1. Am 1. März 1954 zündete das US Militär auf dem Bikini-Atoll im Pazifik die Wasserstoffbombe Bravo mit einer Sprengstärke von etwa 15 Megatonnen. Der radioaktive Fallout erstreckte sich über eine Fläche von 7.000 qkm.

  2. Calder Hall war das erste kommerziell betriebene Atomkraftwerk der Welt. Es liegt auf dem Gelände des Atomkomplexes Sellafield in der Grafschaft Cumberland in Nord-West England. Die Inbetriebnahme erfolgte am 17. Oktober 1956 durch Königin Elisabeth II.

  3. Großflächige Verseuchung der Umgebung einer Atomanlage im Ural (Russland) durch ein Unglück mit radioaktivem Material.

  4. Die IAEO wurde am 29.7.1957 als autonome Organisation in der UN gegründet mit dem Ziel, die sichere und friedliche Nutzung der Atomenergie zu fördern. Seit dem Atomwaffensperrvertrag von 1970 soll die IAEO außerdem den Missbrauch von Atomanlagen und radioaktiven Substanzen für militärische Zwecke verhindern: sie kontrolliert die Nichtverbreitung von Atomwaffen und beugt der Abzweigung von nuklearen Stoffen sowie der Verbreitung von technischen Geräten oder Anlagen zur Herstellung von Atomwaffen vor.

  5. Am 29. September 1957 explodierte in der Nähe der russischen Stadt Kyshtym ein Tank mit hochradioaktiver Abfallflüssigkeit. Der Abfall stammte aus der Produktion von Plutonium für den Bau russischer Atombomben. Betreiber der Anlage war der Produktionsbetrieb Mayak in der benachbarten Stadt Osjorsk. Das Kühlsystem eines Abwassertanks war ausgefallen, so dass die Flüssigkeit im Behälter verdampfte. Durch die Selbsterwärmung kam es zu einer riesigen chemischen Explosion des ausgetrockneten Salzrestes. Die radioaktiven Partikel wurden bis zu 1000 Meter hoch in die Luft geschleudert und auf eine Fläche von 10 bis 40 Kilometer Breite und 300 Kilometer Länge verteilt. Der Unfall wurde als Vorfall der Stufe 6 der internationalen INES-Skala eingestuft.

  6. Reaktorunglück in Windscale (England). 35 Menschen sterben.

  7. Der neue Assuan Staudamm "Sadd al-Ali" ermöglicht 3 statt nur 2 Ernten im Jahr, er erweitert die Anbaufläche um 25% und sichert 70% der Elektroenergiegewinnung des Landes. Im Stausee nimmt die Menge der Speisefische zu. Sogar Nilhechte und Nilkrokodile siedeln sich wieder an. Als negative Begleiterscheinungen sind zu nennen: der Nilschlamm bleibt im Stausee, was den Einsatz von Kunstdünger nach sich zieht; der Stausee ist eutroph, d.h. die Wasserhyazinte wuchert ungehemmt; durch die große Oberfläche verdunstet bedeutend mehr Wasser als ursprünglich vermutet, der Flusslauf wird durch die ausfallenden Hochwasser schlechter gereinigt und das Nildelta kann nicht mehr durch den Schlamm zunehmen. Als positives Merkmal bleibt die Sicherheit vor Dürrekatastrophen.

  8. Der Aralsee ist bis heute auf 2/3 seiner ursprünglichen Größe geschrumpft und ist annähernd in zwei Seen geteilt. Der natürliche Zufluss durch den Amu-Darja-Strom und den Syr-Darja-Strom ist durch Bewässerungsmaßnahmen geschröpft. Der See versalzt, die Fischpopulationen verringern sich. Da durch die Zuflüsse Schädlingsbekämpfungsmittel in den See gelangen, sind die damit bewässerten Nahrungsmittel belastet. Die Säuglingssterblichkeit der Region nimmt zu, ebenso Anämie. Allgemein ist das Klima der Gegend kontinentaler geworden.

