1. Gründung unter dem Namen "Bund für Vogelschutz (BfV) durch Lina Hähnle. Nach einer Werbeaktion in Adelskreisen 1906 werden u.a. Mitglied: die Könige von Schweden, Rumänien und Bulgarien, das württembergische Königspaar und fast alle deutschen Fürsten; 1912 tritt US-Präsident Wilson ebenfalls dem BfV bei. Ebenfalls 1912 erfolgt die Eintragung als e.V. in das Vereinsregister. 1934 wird der Verein auf Anordnung des Reichsforstministeriums in "Reichsbund für Vogelschutz (RfV)" umbenannt. Nach 1945 baut sich in Westdeutschland der "Bund für Vogelschutz (BfV) wieder auf, in Ostdeutschland gehen die Vogelschutzgruppen schließlich in den Kulturbund der DDR ein. Seit 1966 nennt sich der Verein "Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV)" und hat den Weißstorch als Wappenvogel. Nach der Wende nennt sich der Verein erneut um: "Naturschutzbund Deutschland" und vereinigt sich mit dem Naturschutzbund der DDR. Bei seinem 100 jährigen Bestehen hat der NABU 225.000 Mitglieder, organisiert in rund 2000 Orts- und Jugendgruppen sowie 15 Landesverbänden.

  2. 1901 wurde die Königliche Versuchs- und Prüfanstalt für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung gegründet; 1913 wurde die Anstalt zur Königlichen Landesanstalt für Wasserhygiene; 1923 zur Preußischen Landesanstalt für Wasser-, Boden und Luftgüte. Nachdem das Amt 1942 als Reichsanstalt für Wasser- und Luftgüte weitergeführt wurde, existierte es seit 1952 als das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Bundesgesundheitsamtes. Seit 1994 wurde das Institut als Fachbereich in das Umweltbundesamt integriert und 1999 gänzlich damit verschmolzen.

  3. Der NABU (damals noch Bund für Vogelschutz) beginnt mit der Kampagne zur Rettung der Edelreiher und Paradiesvögel, die wegen ihrer prächtigen Federn gejagt wurden (Damenhüte).

  4. Die Emscher Genossenschaft wird zur Regelung der Abwasserbeseitigung im Ruhrgebiet gegründet. Ähnliche Genossenschaften folgen: Ruhrverband, Lippeverband, Niersverband, Wupperverband.

  5. Das Fazit des Kongresses: Gewässerverunreinigung "bedroht die Fischerei mit gänzlichem Ruin".

  6. Gründung der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preussen.

  7. Der NABU (damals noch "Bund für Vogelschutz") richtet den Ersten Deutschen Vogelschutztag in Berlin aus.

  8. Lakeview Gusher Number One ist der größte registrierte Blowout in der Geschichte der Ölförderung in den Vereinigten Staaten. Der Blowout in Kern County in Kalifornien begann am 14. März 1910, als die Ölbohrung eine Tiefe von 740m erreichte. In Folge des Ausbruchs strömten etwa 1.400.000m³ Öl aus der Bohrung, bis dieser nach 18 Monaten im September 1911 unter Kontrolle gebracht werden konnte.

  9. Der "Verein Naturschutzpark" richtet den Naturschutzpark Lüneburger Heide ein.

  10. Für Stickstoffdüngung und Munitionsindustrie benötigter Ammoniak wird synthetisch hergestellt.

  11. Die erste internationale Konferenz für Naturschutz findet in Bern statt.

  12. Bekanntmachung über Gewährung von Sterbegeld und Hinterbliebenenrente bei Gesundheitsschädigung durch aromatische Nitroverbindungen.

  13. Bei der Explosion eines Ammonsulfatsalpeter-Silos im Stickstoffwerk der BASF in Oppau kommen 561 Menschen ums Leben und mehr als 2000 werden verletzt. Die Explosion zerstörte oder beschädigte fast alle Gebäude in Oppau.

  14. 1922 existiert ein preussisches Baumschutzgesetz, welches sich vor allem auf die Ballungszentren positiv auswirkt.

