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2017-04-18

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Am 18. April 2017 verkündeten die Richter des Monsanto Tribunals ihre Gutachten. Die fünf RichterInnen kommen einstimmig zum Schluss, dass die Praktiken von Monsanto die Rechte auf Nahrung, Gesundheit und eine gesunde Umwelt verletzen. Zudem beeinträchtigt Monsanto’s Verhalten die Freiheit der Wissenschafter, unerlässlich für eine unabhängige wissenschaftliche Forschung. Die RichterInnen halten weiter fest, dass, trotzt den vielen vorhandenen rechtlichen Mitteln im Umweltschutz, eine grosse Lücke besteht zwischen den Verpflichtungserklärungen der Unternehmen und deren Umsetzung. Die Umwelt muss im internationalen Recht besser geschützt werden, die Straftat des Oekozids muss darin Eingang finden. Wäre Oekozid als Straftat international annerkannt, würden wahrscheinlich international viele Aktivitäten Monsantos diesen Tatbestand erfüllen - so die Schlussfolgerungen der RichterInnen. Im letzten Teil ihrer Rechtsgutachten beziehen sich die RichterInnen auf die immer grösser werdende Kluft zwischen den universalen Menschenrechten und der Firmenverantwortlichkeit. Sie empfehlen den Vereinten Nationen dringend, Massnahmen zu ergreifen, damit die Rechte der Menschen und der Umwelt nicht durch Freihandelsverträge ausser Kraft gesetzt werden. Klagen gegen Unternehmen sollen vor dem Internationalen Strafgerichtshof möglich gemacht werden. Mitte Oktober 2016 hatte in Den Haag das sogenannte Internationale Monsanto-Tribunal stattgefunden, ein ausserordentliches Meinungsgericht, das von einer zivilgesellschaftlichen Initiative geschaffen wurde, um gewisse Tätigkeiten des Unternehmens Monsanto juristisch zu untersuchen. Dort wurde dem US-amerikanischen Saatgut-und Pestizidunternehmen symbolisch der Prozess gemacht. Der Hauptvorwurf lautete: Verbrechen gegen die Umwelt.

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On 18 April 2017 the five international judges of the Monsanto Tribunal presented their legal opinion. They have come to important conclusions, both on the conduct of Monsanto and on necessary developments in international law. The judges conclude that Monsanto has engaged in practices which have negatively impacted the right to a healthy environment, the right to food and the right to health. On top of that Monsanto's conduct is negatively affecting the right to freedom indispensable for scientific research. The judges also conclude that despite the development of many instruments to protect the environment, a gap remains between commitments and the reality of environmental protection. International law should be improved for better protection of the environment and include the crime of ecocide. The Tribunal concludes that if such a crime of Ecocide were recognized in international criminal law, the activities of Monsanto could possibly constitute a crime of ecocide. In the third part of the advisory opinion, the Tribunal focusses on the widening gap between international human rights law and corporate accountability. It calls for the need to assert the primacy of international human and environmental rights law. A set of legal rules is in place to protect investors rights in the frame of the World Trade Organization and in bilateral investment treaties and in clauses in free-trade agreements. These provisions tend to undermine the capacity of nations to maintain policies, laws and practices protecting human and environmental rights. UN bodies urgently need to take action; otherwise key questions will be resolved by private tribunals operating entirely outside the UN framework.

Änderungsangabe

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Initiale Version

dct:creator
Meike Wolff
dct:created
2017-04-23T13:15:36+02:00

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