  9. Das 1960 in Betrieb genommene Versuchskernkraftwerk Kahl speist im Juni 1961 erstmals mittels Kernenergie erzeugten Strom in das öffentliche Stromnetz ein.

  10. Gründung der Stiftung World Wide Fund (unter diesem Namen heute noch in den USA und Kanada bekannt). Sie hat weltweit ca. 4,7 Mio. Mitglieder (Einzelpersonen und nationale Organisationen). Ihr Ziel ist der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt durch das Bewahren der Lebensräume und der Arten, sowie Veränderungen von Konsumverhalten.

  11. Am 13. Dezember 1961 lief der britische Tanker Allegrity vor der Küste von Caerhays nahe Saint Austell auf Grund. 800 Tonnen Petroleum traten in Folge des Unfalls aus.

  12. Das Buch der USA-Biologin Rachel Louise Carson (1907 - 1964) erscheint in den USA. Es setzt sich mit den Auswirkungen des Pestizideinsatzes auf die Umwelt auseinander. 1970 wird auch die deutsche Übersetzung "Der Stumme Frühling" publiziert. Es übt eine große Wirkung auf die öffentliche Meinung aus und steht am Beginn der Diskussionen über die Umwelt.

  13. Der Internationale Tag des Versuchstieres wurde erstmals am 24. April 1962 begangen. Der Jahrestag geht auf die Initiative von Lady Dowding zurück, die in einer britischen Tierschutzbewegung aktiv war. Sie engagierte sich besonders gegen Tierversuche in der Kosmetik. Zu Ehren ihres Mannes wählte sie seinen Geburtstag zum Internationalen Tag des Versuchstieres.

  14. Das Buch "Stummer Frühling" von der US-amerikanischen Biologin Rachel Carson wird am 27. September 1962 veröffentlicht. In ihrem Buch thematisiert sie, die Auswirkungen eines unkontollierten Pestizid-Einsatzes auf Natur und Menschen.

  15. Das Welternährungsprogramm (World Food Programme WFP) der Vereinten Nationen, schon 1961 beschlossen, leistet auf der einen Seite humanitäre Hilfe in Notstandsgebieten, auf der anderen Seite werden von ihm langfristig wirtschaftliche Entwicklungen zur eigenständigen Ernährungssicherung unterstützt.

  16. 1963 fror der Bodensee das letzte Mal vollständig zu. Für das vollständige Zufrieren des Bodensees ist ein früh einsetzender und lang anhaltender kalter Winter erforderlich. Im 20. Jahrhundert gab es nur eine vollständige Seegfrörne. Aus dem 19. Jahrhundert sind zwei vollständige Seegfrörnen in den Jahren 1830 und 1880 überliefert. Da der Klimawandel zunehmend für mildere Winter sorgt, wird nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) das ohnehin sehr seltene Naturschauspiel in Zukunft wahrscheinlich noch seltener eintreten.

  17. Es war ein illustrer Kreis, der sich einst im Keller der Dienstresidenz des damaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmaier zusammengefunden hatte, um den „Verein zur Förderung des World Wildlife Fund“ ins Leben zu rufen. Am 10. Mai 1963 erfolgte der offizielle Eintrag ins Vereinsregister der damaligen Bundeshauptstadt Bonn – zwei Jahre nachdem die Mutterorganisation WWF International in der Schweiz gegründet worden war. Zu den Gründungsvätern zählten unter anderem Bernhard Grzimek und der spätere Ministerpräsident und Bundesverteidigungsminister Gerhard Stoltenberg.

