1. Seit dem 1. Januar 2010 dürfen Kieler Halter eines Kraftfahrzeuges mit einem CO2- Ausstoß von bis zu 120 g/ km auf öffentlich Parkplätzen im Bereich der Innenstadt für die Dauer von bis zu 2 Stunden gebührenfrei parken. Die Plakette erhalten die Bürger beim Kieler Ordnungsamt gegen eine Gebühr von 5 Euro und sie ist drei Jahre gültig. Mit dieser Maßnahme will die Stadt Kiel solche Autofahrer belohnen, die bei der Anschaffung ihres Autos umweltbewusster gedacht haben.

  2. Laut dem Bericht über das Treibhausgasinventar der Europäischen Gemeinschaft, der von der Europäischen Umweltagentur am 30. Mai 2012 veröffentlicht wurde, sind die Treibhausgasemissionen der 27 Mitgliedstaaten im Vergleich zum Vorjahr 2009 um 2,4 Prozent oder 111 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent angestiegen. Diese Zahlen bestätigen die früheren Schätzungen der Europäischen Umweltagentur.

  3. In der aktualisierten Roten Liste der Vögel von 2010 hat die internationale Vogelschutzorganisation BirdLife den auf Madagaskar lebenden Delacour-Zwergtaucher ((Tachybaptus rufolavatus) offiziell für ausgestorben erklärt. Mitverantwortlich für das Aussterben waren eingeführte Raubfische in den Seen und die Benutzung von Nylon-Fischernetzen, in denen Vögel ersticken.

  4. Die schwedische Hauptstadt Stockholm ist die Grüne Hauptstadt Europas 2010. Stockholm, eine schnell wachsende Stadt mit über 800 000 Einwohnern, hat sich selbst das ehrgeizige Ziel gesteckt, bis 2050 keine fossilen Brennstoffe mehr zu verwenden. Die Stadt verfügt über ein integriertes Managementsystem, das dafür sorgt, dass Umweltanliegen im städtischen Haushalt sowie bei der Planung, Berichterstattung und Überwachung berücksichtigt werden. Für etwa 95 % der Bevölkerung sind Grünflächen in weniger als 300 m erreichbar. Dies verbessert die Lebensqualität, schafft Erholungsmöglichkeiten, reinigt die Gewässer, sorgt für Lärmdämmung und trägt zur Erhaltung von Artenvielfalt und Ökologie bei. Insbesondere wurde anerkannt, dass die Stadt ein umfassendes Programm für weitere Verbesserungen in diesen Bereichen erarbeitet hat, so auch die Einrichtung zusätzlicher Badestrände. Durch eine innovative integrierte Abfallbewirtschaftung werden hohe Recyclingraten erreicht, insbesondere bei biologischen Abfällen, die mit unterirdischen vakuumbetriebenen Anlagen entsorgt werden. Dank eines wegweisenden Systems belastungsabhängiger Abgaben wurde der Einsatz von Pkw reduziert, die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln gesteigert und der Ausstoß von Treibhausgasemissionen gedrosselt. So hat die Stadt ihre CO2-Emissionen seit 1990 um 25 % pro Einwohner auf die Hälfte des in Schweden gemessenen Durchschnittswerts gesenkt.

  5. Auch im Jahr 2010 konnte Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll erfüllen. Gegenüber dem Basisjahr 1990 sind die Treibhausgasemissionen Deutschlands im Jahr 2010 fast 25 Prozent zurückgegangen. Damit wurden im Jahr 2010 295 Millionen Tonnen CO2 weniger ausgestoßen als noch im Jahr 1990. Gegenüber dem Krisenjahr 2009 stiegen die Emissionen zwar aufgrund der wirtschaftlichen Erholung wieder leicht um 2,7 Prozent an, die Emissionen lagen 2010 aber immer noch um etwa 4 Prozent unter denen des Vorkrisenjahres 2008. Im Jahr 2010 war die Freisetzung von Kohlendioxid mit einem Anteil von 87,4 Prozent Hauptverursacher der Treibhausgasemissionen. Diese stammten größtenteils aus der Verbrennung fossiler Energieträger, deren Verbrauch in Folge der wirtschaftlichen Erholung wieder leicht gestiegen ist. Demgegenüber steht ein überdurchschnittlicher Rückgang der Emissionen der anderen Treibhausgase.

  6. Die Marine Art des Monats im Januar 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist die Seescheide Molgula pedunculata.

  7. Im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt 2010 stellt das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung 2010 jeden Monat eine „Marine Art des Monats“ stellvertretend für einzelne Forschungsthemen des Instituts vor. So werden die Arten des Monats verschiedene Aspekte der Klimaänderung und deren Auswirkungen auf den Lebensraum Ozean zeigen, wie zum Beispiel die Abnahme des Meereises in Arktis oder die Erwärmung und Versauerung der Meere verdeutlichen. Es werden auch Themen zur Artenverschiebung in Küstengewässern aufgegriffen, beispielsweise in die Nordsee eingeschleppte Arten und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Ökosystem.

