1. Der chinesische Kohlefrachter Shen Neng 1 lief am 3. April 2010 auf dem Great Barrier Reef vor Australien auf Grund. Der Frachter war etwa 70 Kilometer östlich von der Great-Keppel-Insel entfernt. An Bord hatte das Schiff 65.000 Tonnen Kohle und 950 Tonnen Öl.

  2. Die Marine Art des Monats im April 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist die einzellige Alge Emiliania huxleyi.

  3. Ein Pariser Berufungsgericht bestätigte am 30. März 2010 die Verurteilung des französischen Ölkonzerns Total im Fall des Untergangs des Tankschiffs Erika. Als Grund für die Mitschuld des Konzerns gab das Gericht fahrlässiges Handeln beim Anmieten des altersschwachen Schiffes an. Die Gesamtschadenssumme wurde auf 200 Millionen Euro erhöht. Der Erika-Prozess gilt als größter Umweltprozess der französischen Justiz. Erstmals waren Umweltschäden als Basis für Entschädigungsforderungen akzeptiert worden.

  4. Russland und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) haben die weltweit erste Bank für Atombrennstoffe ins Leben gerufen. Die neue Bank wird allen Mitgliedsstaaten der IAEA schwach angereichertes Uran zur Verfügung stellen. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen Interessenten die Verpflichtungen des Atomwaffensperrvertrages erfüllen und das Brennmaterial lediglich in Atomkraftwerken verwenden. Zudem soll die Bank nur als Reserve dienen, falls ein Land aus irgendeinem Grund nicht am freien Markt Uran kaufen kann.

  5. Am 26. März 2010 legte die US-amerikanische Umweltbehörde EPA ihr Veto gegen Spruce No. 1 im US-Bundesstaat West Virginia ein. Die EPA führte als Begründung gegen den geplanten Kohletagebau an, dass das Unternehmen Arch Coal nicht in der Lage gewesen sei, ausreichend darzulegen wie Umweltauswirkungen durch den Abbau vermieden werden. Die EPA befürchtet, dass der negative Einfluss auf die Wasserqualität, die Landschaft sowie auf das Wasser- und Wildleben zu groß sei. Arch Coal baut die Kohle auf eine besonders landschaftszerstörende Art und Weise ab. Beim sogenannten Mountaintop Removal werden die Bergspitzen gesprengt um die darunterliegende Kohle im Tagebau zu gewinnen. Spruce No. 1 wäre das bislang größte Projekt seiner Art gewesen.

  6. Die portugiesische Regierung hat angekündigt, dass sie vier Meeresschutzgebiete auf dem erweiterten Kontinentalschelf der Azoren und Portugals einrichten wird. Die vier Gebiete - der südliche Teil des Mittelatlantischen Rückens, Altair Seeberg, Antialtair Seeberg und Josephine Bank - umfassen insgesamt eine Fläche von 120.000 Quadratkilometern. Mit der Ausweisung als Schutzgebiet unterbindet Portugal zusätzlich zur Fischerei mit Bodenschleppnetzen auch die Förderung von mineralischen Bodenschätzen, die im Meeresboden lagern.

  7. Überdurchschnittlich hohe Wassertemperaturen von 26-27 Grad in den ersten Monaten des Jahres 2010 führten im Korallenriff rund um die Lord Howe Insel erstmals zu einem Korallenbleichen. In einigen Teilen des Riffsystems zeigen sich nur leichte bis mittelschwere Bleichen, andere Bereichen sind dagegen fast völlig gebleicht. Die Gewässer rund um die Lord Howe Insel vor der Küste des australischen Bundesstaates New South Wales zeichnen sich durch ihre außergewöhnlich große Vielfalt an Meerestieren aus und zum anderen dadurch, dass sie das südlichste echte Korallenriff beherbergen, das zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört.

  8. Die Kleinfeuerungsanlagenverordnung tritt am 22. März 2010 in Kraft. Mit der Novelle der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) werden die Vorgaben für Öfen und Heizungen, in denen feste Brennstoffe wie beispielsweise Holz verfeuert werden, an die technischen Weiterentwicklungen bei der Verringerung der Schadstoffemissionen angepasst.

  9. Die Vertragsstaaten der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) sind einem weltweiten Abkommen gegen Biopiraterie einen entscheidenden Schritt näher gekommen. In Cali (Kolumbien) einigten sich die Vertreter der 194 Länder erstmals auf eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage für ein Internationales Protokoll zum Zugang zu genetischen Ressourcen und zum gerechten Vorteilsausgleich. Damit soll ein globaler Rechtsrahmen geschaffen werden, der sowohl den Zugang zu genetischen Ressourcen regelt, als auch die Gewinnverteilung bei deren wirtschaftlicher Nutzung.

