1. Die Europäische Kommission legte am 12. April 2012 Leitlinien zur Begrenzung der Bodenversiegelung vor. Die in englischer Sprache veröffentlichten Leitlinien richten sich an die zuständigen Behörden auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene und an Fachleute aus den Bereichen Landplanung und Bodenbewirtschaftung.

  2. Am 12. April 2012 protestierten Greenpeace Aktivisten vor dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in München gegen die Zerstörung alter Buchenwälder. Fast 2000 eingetopfte Douglasien-Setzlinge wurden vor dem Ministerium aufgestellt. Die Setzlinge waren von Aktivisten in einem Natura 2000-Schutzgebiet ausgegraben und durch junge Buchen ersetzt worden. Mit dem Protest forderte Greenpeace Bayerns Forstminister Helmut Brunner auf, die falsche Bewirtschaftung wertvoller Laubwälder zu stoppen. Gegen den Verstoß der Natura 2000-Richtlinie in deutschen Wäldern reichte Greenpeace am selben Tag Beschwerde bei der Europäischen Union ein.

  3. Am 9. April 2012 richtete die russische Regierung im Südwesten der Region Primorje, die an China und Nordkorea grenzt, den Nationalpark "Leopardenland" ein, um die letzten 30 dort lebenden Amur-Leoparden zu schützen. Diese Leoparden-Unterart gilt als die seltenste Großkatze der Welt. Bis zu 50 Tiere sollen künftig im Nationalpark leben können und so die Art vor dem Aussterben bewahrt werden. Der Nationalpark hat eine Größe von 262.000 Hektar und wird zusammen mit dem bestehenden Naturreservat Kedrovaya Pad, dem Naturschutzgebiet Barsovy verwaltet.

  4. Nach 10-jähriger Betriebszeit hat der Umweltsatellit Envisat aufgehört, Daten zur Erde zu schicken. Am 8. April 2012 brach unerwartet der Kontakt zum Satelliten ab. Envisat hat seine vorgesehene Lebensdauer von fünf Jahren weit überschritten. Seit seinem Start 2002 hat der Satellit die Erde mehr als 50.000 Mal umkreist und dabei Tausende Bilder und eine Fülle von Daten produziert, mit denen Envisat zu einem Meilenstein der Umweltbeobachtung aus dem Weltraum wurde.

  5. Am 5. April 2012 ereignete sich ein Störfall im französischen Atomkraftwerk Penly an der Kanalküste nahe Dieppe. Nach Angaben des Betreibers kam es im Primärkreislauf eines der zwei Reaktoren zu einer Folge von schweren Defekten. Ein Ölbehälter an einer Pumpe in der Reaktorhülle verlor Öl, das sich an zwei Stellen entzündete. Bei Ausbruch des Feuers schaltete sich der Reaktor automatisch ab. Der Brand wurde von der Feuerwehr gelöscht. Außerdem trat radioaktives Wasser aus. Nach Angaben des Betreibers konnte das Leck in den frühen Morgenstunden des 6. Aprils 2012 beseitigt und das radioaktive Wasser innerhalb des Reaktorgebäudes aufgefangen werden. Der Vorfall wurde vorläufig mit INES 1 eingestuft.

  6. Am 4. April 2012 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig das Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen. Zwischen 23.00 Uhr nachts und 5.00 Uhr morgens sind künftig keine Flüge mehr erlaubt.

  7. Anlässlich des 26. Tschernobyl-Jahrestags am 26. April 2012 präsentierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zusammen mit weiteren Partnerorganisationen die erste Europäische Bürgerinitiative gegen Atomkraft und für eine sichere Energiezukunft. Am 1. April 2012 konnten erstmals Bürger der Europäischen Union ein Europäisches Volksbegehren bei der EU-Kommission anmelden. Der BUND reichte gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen das Volksbegehren „Meine Stimme gegen Atomkraft“ ein.