  8. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat auf der 83. Plenarsitzung am 20. Dezember 2006 das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt erklärt, um den Verlust biologischer Vielfalt zu stoppen, Erfolge beim Schutz zu verdeutlichen und um Bewusstsein zu schaffen, dass das Wohl des Menschen von biologischer Vielfalt abhängt.

  9. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi) hat den Dachs (Meles meles) zum Tier des Jahres 2010 ausgerufen.

  10. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat den Teichmolch (Lissotriton vulgaris) zum Lurch des Jahres 2010 gewählt. Durch seine Ausrufung zum Lurch des Jahres 2010, im internationalen Jahr der biologischen Vielfalt, möchten die DGHT auf die Gefährdung einheimischer Amphibien und Reptilien hinweisen.

  11. Bei der Jahresaktion Weichtier des Jahres wurde die Gemeine Schließmundschnecke (Alinda biplicata) als Weichtiere des Jahres 2010 gekürt. Der Titel wird von einem Kuratorium vergeben, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Öffentlichkeit über ausgewählte Arten zu informieren und auf diesem Wege auch molluskenkundliche Themen und Naturschutzprobleme bekannt zu machen.

  12. Das Gemeine Widertonmoos oder Goldene Frauenhaar ( Polytrichum commune) wurde von der Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) zum Moos des Jahres 2009 gekürt.

  13. Die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) hat Rosa Köpfchenflechte (Dibaeis baeomyces) zur Flechte des Jahres 2009 gewählt.

  14. Am 2. Februar, dem Tag zum Schutz der Feuchtgebiete, ernennt der Global Nature Fund seit 2004 den „Bedrohten See des Jahres“, um auf die weltweite Zerstörung der Seen aufmerksam zu machen. Der Pulicat See bietet mit seinen über 160 Fischarten sowie über 110 verschiedene Arten von Land- und Wasservögeln eine einzigartige biologische Vielfalt. Allein bis zu 15.000 Flamingos besuchen den See jährlich auf ihrem Vogelzug.

  15. Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben den Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 gewählt. Mit ihrer Wahl wollen die beiden Verbände sich offensiv für den Schutz des Kormorans einsetzen. Durch intensive Bejagung von Fischern und Anglern war der Kormoran (Phalacrocorax carbo) jahrzehntelang aus Deutschland so gut wie verschwunden. Erst nach konsequentem Schutz durch die EG-Vogelschutzrichtlinie (1979) leben in Deutschland heute wieder rund 24.000 Brutpaare. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. Nach Angaben des NABU versuchen jedoch Berufsfischer und Angler, die Vertreter von Politik und Behörden von angeblich massiven wirtschaftlichen Schäden und der Bedrohung einzelner Fischarten durch den Vogel zu überzeugen. Nahezu alle Bundesländer haben Bundesländer spezielle Kormoran-Verordnungen erlassen, die den bestehenden Schutz der Vögel untergraben. Diese Verordnungen erlauben die flächendeckende Tötung von Kormoranen unabhängig von einem Schadensnachweis an Fischbeständen selbst in Naturschutzgebieten, teilweise sogar ausdrücklich während der Brutzeit.

  16. Am 20. Oktober 2010 zum Tag der Allee hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Allee des Jahres 2010 gekürt. Die Jury zeichnete eine Kastanienallee in Solzow bei Vipperow im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern aus. Die Allee steht beispielhaft für alte Alleen im ländlichen Mecklenburg, die noch nicht dem Straßenbau zum Opfer gefallen sind. Mit ihrem mächtigen Blätterdach biete sie zwischen großen Agrarflächen Unterschlupf für zahlreiche Insekten und Vögel, so die Begründung der Jury.

  17. Der Bauernkaktus (Echinopsis eyriesii) ist Kaktus des Jahres 2010.

  18. Jedes Jahr am Weltbodentag (5. Dezember) wird der Boden des Jahres für das folgende Jahr präsentiert. Das Kuratorium "Boden des Jahres" hat für das Jahr 2010 die Stadtböden ausgezeichnet. Unter dem Begriff Stadtböden werden die vielfältigen Böden städtisch-industrieller Verdichtungsräume zusammengefasst. Die naturräumlichen Faktoren, die zu ihrer Entstehung beigetragen haben, sind hier so stark anthropogen beeinflusst worden, dass sich Stadtböden von denen des Umlandes erheblich unterscheiden. Stadtböden erfüllen sehr viele Funktionen. In Parks, Gärten und auf Grünflächen sind nicht nur Grundlage für Freizeitgestaltung und Erholung, sondern auch Lebensgrundlage für Tiere und Pflanzen. Zudem sorgen sie zusammen mit den Pflanzen für ein ausgeglichenes Stadtklima.