  15. Ausdehnung der Unfallversicherung auf zunächst elf gewerbliche Berufskrankheiten.

  16. Der Deutsche Naturschutztag(DNT) ist der zentrale Fachkongress des staatlichen und privaten Naturschutzes in Deutschland. Seine erste Tagung fand 1925 in München statt. Seitdem wird der DNT regelmäßig in einem zweijährigen Turnus veranstaltet. Einzige Ausnahme war die Unterbrechung durch den 2. Weltkrieg bis zur Wiederaufnahme im Jahr 1957.

  17. Hermann Joseph Müller (1890 - 1965) entdeckt als erstes mutationsauslösendes Agens die Röntgenstrahlen.

  18. Der NABU (damals noch "Bund für Vogelschutz") beginnt mit dem Kampf gegen die Landschaftszerstörung durch Flurbereinigung.

  19. Eine "Nebelkatastrophe" im Maastal bei Lüttich fordert ca. 100 Tote.

  20. 1931 wurde in der Filmfabrik Agfa Wolfen aus Polyvinylchlorid die erste synthetische Faser entwickelt. Starke Ausweitung der Kunststoffproduktion seit 1930 im Rahmen der nationalsozialistischen Autarkiepolitik.

  21. Der 4. Oktober wird international von Tierschützern als Welttierschutztag gefeiert. Im Jahr 1931 wurde der Gedenktag auf einer internationalen Tierschutzkonferenz in Florenz beschlossen und auf den 4. Oktober festgelegt. Das ist der Tag des "Heiligen Franziskus von Assisi", dem Schutzpatron der Tiere. Der Welttiertag soll für Veranstaltungen und Informationen genutzt werden, die auf die Rechte von Tieren und die besondere Beziehung von Menschen und Tieren aufmerksam machen.

  22. Einleitung quecksilberhaltiger Abwässer in der Bucht von Minamata (Japan) durch den Chemiebetrieb der Chisso AG. Das Quecksilber reichert sich in den Meerestieren an und führt später bei der Bevölkerung zu Vergiftungen.

  23. In dieser Zeitspanne stieg die Phosphatkonzentration des Sees von 0 mg/m³ auf 26 mg/m³ und der Nitratgehalt von 600 mg/m³ auf 800 mg/m³. Die Masse des Phytoplanktons hat sich verzwanzigtfacht. Durch diese Veränderungen sinkt der Blaufelchenfang 1963 auf den Tiefstand. Zum Erhalt des Bodensees wurde 1961 ein "Übereinkommen über den Schutz des Bodensees gegen Verunreinigungen" angenommen. Als Folge ist die Eutrophierung im Bodensee seit 1975 gleichbleibend.

  24. Otto Hahn und Fritz Straßmann beobachten, dass Uran 235 in radioaktives Ba und Kr zerfällt, wenn man es mit langsamen Neutronen beschiesst. Lise Meitner und Otto Robert Frisch interpretieren als erste diesen Prozess als Kernspaltung.

  25. Entdeckung von DDT als Insektizid. P. Müller erhält 1948 dafür den Nobelpreis. Seit 1972 ist DDT in Deutschland verboten.

  26. Erfindung von 2, 4, 5 -T. Im Vietnamkrieg (1965 - 1971) unter der Bezeichnung "Agent Orange" als Entlaubungsmittel eingesetzt. Man rechnet damit, dass die vergifteten Böden mehr als hundert Jahre zur Regenerierung benötigen.

  27. Die Atombombe "Little Boy" explodiert mit einer Sprengkraft von 13,5 kt über Hiroschima (mit einem 60 kg schweren Uran-235-Kern). 140 000 Menschen sterben bis Ende 1945 an den Folgen.

  28. Die Atombombe "Fat Man" mit einer Sprengkraft von 22 kt wird über Nagasaki abgeworfen. Unmittelbare Folge: 70 000 Tote.

  29. Das wesentliche Ziel ist der Erhalt der Großwale. Das Übereinkommen ist rechtlich verbindlich im Sinne des Völkerrechts.

  30. Die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (Economic Commission for Europe) hat die Federführung für eine Vielzahl von Umweltabkommen, die grundlegend geworden sind, insbesondere Bereich der Luftreinhaltung, Gewässerschutz und Industrieabfälle, Umweltverträglichkeitsprüfung.