  8. Am 31.3.2012 besteht das "ASCOBANS" (= Agreement on the Conservation of Small Cetaceans of the Baltic, North East Atlantic, Irish and North Seas) genannte Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in der Nord- und Ostsee 20 Jahre. Es bezieht nun auch die Irische See und Teile des Nordostatlantiks mit ein. Kleinwale und Delfine sollen durch die ASCOBANS-Zusammenarbeit grenzübergreifend vor menschlichen Beeinträchtigungen geschützt werden.

  9. Am 23. März 2012 wurde die Europäische Plattform für Klimaanpassung (European Climate Adaptation Platform, CLIMATE-ADAPT), ein interaktives Webtool für Klimaanpassung, in Kopenhagen von der Europäischen Umweltagentur (EUA) ins Netz gestellt. Die Europäische Plattform für Klimaanpassung ist eine öffentlich zugängliche Internet-Plattform, die politische Entscheidungsträger auf EU-, nationaler, regionaler und lokaler Ebene bei der Entwicklung von Klimaanpassungsmaßnahmen und –strategien unterstützen soll.

  10. Der Bundestag hat den geplanten Kürzungen der Solarförderung zugestimmt und neue Regelungen für erneuerbare Energien beschlossen. Mit der Mehrheit der Stimmen der Koalition verabschiedete der Bundestag am 29. März 2012 das Gesetz zu den Änderungen. 305 Abgeordnete stimmten für den Gesetzentwurf, 235 lehnten ihn ab, es gab eine Enthaltung.

  11. Das Bundeskabinett hat 28. März 2012 den Gesetzentwurf zum Gründungsübereinkommen des Globalen Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt beschlossen. Der Fonds ist eine unabhängige Organisation nach internationalem Recht und wird in Bonn seinen Sitz aufbauen. Ziel des weltweit tätigen Fonds ist es, pflanzengenetische Ressourcen der Nutzpflanzen dauerhaft zu erhalten, um die Ernährungssicherheit und eine nachhaltige Landwirtschaft zu gewährleisten. Im Jahr 2008 hat der Fonds auf Spitzbergen die Weltsaatgutbank gegründet.

  12. Die Bundesregierung hat am 28. März 2012 den von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler und von Bundesumweltminister Norbert Röttgen vorgelegten Bericht zur Umsetzung des 10-Punkte-Sofortprogramms zum Energiekonzept beschlossen. Mit dem Energiekonzept hatte die Bundesregierung im September 2010 zugleich ein 10-Punkte-Sofortprogramm zur Umsetzung besonders wichtiger Maßnahmen beschlossen.

  13. Am 28. März 2012 veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) in Genf seinen 592-seitigen Sonderbericht zum „Management des Risikos von Extremereignissen und Katastrophen zur Förderung der Anpassung an den Klimawandel“ (SREX). Im SREX haben hunderte Wissenschaftler/innen aus aller Welt den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand der Änderungen von Wetter- und Klimaextremen zusammengetragen. Erstmals wurden die Auswirkungen von Extremereignissen sowie Möglichkeiten der Anpassung und des Katastrophenmanagements aus einer integrativen Perspektive untersucht. Dabei wurden auch sozio-ökonomische Gesichtspunkte und Aspekte der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt. Der SREX bietet Informationen über klimatologische, gesellschaftliche und ökologische Faktoren, die mit Extremereignissen verbundene Risiken verstärken können. Darüber hinaus werden anhand von Fallbeispielen Managementoptionen für verschiedene Regionen beleuchtet.

  14. Am 25. März 2012 gab der Energiekonzern Total bekannt, dass an der Förderplattform Elgin, die etwa 240 Kilometer östlich der schottischen Hafenstadt Aberdeen in der Nordsee liegt, ein Leck aufgetreten ist. Erst am 16. Mai 2012 gelang es den unkontrollierten Gasaustritt zu stoppen. Nach Angaben des Betreibers strömten in den ersten Wochen täglich 200000 Kubikmeter Gas - überwiegend Methan- aus dem Leck ins Freie.