  18. Das Europäische Diplom für geschützte Gebiete ist eine Auszeichnung des Europarates, die seit 1965 vergeben wird. Es ist ein Gütezeichen für Schutzgebiete, die wegen ihres ökologischen, wissenschaftlichen, kulturellen und touristischen Wertes von besonderer europäischer Bedeutung sind. Nach einem strengen Prüfungsverfahren verleiht der Europarat das Diplom für die Dauer von fünf Jahren. Das Diplom kann bei Einhaltung der damit verbundenen Auflagen jeweils um weitere fünf Jahre verlängert werden. Als erste Gebiete wurden der Naturpark Carmague in Frankreich, der Nationalpark Peak District in England und das Naturreservat Hohes Venn in Belgien mit Europäischen Dilpom für geschützte Gebiete im Jahre 1966 ausgezeichnet.

  19. Am 17. Januar 1966 kollidierten ein B-52-Bomber und ein KC-135-Tankfluzeug der US Air Force bei einem Aufttankmanöver über der spanischen Mittelmeerküste. Es kam zu einer Explosion, die gut 150.000 Liter Treibstoff an Bord der KC-135 gingen in Flammen auf und beide Flugzeuge stürzten ab. Drei der vier Wasserstoffbomben an Bord des B-52-Bombers stürzten im bewohnten Gebiet von Palomares auf den Boden, die vierte fiel ins Meer. Die Sicherheitsvorkehrungen verhinderten eine thermonukleare Explosion, doch die hochexplosiven Sprengladungen in zwei der Bomben detonierten und verseuchten durch radioaktive Substanzen mehrere Hektar Agrarland.

  20. Der Tanker "Anne Mildred Brovig" verliert ca. 20 000 t Öl.

  21. Am 19. September 1966 verlor der Tanker Seestern 1700 Tonnen Rohöl in der Medway-Mündung in England. Durch Winde und Gezeiten wurde das ausgelaufene Öl schnell verteilt und verdreckte 32,4 km² (8000 Acre) Salzwiesen und -sümpfe. Etwa 5000 Seevögel wurden durch die Ölverschmutzung getötet.

  22. Naturopa ist ein Organ des Europarates (Mitgliedsstaaten des Europarates sind auch Mitglieder von Naturopa). Das Ziel ist besonders die Öffentlichkeitsarbeit in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz auf europäischer Ebene zu verbessern.

  23. Seit die Zellstoff- und Papierkombinate am Südufer in Betrieb sind, ist der Krebs Epischura gestorben. Er hat 98% der tierischen Planktonmasse ausgemacht und war eines der ersten Glieder der Nahrungskette. Durch sein Verschwinden ist das Gleichgewicht des Sees empfindlich gestört.

  24. Das Swedish Medical Board untersagt wegen Methyl-Quecksilber-Belastung der Gewässer den Verzehr von Fischen aus 40 Seen und Flüssen. Als Gefahrenquelle wurde quecksilbrig behandeltes Saatgut vermutet.

  25. Der Tanker Torrey Canyon verliert ca. 120 000 t Öl und veruracht an der britischen, der französischen und der niederländischen Küste die bis dahin größte Ölpest.

  26. Erste Erkenntnisse zur Zerstörung der Ozonschicht.

  27. Am 21. Januar 1968 stürzte in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Thule im Nordwesten Grönlands ein mit mehreren Atomwaffen bestückter US-amerikanischer B-52-Bomber ab. Dabei wurden mehrere Kilogramm waffenfähiges Plutonium freigesetzt. Das Plutonium kontaminierte den Schnee und das Eis in unmittelbarer Nähe des Absturzorts und wurde durch starke Winde und Wasser über ein weites Gebiet getragen.

  28. Zur Diskussion der sich abzeichnenden Weltprobleme wird der Club of Rome gegründet, auf Initiative vor allem von Aurelio Peccei (1908 - 1984) und unter Mitarbeit von Alexander King, Dennis Gabor, bald auch von Hasan Ozbekhan.