  31. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde durch die Pariser Verträge zur Umsetzung des Marshallplanes in Europa gegründet. Sie verfügt über eine Umweltabteilung, die sich insbesondere mit dem Zusammenhang von internationalen wirtschaftlichen Aktivitäten und Umweltschutz beschäftigt. Die OECD veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Berichte zum Umweltschutz in den OECD-Ländern und auch andere Studien.

  32. In Donora im US-Bundesstaat Pennsylvania erkrankten im Jahr 1948 bei Smog über 7 000 Menschen an den Atemwegen und 20 Personen starben.

  33. Jedes Jahr am 23. März findet der Welttag der Meteorologie, Internationaler Tag der Meteorologie bzw. der Weltwettertag statt. Um eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen den nationalen Wetterdiensten zu ermöglichen, wurde 1950 die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet. Diese ist seit 1951 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN) für Meteorologie, Hydrologie und Geophysik mit derzeit 188 Mitgliedstaaten. Deutschland ist seit 1954 durch den Deutschen Wetterdienstes vertreten. Der Gedenktag soll die Gründung der WMO und die Zusammenarbeit der verschiedenen Länder hervorheben, wodurch sich verlässlichere Wetterprognosen erstellen lassen. Jedes Jahr wird ein anderer Themenschwerpunkt ausgewählt.

  34. In Ohio (USA) gibt eine Fabrik mit Erlaubnis der Regierung ca. 200 t radioaktiven Uranstaubs an die Umgebung ab.

  35. Am 11. Juli 1951 wurde die Bundesrepublik Deutschland als 64. Staat Mitglied in der UNESCO.

  36. Fünf Tage lang herrscht die schlimmste bekannte Luftverschmutzung (Smog) über London. 4 000 Tote über der durchschnittlichen Sterberate sind die Folge. Der Smog entstand durch SO2 (Schwefeldioxid)-Anreicherungen in der Luft durch Kohleverbrennung.

  37. Seit 1952 treten in der japanischen Bucht von Minamata 1. Quecksilbervergiftungen in der Bevölkerung auf. Ursache ist der Verzehr von quecksilber-belastetem Fisch. Es gibt über 500 Tote. Seit diesem Ereignis sind in Japan die schärfsten Umweltgesetze eines Industriestaates erlassen worden.

  38. Der Tag des Baumes ist amerikanischen Ursprungs und geht auf den Journalisten und Farmer Julius Sterling Morton zurück. Dieser forderte 1872 in seiner Arbor-Day-Resolution einen jährlichen Tag des Baumes in Nebraska einzuführen. Am 10. April 1872 pflanzten erstmals Bürger und Farmer in Nebraska mehr als eine Million Bäume. Bereits zwei Jahrzehnte später feierten alle US-Staaten den Baumtag. Am 28. November 1951 empfahl die FAO der Vereinten Nationen ihren Mitgliedsländern jedes Jahr einen Tag des Baumes zu begehen und zwar zu dem Zeitpunkt, der unter örtlichen Bedingungen passend erscheint. Seit dem 25. April 1952 wird der Tag des Baumes in Deutschland durchgeführt. Das Ziel ist es, der Bevölkerung und insbesondere der Jugend an diesem Tag durch symbolhafte Pflanzungen und Veranstaltungen die wichtige Bedeutung des Baumes näher zu bringen.

  39. Durch eine thermische Reaktion wurde in einer Produktionsanlage TCDD freigesetzt. Die Folge waren 55 Verletzte. Untersuchungen nach 30 Jahren zeigten, dass alle Überlebenden dieser Gruppe eine Chlorakne mit unterschiedlicher Dauer und eine hohe Sterblichkeitsrate wegen bösartiger Tumore hatten.

  40. Im westlichen Teil des Sees ist der Sauerstoff aufgezehrt. Am Seegrund sterben die Larven der Eintagsfliegen und werden wegen des Sauerstoffmangels nicht aufgezehrt. Zusätzlich ist der Gehalt der Nährionen Nitrat (NO3) und Phosphat seit den 30er Jahren bis zum Beginn der 70er um das Dreifache gestiegen.