  15. Das Bundesbezirksgericht im US-Bundesstaat Washington DC erklärte am 23. März 2012 ein voriges Veto der US-Umweltbehörde EPA gegen den Kohletagebau Spruce No. 1 für ungültig. Richter Amy Berman Jackson führte aus, dass die Umweltbehörde mit der Veto-Entscheidung ihre Kompetenz überschritten habe.

  16. Die Europäische Kommission hat am 23. März 2012 Vorschriften vorgeschlagen, mit denen gewährleistet werden soll, dass europäische Schiffe künftig nur in Anlagen abgewrackt werden, die Sicherheit am Arbeitsplatz gewährleisten und nach umweltverträglichen Methoden arbeiten. Die neuen Vorschriften (in Form einer Verordnung) sehen eine Besichtigungs-, Zertifizierungs- und Zulassungsregelung für große Handelsseeschiffe vor, die unter der Flagge eines EU-Mitgliedstaates fahren, und decken den gesamten Lebenszyklus dieser Schiffe (von Bau über Betrieb bis hin zum Abwracken) ab. Die Regelung baut auf dem Übereinkommen von Hongkong über das sichere und umweltverträgliche Recycling von Schiffen auf, das 2009 angenommen wurde. Der Vorschlag hat zum Ziel, das Übereinkommen schnell umzusetzen, ohne seine Ratifizierung und sein Inkrafttreten abzuwarten, denn dieser Prozess wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Um das formelle Inkrafttreten des Hongkong-Übereinkommens zu beschleunigen, hat die Kommission heute auch einen Beschlussentwurf vorgelegt, mit dem die Mitgliedstaaten aufgefordert werden, das Übereinkommen zu ratifizieren.

  17. Der Ro-Ro-Frachter MS „Frisia VIII“ ist das erste Schiff, welches den Blauen Engel für umweltfreundliches Schiffsdesign (RAL - UZ 141) tragen darf. Das Umweltzeichen richtet sich an Reedereien oder Schiffsbetreiber, die einen Neubau planen. Denn schon beim Design und Bau eines Schiffes sollten möglichst viele Umweltinnovationen realisiert werden, um die Potenziale zum Schutz der Umwelt zu nutzen. Am 23. März 2012 Tagen fand in Ostfriesland die Übergabe der Urkunde statt. Der im Oktober 2010 von der Sietas Werft abgelieferte Neubau wurde nicht nur speziell entsprechend den logistischen Bedürfnissen im Inselversorgungsverkehr nach Norderney und Juist konstruiert, sondern es wurden, wie es die Kriterien vorschreiben, bereits bei Design und Bau möglichst viele zukunftsweisende Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt.

  18. Das International Water Management Institute (IWMI) mit Hauptsitz in Colombo, Sri Lanka, wurde für seine bahnbrechenden Forschungsergebnisse mit dem Stockholmer Wasser Preis 2012 ausgezeichnet, dies teilte die Jury am Weltwassertag mit. Die Studien von IWMI haben vor allem zur Verbesserung des Wassermanagements, der Steigerung der Nahrungsmittelsicherung, dem Umweltschutz und der Verringerung der Armut in den Entwicklungsländern beigetragen.

  19. Das Bundeskabinett hat am 21. März 2012 die Kandidatur Deutschlands als Sitzstaat des "Green Climate Fund" (GCF) beschlossen. Sitz des Fonds soll die Bundesstadt Bonn werden. Ziel des Fonds ist, Entwicklungsländern Finanzmittel zur Verfügung zu stellen, um ihre Volkswirtschaften klimafreundlich umzugestalten und sich an die nicht vermeidbaren Folgen des Klimawandels anzupassen. Eingerichtet auf der Klimakonferenz 2010 in Cancún, wurde der Fonds auf der Klimakonferenz in Durban im Dezember 2011 operationalisiert. Er wird einen substantiellen Teil der Klimafinanzierung umsetzen, die bis 2020 auf jährlich 100 Milliarden US-Dollar anwachsen soll.