  29. Vom 4. bis zum 13. September 1968 fand eine zwischenstaatliche Konferenz mit Experten in Paris statt, deren offizieller Titel „Wissenschaftliche Grundlagen für eine rationale Nutzung und Erhaltung des Potenzials der Biosphäre“ hieß. Die sogenannte Biosphären-Konferenz wurde von der UNESCO zusammen mit den Vereinten Nationen, deren Sonderorganisationen für Ernährung (FAO) und Gesundheit (WHO), der Weltnaturschutzunion (IUCN) und dem Internationalen Biologischen Programm (IBP) organisiert. Teil nahmen mehr als 300 Abgesandte aus 60 Ländern. Dies war die erste Konferenz auf der auf zwischenstaatlicher Ebene erklärt wurde, dass Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen Hand in Hand gehen müssen und dass dazu interdisziplinäre Ansätze nötig sind. Die Biosphärenkonferenz war somit das erste zwischenstaatliche Forum, das sich mit nachhaltiger Entwicklung befasste. Der Begriff Biosphäre wurde ins internationale Vokabular eingeführt.

  30. In das Bundesinnenministerium wird eine Abteilung für Umweltschutz integriert.

  31. Gründung des ersten Landesumweltministeriums in Bayern.

  32. Unbekannte Täter kippen bei Bingen hochgiftiges Thiodan in den Rhein. In der Folge sterben flussabwärts bis nach Holland mindestens 40 Millionen Weißfische und Aale.

  33. Einem Bleichmittel wurde irrtümlich in einem Eisenbahnwaggon Salzsäure zugefügt. Dabei entstand eine größere Chlorgaswolke. Die Folge waren 67 Verletzte mit z.T. sehr starken Lungen- und Bronchialreizungen.

  34. Auf der Konferenz wird die Europäische Naturschutz-Deklaration verabschiedet.

  35. Die erste internationale Umweltbehörde ist die amerikanische "Environmental Protection Agency (EPA)" in Washington. Die Behörde wird von einem Administrator geleitet, der Kabinettsrang, aber nicht den Status eines Ministers hat.

  36. 1970 wurde vom Europarat das Europäische Naturschutzjahr ausgerufen. Es war die erste europaweit Kampagne der Umweltgeschichte.

  37. Vor Schweden kollidiert der Tanker Othello mit einem Frachtschiff. Zwischen 60.000 bis zu 100.000 Tonnen Öl laufen aus.

  38. Der Earth Day findet jedes Jahr am 22. April als Aktionstag für die Erde weltweit in über 170 Ländern statt. Die Idee entstand 1970 als spontane Studentenbewegung in den USA und wurde von dem US-Senator Gaylord Nelson aus Wisconsin begründet. In vielen Ländern ist die Earth Day-Idee eng mit der nationalen Umweltpolitik verknüpft. Die deutsche Earth Day Bewegung wird durch den nationalen Ausschuss Earth Day - Deutsches Komitee e.V. mit Sitz in Frankfurt zusammengefasst. Der Earth Day wird in Deutschland als Tag für die Erde und den Umweltschutz an Schulen und Universitäten, in Betrieben, Verbänden, Kirchen und mit öffentlichen Veranstaltungen begangen.

  39. Die amerikanische Umweltbehörde (US Environmental Protection Agency oder kurz EPA) wurde unter Präsident Richard Nixon am 2. Dezember 1970 gegründet. Sie ist eine unabhängige Behörde der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zum Schutz der Umwelt und zum Schutz der menschlichen Gesundheit.

  40. § 1.(1) Zweck dieses Gesetzes ist es, zum Schutz der Gesundheit den Gehalt an Bleiverbindungen und anderen an Stelle von Blei zugesetzten Metallverbindungen in Ottokraftstoffen zu beschränken. Soweit es mit dem Schutz der Gesundheit vereinbar ist, sollen dabei Versorgungsstörungen, Wettbewerbsverzerrungen oder Nachteile hinsichtlich der Verwendbarkeit der Ottokraftstoffe vermieden werden.