1. Das erste Umweltgutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen wird erstellt.

  2. § 1 Zweck dieses Gesetzes ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen und, soweit es sich um genehmigungsbedürftige Anlagen handelt, auch vor Gefahren, erheblichen Nachteilen und erheblichen Belästigungen, die auf andere Weise herbeigeführt werden, zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen. Das Gesetz ist die rechtliche Basis für zahlreiche Regelungen in der Luftreinhaltung, dem Lärmschutz und der Anlagensicherheit, die in den folgenden Jahren spezifiziert und erweitert werden.

  3. § 1.(1) Im Geschäftsbereich des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist eine selbstständige Bundesoberbehörde unter der Bezeichnung "Umweltbundesamt" errichtet.

  4. Im Geschäftsbereich des Bundesinnenministerium wird eine selbstständige Bundesoberbehörde unter der Bezeichnung "Umweltbundesamt" errichtet. Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wird das Umweltbundesamt in den Verantwortungsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit integriert.

  5. Am 9. August 1974 läuft der niederländische Tanker Metula in der Magellanstraße auf Grund. Rund 53.000 Tonnen Rohöl laufen aus.

  6. Die Konferenz widmet sich der Koordination von Maßnahmen zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung. Die Gründung des Internationalen Fonds für Agrarentwicklung (IFAD) und eines Welternährungsrates wird beschlossen.

  7. Der Welternährungsrat wird auf Empfehlung der Welternährungskonferenz in Rom gegründet. Er ist das oberste Leit- und Koordinierungsgremium der verschiedenen UN-Organisationen zur Lösung des Welternährungsproblems.

  8. Zusammenhänge zwischen der Zerstörung der Ozonschicht und der Freisetzung von Treibgasen werden wissenschaftlich nachgewiesen.

  9. Herbert Gruhl (1921 - 1993), damals Bundestagsabgeordneter der CDU, veröffentlicht sein Buch.

  10. Vogel des Jahres 1975 ist der Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria).

  11. Der Tanker Jakob Maersk verliert durch Brand und Explosionen nach Strandung vor der Atlantik-Küste Portugals 88 000 t Öl.

  12. § 1 Zweck dieses Gesetzes ist insbesondere, 1. den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt (...) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern, 2. die Forstwirtschaft zu fördern und 3. einen Ausgleich zwischen dem Interesse der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen.

  13. Ziel der ersten Aktion ist die sowjetische Fangflotte vor der kalifornischen Küste. Mit Schlauchbooten manövrieren sich Greenpeacer zwischen Wal und Harpune. Filmaufnahmen der Aktion alarmieren die ganze Welt.

  14. Der Rat der Europäischen Gemeinschaften hat die Richtlinie 75/442/EWG über Abfälle am 15. Juli 1975 erlassen. Die Abfallrahmenrichtlinie legt den grundlegenden Rechtsrahmen für die Abfallwirtschaft in der Gemeinschaft fest.

  15. Gründung des Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BUND) durch Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und weitere 19 Gründungsmitglieder in Marktheidenfeld. 1977 Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

  16. Am 5. August 1975 wurde in Kattenhorn am Bodensee die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gegründet, damals unter dem vorläufigen Namen „Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Umweltschutzes e.V.“. Seit 2004 ist die DUH auch klageberechtigter Verbraucherschutzverband und gehört inzwischen zu den großen Umwelt- und Naturschutzorganisationen in Deutschland. 2015 beschäftigt sie über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fünf Standorten. In ihren Anfangsjahren konzentriert sich die DUH auf den Aufbau einer modernen Umweltbildung als Grundlage für jedes konkrete Handeln und die Finanzierung von Naturschutzprojekten. In der Bodensee-Region um den Gründungsort Radolfzell ist die DUH bis heute stark verankert und mit einer Geschäftsstelle vertreten. Dort startet sie in den späten 80er Jahren das Bodensee-Umweltschutzprojekt, um eine „nachhaltige Regionalentwicklung“ zu initiieren. Später gehen daraus die „Bodensee-Stiftung für Natur und Kultur“ sowie die internationale Umweltstiftung „Global Nature Fund“ mit dem über 50 Länder umspannenden Seennetzwerk „Living Lakes“ hervor. Bereits seit den 80er Jahren in Berlin vertreten, baut die DUH mit dem Regierungsumzug ihre dortige Geschäftsstelle aus. Weitere Büros bestehen in Hannover, Erfurt und Köthen. Seit über 30 Jahren liegt ein thematischer Schwerpunkt der DUH in der Ressourceneffizienz.