  20. Ein internationales Forscherteam hat 68 wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema Belastung der Weltmeere durch Mikroplastikpartikel analysiert und darauf basierend erstmals Richtlinien für die Erfassung und Charakterisierung der Mikroplastikpartikel erstellt. Diese wurden am 20. März 2012 im Fachmagazin Environmental Science & Technology veröffentlicht. Darin erläutern die Wissenschaftler auch mögliche Herkunftsquellen des Plastikabfalls.

  21. Am 17. März 2012 feierten die beiden GRACE-Zwillingssatelliten genau 10 Jahre im Orbit. Die Wissenschaftler haben sie Tom und Jerry getauft, weil sie auf exakt der gleichen Bahn hintereinander her um die Erde jagen. Seit ihrem Start vom russischen Weltraumbahnhof in Plesetsk haben die beiden Satelliten die Erde mehr als 55 000 mal auf einer polnahen Bahn in etwa 450 bis 500 km Höhe und einem Abstand von etwa 220 km umrundet und dabei kontinuierlich Messdaten gesammelt. Der Gletscherschwund auf Grönland konnte jetzt erstmals mit hoher Genauigkeit aus dem All gemessen werden. Pünktlich zum zehnten Geburtstag der Zwillingssatelliten GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) ergibt sich ein scharfes Bild, das auch die räumliche Verteilung der Gletscherschmelze präzisiert. Bis zu 240 Gigatonnen Massenverlust pro Jahr musste der grönländische Eisschild zwischen 2002 und 2011 verkraften. Das entspricht einem Meeresspiegelanstieg von etwa 0,7 mm pro Jahr. Möglich wurden diese Aussagen durch die hochgenauen Messungen der GRACE-Mission, deren Datensatz ein bisher unerreicht genaues Bild der Erdanziehungskraft ergeben.

  22. Am 16. März 2012 haben Greenpeace-Aktivisten aus Protest gegen die Erdölbohrungspläne von Shell in der Arktis zwei Eisbrecher im Hafen von Helsinki besetzt. Die Eisbrecher Fennica und Nordica sollen die Bohrstelle vor Alaska von Eis freihalten.

  23. Der Ölkonzern Chevron stellt am 16. März 2012 vorübergehend seine Förderaktivitäten in Brasilien ein. Damit reagierte der Konzern auf ein neues Ölleck, dass vor der Küste von Rio de Janeiro entdeckt worden war. Wie ein Sprecher von Chevron mitteilte, sei im Frade-Ölfeld Öl ausgetreten - in der Nähe jenes Bohrlochs, aus dem im November 2011 Tausende Liter Erdöl ins Meer geströmt waren.

  24. Die VERBIO Vereinigte BioEnergie AG (VERBIO) hat die weltweit erste industrielle Strohverarbeitungsanlage zur Herstellung von Biomethan in Zörbig, Sachsen-Anhalt, eingeweiht. Das unter der Marke verbiogas als Kraftstoff vertriebene Biomethan wird aus dem landwirtschaftlichen Reststoff Stroh hergestellt. VERBIO verzichtet dabei bewusst auf den Einsatz von Nahrungsmittelrohstoffen.

  25. Die spanische Regierung genehmigte am 16. März 2012 Ölbohrungen vor den kanarischen Inseln. Nach Angaben der stellvertretenden Ministerpräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría ist damit der Weg für Probebohrungen des Repsol-Konzerns in einer Tiefe von drei Kilometern frei. Der Repsol-Konzern will innerhalb der nächsten zwei Jahre Probebohrungen durchführen. Das Areal liegt etwa 60 Kilometer vor der Küste der Insel Lanzarote, die jährlich von mehr als neun Millionen Touristen besucht wird. Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln und Umweltschutzorganisationen lehnen die Ölbohrungen entschieden ab. Sie fürchten verheerende Folgen für die Umwelt und den Tourismus. Die Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete das Vorhaben als unverantwortlich.

