale mit extremem Sauerstoffmangel zwischen 1898 und 2012 von 5000 auf 60 000 Quadratkilometer an. Die Ergebnisse dieser Studie von Forschern der Universitäten Aarhus, Lund und Stockholm wurden am 31. März 2014 in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht.

  40. Gründung unter dem Namen "Bund für Vogelschutz (BfV) durch Lina Hähnle. Nach einer Werbeaktion in Adelskreisen 1906 werden u.a. Mitglied: die Könige von Schweden, Rumänien und Bulgarien, das württembergische Königspaar und fast alle deutschen Fürsten; 1912 tritt US-Präsident Wilson ebenfalls dem BfV bei. Ebenfalls 1912 erfolgt die Eintragung als e.V. in das Vereinsregister. 1934 wird der Verein auf Anordnung des Reichsforstministeriums in "Reichsbund für Vogelschutz (RfV)" umbenannt. Nach 1945 baut sich in Westdeutschland der "Bund für Vogelschutz (BfV) wieder auf, in Ostdeutschland gehen die Vogelschutzgruppen schließlich in den Kulturbund der DDR ein. Seit 1966 nennt sich der Verein "Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV)" und hat den Weißstorch als Wappenvogel. Nach der Wende nennt sich der Verein erneut um: "Naturschutzbund Deutschland" und vereinigt sich mit dem Naturschutzbund der DDR. Bei seinem 100 jährigen Bestehen hat der NABU 225.000 Mitglieder, organisiert in rund 2000 Orts- und Jugendgruppen sowie 15 Landesverbänden.