  10. Nach 128 Tagen ist der Katamaran Plastiki des Öko-Aktivisten David de Rothschild am 26. Juli 2010 in Sydney eingelaufen. Die Pazifik-Überquerung auf 12.500 Plastikflaschen ist der zehnköpfige Crew geglückt. Sie haben mehr als 8.000 Seemeilen zurückgelegt, um auf die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikabfälle aufmerksam zu machen. Die Idee zur Expedition in ein Meer aus Plastik kam de Rothschild, als er in einem Bericht des UN-Umweltprogramms Unep darauf stieß, dass rund 80 Prozent des gesamten Mülls in den Weltmeeren Plastiktüten, PET-Flaschen und andere Plastikabfälle sind.

  11. Am 18.03.2010 startet der Dokumentarfilm "Die 4. REVOLUTION – EnergyAutonomy" in den deutschen Kinos. Der Kino-Dokumentarfilm beschreibt anhand seiner Protagonisten, prominenter Umweltaktivisten, Nobelpreisträger, innovativer Unternehmer und Politiker, dass der Umstieg auf 100% Erneuerbare Energien innerhalb der nächsten 30 Jahre möglich ist. Er verdeutlicht, welche Chancen die Energierevolution für eine nachhaltige ökonomische Entwicklung und soziale und ökonomische Gerechtigkeit bietet.

  12. Neue Impulse für den Schutz des Wattenmeeres vereinbarten die Vertreterinnen und Vertreter der Regierungen der Niederlande, Dänemarks und Deutschlands am 18. März 2010 in Westerland/Sylt. Als Ergebnis einer Konferenz mit über 130 internationalen Teilnehmern verabschiedeten die drei Partner der trilateralen Wattenmeer-Kooperation unter anderem einen Managementplan für das gesamte Wattenmeer. Das Einschleppen fremder Arten sowie die großen Herausforderungen durch die Folgen des Klimawandels sollen nun ebenfalls entschieden angegangen werden. Die Regierungen der Niederlande, Dänemarks und Deutschlands haben zum Abschluss der Konferenz für weitere drei Jahre ein gemeinsames politisches Programm vereinbart, mit dem das gemeinsame Ökosystem noch besser geschützt werden soll. Während der Sylter Konferenz wurden das erneuerte Gründungsdokument für die Kooperation und ein neues Verwaltungsübereinkommen für das Gemeinsame Wattenmeer-Sekretariat gezeichnet. Ein neu gegründeter Wattenmeerausschuss soll die strategische Führung der Wattenmeer-Zusammenarbeit übernehmen. In ihm sitzen zukünftig die drei Regierungen, beziehungsweise für Deutschland die Wattenmeer-Bundesländer, sowie jeweils zwei Vertreter der Naturschutzverbände und des Wattenmeerforums, eines Zusammenschlusses verschiedener Interessengruppen aus der Wattenmeerregion. Die deutsche Präsidentschaft der Wattenmeerkooperation geht mit Abschluss der Sylter Konferenz an Dänemark über.

  13. Der Verlust der Lebensräume und der Klimawandel haben ernste Auswirkungen auf die Schmetterlinge, Käfer und Libellen in Europa. Die Veröffentlichung der neuesten von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen europäischen Roten Liste zeigt, dass 11 Prozent der Käfer, die von Faulholz abhängen, und 14 Prozent der Libellen in Europa vom Aussterben bedroht sind. Einigen Arten droht sogar das weltweite Aussterben, so dass sie nun in die aktualisierte Rote Liste der gefährdeten Arten™ der Weltnaturschutzunion (IUCN) aufgenommen wurden. Die aktuellen Studien zeigen, dass nahezu ein Drittel (31 Prozent) der 435 Schmetterlingsarten zahlenmäßig zurückgeht und 9 Prozent bereits vom Aussterben bedroht sind.

  14. Am 16. März 2010 wurde die Klimarefenzstation auf dem Brocken vom Deutschen Wetterdienst eingeweiht. Als nationaler Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland unterhält der DWD knapp 2 100 Wetterwarten, Wetterstationen und Messstellen. Das Herzstück dieses Netzes sind zwölf Klimareferenzstationen, die auch in den kommenden 100 Jahren mit einheitlicher Messtechnik und gut ausgebildeten Wetterbeobachtern die Klimaveränderungen erfassen sollen. Als Standorte, die repräsentativ für ihr landschaftliches und klimatisches Umfeld sind, hat der DWD Helgoland, Hamburg, Schleswig, Potsdam, Görlitz, Lindenberg, den Brocken, Aachen, Frankfurt am Main, den Hohenpeißenberg, Konstanz und den Fichtelberg ausgewählt. An allen Klimareferenzstationen wird der DWD ganzjährig und rund um die Uhr die für die Klimaüberwachung zentralen meteorologischen Größen messen und beobachten. Dazu gehören der Luftdruck, verschiedene Luft- und Bodentemperaturen, die Niederschlagshöhe und Sonnenscheindauer, die relative Feuchte und die Schneehöhe. Die Referenzstationen haben zugleich die Aufgabe, die Qualität aller klimatologischen Beobachtungsreihen des DWD auch beim immer wieder notwendigen Wechsel der Messtechnik sicherzustellen.