  26. Am 15. März 2012 feierte das weltgrößte grenzübergreifende Naturschutzgebiet Kavango/Zambesi (KaZa) seine Einweihung. Bereits im August 2011 unterzeichneten die Staatsoberhäupter der fünf afrikanischen Staaten Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe einen gemeinsamen Vertrag. Mit der offiziellen Eröffnung in Katima Mulilo, Namibia, erhält nun eine Fläche von insgesamt 444.000 Quadratkilometern den Status eines ausgewiesenen Schutzgebietes.

  27. Am 15. März 2012 startet der Kinofilm "Unser Leben" in Deutschland. Die Naturdokumentation sensibilisiert nach Ansicht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) die Menschen für den Erhalt und Schutz der biologischen Vielfalt und ist als Einstieg in die Thematik der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt besonders für Schulklassen interessant.Der Kinofilm ist aus der 10-teiligen BBC-TV-Serie LIFE – DAS WUNDER LEBEN entstanden.

  28. Mitten in New York haben Biologen eine bisher unbekannte Froschart entdeckt. Äußerlich unterscheidet sich die neue Unterart des Leopardfroschs (Rana pipiens) so gut wie nicht von seinen im Raum New York beheimateten Verwandten, heißt es in dem Journal Molecular Phylogenetics and Evolution. Nur durch sein eigenartiges Quaken und durch Gen-Vergleiche waren Wissenschaftler dieser Froschart auf die Spur gekommen.

  29. A new map of “River and Groundwater Basins of the World” has been prepared to help water resource policy makers and planners visualise, at the broad scale and in general terms, the potential interaction between surface water systems and the underlying groundwater resources for their conjunctive uses. The map has been derived from the World-wide Hydrogeological Mapping and Assessment Programme (WHYMAP).

  30. Durch die Annahme eines Vorschlags für die Anrechnung von Treibhausgasemissionen am 12. März 2012 hat die Europäische Kommission einen ersten Schritt getan, um die Emissionen und den Abbau von Treibhausgasen in der Land- und Forstwirtschaft in die Klimapolitik der EU einzubinden. Der vorgeschlagene Beschluss enthält Anrechungsvorschriften für Treibhausgasemissionen und deren Abbau in den Sektoren Land- und Forstwirtschaft, den letzten großen Sektoren ohne gemeinsame EU-weite Vorschriften.

  31. Der amerikanische Chemiker Frank Sherwood Rowland stirbt am 10. März 2012 im Alter von 84 Jahren. Frank Sherwood Rowland, Mario Molina und Paul Crutzen erhielten 1995 den Nobelpreis für die wissenschaftliche Erklärung des Ozonabbaus in der Erdatmosphäre.

  32. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) legte in Niedersachsen 22 Rohrleitungen mit einer Gesamtlänge von 43 Kilometern still. In diesen Kunststoffrohrleitungen wird das bei der Erdöl- und Erdgasförderung entstehende Lagerstättenwasser abgeleitet. Dies teilte das LBEG am 7. März 2012 in Hannover mit. Grundlage für diese Anordnung waren die Ergebnisse der Überprüfung aller Rohrleitungssysteme in Niedersachen nach einem Vorfall an einer Lagerstättenwasserleitung im Raum Söhlingen. Dort waren in der Rohrleitungstrasse erhöhte Konzentrationen an BTEX-Aromaten (Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol) festgestellt worden.

  33. Die Organisation für Afrikanische Einheit in Addis Abeba beschloss 2012 den 3. März den Afrikanischen Umwelttag in Verbindung mit einem Wangari Maathai Gedenktag zu feiern.