  17. Der Rat der Europäischen Gemeinschaften hat am 8. Dezember 1975 die Richtlinie über die Qualität von Badegewässern (76/160/EWG) angenommen. Die Badegewässerrichtlinie betrifft die Qualität der Badegewässer mit Ausnahme von Wasser für therapeutische Zwecke und Wasser für Schwimmbecken. Sie legt minimale Qualitätskriterien für Badegewässer fest, und zwar: physikalisch-chemische und mikrobiologische Parameter; Grenzwerte und Richtwerte für diese Parameter; Mindesthäufigkeit der Entnahme von Wasserproben und Analyseverfahren bzw. Art der Überwachung dieser Gewässer. Die Mitgliedstaaten legen im Rahmen der Vorgaben der Richtlinie 76/160/EWG Werte für die einzelnen Parameter von Badegewässern fest. Es steht ihnen frei, strengere Werte festzulegen als in dieser Richtlinie vorgesehen sind. Wenn darin für bestimmte Parameter keine Werte vorgesehen sind, brauchen die Mitgliedstaaten keine solchen Werte festzulegen.

  18. Mit dem Erscheinen des "Luftqualitätskriterienband" zum Thema Blei gerät das Umweltbundesamt in den ersten großen Konflikt mit der Lobby der Automobilhersteller. Die Warnungen des Umweltbundesamtes zeigen jedoch Wirkung: Der Benzin-Bleigehalt wird gesetzlich festgelegt und seit 1988 ist verbleites Normal-Benzin in Deutschland verboten.

  19. Vogel des Jahres 1976 ist der Wiedehopf (Upupa epops).

  20. Ab März starten Expeditionen gegen das Abschlachten von Robben auf dem Eis vor dem kanadischen Neufundland. Aktivisten blockieren ein eisbrechendes Fangschiff, andere schirmen die Robbenjungen mit ihren Körpern gegen die Keulen der Jäger ab. Sie werden von den kanadischen Behörden mit Bußgeldern bestraft.

  21. Das spanische Schiff "Urquiola" läuft, nach mehreren Explosionen an Bord brennend, vor der spanischen Küste auf einen Felsen. 95 000 t Öl verseuchen die Bucht von La Coruna.

  22. In der norditalienischen Kleinstadt Seveso werden aus dem Reaktor einer Chemiefabrik zur Produktion von Trichlorphenol ca. 2,5 kg 2, 3, 7, 8 - TCDD (Dioxine) frei. Die Folgen des Austritts der chemisch - organischen Substanz sind 183 Chloraknefälle, 70 000 notgeschlachtete Tiere und noch ungewisse Langzeitfolgen (z.B. Krebs).

  23. Nach Maßgabe des Gesetzes sowie der daraufhin erlassenen Wärmeschutzverordnung vom 16.08.1994 müssen beim Neubau von Gebäuden und beim Einbau von Heizungs- und raumlufttechnischen Anlagen sowie Kühl-, Beleuchtungs- sowie Warmwasserversorgungsanlagen oder -einrichtungen Maßnahmen energiesparenden Wärmeschutzes ergriffen werden.

  24. Am 15. Dezember 1976 lief der unter liberianischer Flagge fahrende Tanker Argo Merchant 29 Seemeilen südöstlich von Nantucket Island in Massachusetts auf Grund und bricht am 21. Dezember auseinander. Die gesamte Ladung von 7,7 Mio. Gallonen Heizöl lief ins Meer. Es war die erste große Ölpest an der amerikanischen Ostküste.