  19. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg wählt seit 1999 die Arzneipflanzen des Jahres aus. Im Jahr 2010 wurde der Efeu (Hedera helix) zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

  20. Zum Höhlentier des Jahres 2010 wurde die Zackeneule (auch Zimteule, Krebssuppe, Kapuzinereule oder Zuckereule genannt - lateinisch: Scoliopteryx libatrix)gewählt. Es handelt es sich um einen Nachtfalter, der regelmäßig in Naturhöhlen, Bergwerksstollen und Felsenkellern überwintert. Die Zackeneule steht als Hölentier des Jahres beispielhaft für eine große Zahl an Tierarten, die bei ihrer Überwinterung auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind.

  21. Um auf ihre besondere Gefährdung und Schutzwürdigkeit aufmerksam zu machen, wurde der Gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus)zur Orchidee des Jahres 2010 von den Arbeitskreisen Heimischer Orchideen (AHO)gekürt.

  22. Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die Karausche (Carassius carassius) zum Fisch des Jahres 2010 gewählt. Damit soll ein wenig bekannter, aber dennoch interessanter Fisch der Öffentlichkeit vorge-stellt werden. Zudem soll darauf hingewiesen werden, dass die Karausche durch Gefährdung und Verlust ihrer Lebensräume in unseren heimischen Gewässern immer seltener wird.

  23. Der Gewürznelkenbaum (Syzygium aromaticum) wurde durch eine Jury des NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2010 gekürt. Das gab der Verein im Juni 2009 im Rahmen des jährlichen Heilpflanzen-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau bekannt.

  24. Die Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft haben die Froschlaichalge (Batrachospermum gelatinosum) zur Alge des Jahres 2010 gekürt. Sie möchten damit auf diese gefährdete Pflanze unserer heimischen Gewässer aufmerksam machen. Froschlaichalgen werden immer rarer, da ihr Lebensraum schwindet. Sie sind auf sauberes und kühles Wasser angewiesen, das jedoch oft zugebaut oder durch Abwässer und Pflanzenschutzmittel verunreinigt wird oder bei zu starker Wasserentnahme ganz versiegt.

  25. Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. haben gemeinsam den Schönbär (Callimorpha dominula) zum Schmetterling des Jahres 2010 gekürt. Der Schönbär gehört zu den wenigen Nachtfalterarten, die auch tagsüber aktiv sind. Seinen Namen verdankt der Falter seiner auffälligen Färbung und der bärenartigen Behaarung als Raupe. Für die Jury ist der Schönbär im Internationalen Jahr der Biodiversität ein Symbol für die bunte und faszinierende Vielfalt der Natur und ihrer zunehmenden Bedrohung.

  26. Die Spinne des Jahres 2010 ist die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus).

  27. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat die Schleiereule (Cortinarius praestans) zum Pilz des Jahres 2010 gewählt. Der auch Blaugestiefelter Schleimkopf genannte Pilz gehört zur in Mitteleuropa mit über 700 Arten vertretenen Gattung der Haarschleierlinge. Die Schleiereule ist in weiten Gebieten Deutschlands recht selten und fehlt in Norddeutschland völlig. Die Bedrohung der Schleiereule wie auch vieler anderer seltener Schleierlingsarten, geht auf den zunehmenden Einsatz schwerer Maschinen bei der Holzernte in der modernen Forstwirtschaft zurück. Dadurch werden die empfindlichen Waldböden nachhaltig gestört und naturnahe Bestände beeinträchtigt. Damit haben diese seltenen, in einer engen Lebensgemeinschaft mit ihrem Baumpartner lebenden Pilze langfristig keine Überlebenschancen mehr.

  28. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat das Schwein zum Versuchstier des Jahres 2010 ernannt.

  29. Seit 1999 wird für Deutschland ein „Insekt des Jahres“ proklamiert. Ein Kuratorium hat 2010 den Ameisenlöwe als das Insekt des Jahres gewählt. Der Ameisenlöwe ist eine bis zu 17 mm große Larve mit bräunlicher Färbung. Das erwachsene Tier ist grazil mit vier durchsichtigen, 3,5 cm langen Flügeln und heißt Ameisenjungfer. Der Ameisenlöwe bzw. die Ameisenjungfer heißt auf Lateinisch Myrmeleon formicarius.

  30. Die Deutsche Gesellschaft für Protozoologie hat Euglena zum Einzeller des Jahres 2010 gewählt.

  31. Seit dem Jahr 2000 wird durch den Bund deutscher Staudengärtner alljährlich eine Staude des Jahres ernannt. Die Staude des Jahres 2010 ist die die Katzenminze (Nepeta cataria).