  34. Wissenschaftler von der Universität Tasmanien /Australien entdeckten erstmals am 20. Februar 2012 auf Satellitenbildern der NASA die bislang größte bekannte Algenblüte in der Antarktis. Ein Satellitenbild aufgenommen am 3. März 2012 zeigt einen bräunlich-grünen Teppich, der etwa 100 mal 200 Kilometer groß ist und durch seine leuchtende Farbe vom All aus sichtbar war. Das Phänomen kann verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel kann Schnee mit dem Wind Staubkrümel und darin enthaltene Eisenpartikel in die Antarktis getrieben haben. Eisen fördert das Algenwachstum. Alternativ könne auch schmelzendes Festeis Staub und Eisenpartikel enthalten haben.

  35. In den USA war der März 2012 der bisher wärmste März seit Beginn der Zeitreihe 1895. Das Temperaturmittel der USA (ohne Alaska und Hawaii) betrug 10,6 °C (51,1 °F) und lag damit um 4,8 K über dem Märzmittel des 20. Jahrhunderts von 5,8 °C. Zeitweise herrschten sommerliche Temperaturen, die zu zahlreichen neuen Temperaturrekorden für diesen Monat führten. Zusammen mit einem sehr milden Jahresbeginn war auch das gesamte erste Vierteljahr das bisher wärmste.

  36. Das Bundeskabinett hat am 29. Februar 2012 das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) beschlossen. ProgRess beschreibt im Kern neue Handlungsansätze, Maßnahmen und Beispiele zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet: Es geht darum, eine nachhaltige Rohstoffversorgung zu sichern, Ressourceneffizienz in der Produktion zu steigern, Konsum ressourceneffizienter zu gestalten, eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft auszubauen sowie übergreifende Instrumente zu nutzen. Dabei setzt es auch auf die Stärkung freiwilliger Maßnahmen und Initiativen in Wirtschaft und Gesellschaft.

  37. Am 29. Februar 2012 beschloss das Bundeskabinett das gemeinsam vom Bundesumweltministerium und Bundesverkehrsministerium erarbeitete Bundesprogramm Wiedervernetzung. Ziel des Programms ist es, die bisher durch das Fernstraßennetz zerschnittenen Lebensraumkorridore in Deutschland durch den Bau von Querungshilfen (meist Grünbrücken) wieder zu verbinden. n dem Programm sind 93 Abschnitte an Bundesautobahnen und Bundesstraßen benannt, an denen mittel- bis langfristig aus dem jährlichen Straßenbauetat Querungshilfen bis 2020 finanziert werden sollen.

  38. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte am 28. Februar 2012 in Tokio den wissenschaftlichen Bericht "Lessons from Fukushima", der die Geschehnisse nach der Reaktorkatastrophe am 11. März 2011 nachvollzieht und aufzeigt, dass nicht die Naturkatastrophe für das Ausmaß des Unglücks verantwortlich war, sondern das institutionelle Versagen der japanischen Regierung, der Aufsichtsbehörden und der Atomindustrie.

  39. Am 27. Februar 2012 erhielt Prof. Dr. Ulf Riesesell des Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (IFM-GEOMAR) den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG). Der Wissenschaftler erhält den wichtigen Förderpreis für seine Forschungen zum Ozeanwandel, einer der weitreichendsten Begleit- und Folgeerscheinungen des vom Menschen verursachten Klimawandels.

  40. Nach einer Explosion und einem Großbrand wurde die 1984 in Betrieb genommene Südpolbasis Comandante Ferraz am 25. Februar 2012 zu 70% zerstört. Die von der brasilianischen Marine betriebene Forschungsstation liegt auf der König-Georg-Insel in der Admiralty-Bucht, rund 130 Kilometer von der antarktischen Halbinsel entfernt. Die Explosion ereignete sich am 25. Februar 2012 im Maschinenbereich der Station. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich bis zu 60 Menschen in der Station auf, darunter 30 Forscher und 15 Marine-Angehörige.