  25. Der Tanker "Hawaiian Patriot" verliert vor Honolulu 95 000 t Öl.

  26. Vogel des Jahres 1977 ist die Schleiereule (Tyto alba).

  27. Wissenschaftliche Untersuchungen des Umweltbundesamtes belegen die Gefährlichkeit von faserigem Asbeststaub auch im Umweltbereich. Trotz anfänglichen Widerstands beendet daraufhin die Industrie die Produktion und den Einsatz von Spritzasbest. Seit 1979 ist Spritzasbest in Deutschland verboten.

  28. Die Europäische Union startet ihr zweites Umwelt-Aktionsprogramm.

  29. Seit 1977 darf Technisches Hexachlorcyclohexan (HCH) in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr angewandt werden. In der DDR wurde es jedoch noch bis 1990 produziert und eingesetzt. Der Hauptproduktionsstandort war die Region um Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Ein europaweites Verbot von technischem HCH gilt seit 1991.

  30. Der Autor Robert Jungk wendet sich in seinem Buch gegen die Nutzung der Kernenergie und bestärkt die Kernenergie-Gegner.

  31. Die Europäische Union veröffentlicht ihren ersten "Bericht über den Zustand der Umwelt".

  32. Am 22. April 1977 ereignete sich auf einer Produktionsplattform im norwegischen Ekofisk Ölfeld ein Öl-und Erdgas Blowout. Es war der erste schwere unkontrollierte Ölaustritt in der Nordsee. Bei einer geschätzten Austrittsrate von 1170 Barrel pro Stunde, flossen rund 202.380 Barrel Öl ins Meer, bevor am 30. April das Öl gestoppt werden konnte.

  33. Die 30. Weltgesundheitsversammlung legte den Grundstein für eine globale Gesundheitsstrategie mit der Resolution WHO 30.43. Die Resolution legt als wichtigstes Ziel für die kommenden Jahzehnte fest, dass "alle Bürgerinnen und Bürger der Welt bis 2000 ein gesundheitliches Niveau erreicht haben (sollen), das es ihnen erlaubt, ein gesellschaftlich und wirtschaftlich produktives Leben zu führen".

  34. Auf Initiative der nordamerikanischen Vegetarier Organisation (North American Vegetarian Society) wurde am Welt-Vegetarier-Kongress in Schotland 1977 der 1. Oktober als Weltvegetariertag ausgerufen. Seither feiern vegetarische Organisationen überall auf der Welt diesen besonderen Tag jedes Jahr.

  35. § 2 (1) Düngemittel dürfen gewerbsmäßig nur in den Verkehr gebracht werden, wenn sie einem Düngemitteltyp entsprechen, der durch Rechtsverordnung zugelassen ist.

  36. Der BUND präsentiert auf seiner 3. Sonnenenergieausstellung das erste deutsche Solarmobil.

  37. Egmont Koch und Fritz Vahrenholt warnen in dem Buch "Seveso ist überall. Die tödlichen Risiken der Chemie" vor den Gefahren der Chemieindustrie.

  38. Vogel des Jahres 1978 ist der Kranich (Grus grus).

  39. Großbritannien und andere europäische Länder kippen, wie Greenpeace zufällig entdeckt, radioaktive Abfälle in den Nordatlantik. Als der britische Frachter Gem mit 2 000 t Atommüll auf dem Weg zum Versenkungsort ca. 960 km vor der Küste von Cornwall ist, postieren sich zwei Schlauchboote unter der Laderampe. Die Fässer rollen weiter. Die Aktion muss abgebrochen werden. Medien berichten.

  40. Der Einsatz richtet sich gegen die isländische Fangflotte. Greenpeace will sie am Abschuss von Finnwalen hindern, da deren Populationen extrem geschrumpft sind. Mit Schlauchbooten manövrieren sich die Aktivisten zwischen die Wale und das Fangboot, trotz 3 m hoher Wellen. Sie können verhindern, dass auch nur ein Wal harpuniert wird.