  32. Die Vogelkirsche (Prunus avium L.) wurde zum Baum des Jahres 2010 ernannt. Jedes Jahr wählt das Kuratorium Baum des Jahres, der Fachbeirat der Stiftung Menschen für Bäume, eine Baumart zum Baum des Jahres.

  33. Die Sibirische Schwertlilie wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung Loki Schmidt zur Blume des Jahres 2010 gewählt. Die Iris sibirica ist eine zentral-europaweit gefährdete Pflanzenart, die feuchte Streuwiesen und Niedermoore sowie Teichufer, Flutmulden oder Gräben liebt.

  34. Der Botanische Sondergarten Wandsbeck gibt zum sechsten Mal das Ergebnis der Wahl zur Giftpflanze des Jahres bekannt. Im Gegensatz zu anderen Nominierungen im Bereich der Natur des Jahres kann jeder Kandidaten vorschlagen und sich an der Abstimmung beteiligen. Für 2010 ist die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) zur Giftpflanze des Jahres gewählt worden.

  35. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e.V. (GEH) hat das Meißner Widderkaninchen zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2010 gewählt.

  36. Eine erste Auswertung des Umweltbundesamt (UBA) zur Luftqualität im Jahr 2010 zeigt: An 56 Prozent der städtisch verkehrsnahen Luftmessstationen überschritten die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) den seit dem 1.1.2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft (µg/m3). Die Auswertung beruht auf vorläufigen Daten aus den Messnetzen der Länder und des UBA. Auch die Feinstaub-Konzentrationen (PM10) überschritten im Jahr 2010 erneut die bereits seit 2005 geltenden Grenzwerte. An 13% aller Messstationen traten an mehr als 35 Tagen PM10-Konzentrationen über 50 µg/m3 auf.

  37. Die Durchschnittstemperatur des Jahres 2010 für Deutschland lag nach 13 zu warmen Jahren erstmals leicht unter dem Klimamittel. Die Jahresniederschlagsmenge übertraf den Normalwert, die Sonnenscheindauer erreichte die Norm recht genau. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen. Weltweit gesehen fiel das Jahr 2010 erneut besonders warm aus. In Deutschland blieb dagegen die Durchschnittstemperatur mit 7,9 Grad Celsius (°C) um 0,3 Grad unter dem vieljährigen Mittel von 8,2°C.

  38. Nachwachsende Rohstoffe wurden zur Ernte 2010 auf rund 2,15 Millionen Hektar angebaut. Nach Schätzungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) dienen rund 18 Prozent der heimischen Ackerfläche oder rund 2,15 Mio. Hektar der Erzeugung von pflanzlichen Rohstoffen für Energieerzeugung und Industrie. Den größten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die Produktion von Energiepflanzen für Biogasanlagen, die von 530.000 auf ca. 650.000 Hektar zulegte.

  39. Die Munich Re hat Bilanz des Jahres 2010 gezogen: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 950 Naturkatastrophen verzeichnet, neun Zehntel davon waren wetterbedingte Ereignisse wie Stürme, Unwetter oder Überschwemmungen. Damit war 2010 das Jahr mit der zweithöchsten Zahl an Naturkatastrophen seit 1980. Die Anzahl übertraf auch deutlich den Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von jährlich 785 Ereignissen. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr fünf Katastrophen, die in Anlehnung an die Definition der Vereinten Nationen (UN) in die oberste Kategorie der Größtkatastrophen einzuordnen waren: Die Erdbeben in Haiti (12. Januar), in Chile (27. Februar) und in Zentral-China (13. April) sowie die Hitzewelle in Russland (Juli bis September) und die Überschwemmungen in Pakistan (ebenfalls Juli bis September). Auf sie entfiel im abgelaufenen Jahr der größte Teil der Todesopfer (insgesamt etwa 295.000) sowie knapp die Hälfte der gesamtwirtschaftlichen Schäden infolge von Naturkatastrophen.

  40. Am 4. Februar 2011 wurde der Bericht "The 2010 Amazon Drought" von den Autoren Simon Lewis, Paulo Brando und drei Co-Autoren im Magazin Science veröffentlicht. Er zeigt auf, dass die extreme Trockenheit 2010 im Amazonasbecken, die Dürre 2005 in ihrem Ausmaß übertraf. 2005 galt schon als vermeintliche Jahrhundertdürre, da über Monate hinweg deutlich zu wenig Niederschlag fiel und zahlreiche Flüsse versiegten. Doch im Jahr 2010 wiederholte sich dieses Naturereignis und war großräumiger und heftiger ausgeprägt. Die von Simon Lewis von der Universität in Leeds und seinen Kollegen ausgewerteten Satellitendaten zeigten, dass 2010 rund drei Millionen Quadratkilometer Regenwald in Amazonien unter ausbleibenden Niederschlägen litten und die betroffene Fläche war damit 50 Prozent größer als vor sechs Jahren.