  15. Am 15. März 2010 teilte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen mit, dass das Moratorium zur Erkundung des Salzstocks Gorleben als Endlager für radioaktive Abfälle aufgehoben wird.

  16. Vom 13. bis 25. März 2010 fand in Doha/Katar die 15. Vertragstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) statt. Die Vertragsstaaten stimmten über insgesamt 42 Anträge zum Schutzstatus bedrohter Wildtiere und -pflanzen ab. Die Teilnehmer konnten sich nicht zu einem stärkeren Schutz für gefährdete Fischarten entschließen. Entsprechende Anträge der EU, der USA und weiterer Staaten fanden jeweils nicht die notwendigen Mehrheiten. Die Vertragsstaaten konnten sich weder auf eine vorübergehende Beendigung des internationalen kommerziellen Handels mit dem Blauflossenthun, noch auf den Schutz verschiedener Haiarten einigen. Afrikanischer Elefant und Tiger gehören nach Einschätzung des WWF zu den wenigen Gewinnern der Konferenz. So sind Tansania und Sambia mit ihren Anträgen gescheitert, eine Lockerung des Verbots beim Elfenbeinhandel herbeizuführen.

  17. Die Polizei hat am 8. März 2010 nahe Bremen einen Uranhexafluorid (UF6)-Transport gestoppt. Der radioaktive Stoff wird zur Herstellung von Atombrennstäben benötigt. Den Beamten war der schlechte Zustand des offenen Containers aufgefallen, in dem der UF6-Behälter transportiert wurde. Der extrem durchgerostete Container kam aus den USA per Schiff nach Hamburg. Dort wurde er auf einen Sattelzug verladen und auf der A1 weitertransportiert. Ziel: die Urananreicherungs- anlage in Gronau.

  18. Nach der anhaltenden Kritik an dem Klimarat der Vereinten Nationen (IPCC) hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am 10. März 2010 in New York bekannt gegeben, dass das Inter Academy Council (IAC) beauftragt wurde die Arbeit des IPCC zu überprüfen. Das IAC hat seinen Sitz in Amsterdam und vereint Wissenschaftsakademien aus 15 Ländern, auch Deutschland ist vertreten. Der IPCC war in die Kritik geraten, nachdem Fehler in dem vierten Sachstandsbericht aufgedeckt wurden. Untersucht werden soll die Arbeitsweise der Wissenschaftler im Klimarat. Außerdem werden die Managementstrukturen des Klimarats und seine Öffentlichkeitsarbeit überprüft. Der Abschlussbericht des IAC soll bis Ende August vorliegen, bevor die nächste Vollversammlung des IPCC im Oktober 2010 stattfindet.

  19. Riesige Mengen des Klimagases Methan sind an den Kontinentalrändern als gefrorene Methanhydrate gebunden. Solche Speicher im Permafrostboden im Nordpolarmeer tauen offenbar schneller auf als bisher angenommen, berichtet eine internationale Forschergruppe um Natalia Schachowa von der University of Alaska in Fairbanks im Fachjournal Science in der Ausgabe vom 5. März 2010. Mit etwa 5000 Messreihen, aufwändig auf Eisbrecherfahrten im Nordpolarmeer zwischen den Jahren 2003 und 2008 durchgeführt, belegen die Forscher die alarmierende Zunahme der Methanemissionen. So gelangten jährlich vom Festlandsockel im Arktischen Meer vor der Küste Sibiriens etwa 7,7 Millionen Tonnen Methangas in die Atmosphäre.

  20. Über 155.000 Tonnen zum Teil gefährlichen Elektroschrotts werden jährlich aus Deutschland ins außereuropäische Ausland exportiert, darunter allein rund 50.000 Tonnen PC- und Fernseh-Bildschirme, die neben Metallen auch flammhemmende Bromverbindungen wie gefährliche polybromierte Diphenylether (PentaBDE) enthalten können. Selbst defekte Geräte werden zum Teil als „noch funktionstüchtig“ umdeklariert, meist nach Asien und Afrika verschifft und dort nur selten umweltgerecht recycelt. Dies ergab eine neue Studie für das Umweltbundesamt (UBA), die am 04. März auf der CeBIT in Hannover vorgestellt wurde. In der Studie haben Fachleute des Hamburger Instituts für Ökologie und Politik GmbH (Ökopol) über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren die bisher solidesten Informationen zur Herkunft und Menge exportierter Geräte zusammengetragen: Die Geräte stammen unter anderem von Flohmärkten, aus dem Second-Hand-Handel oder werden vom Sperrmüll geholt. Dann gehen sie häufig über Sammelplätze in den Export, meistens auf dem Seeweg. Die alten Elektrogeräte enthalten neben gesundheitlich unbedenklichen metallischen Rohstoffen auch eine ganze Reihe von Gefahrstoffen, die geordnet verwertet werden müssen, um die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht zu belasten. In einem alten Computer etwa stecken über 100 verschiedene Stoffe. Herkömmliche Bildschirmgeräte enthalten zudem noch Leuchtmittel, die sachgemäß zu entsorgen sind.

  21. Am 2. Februar 2010 hat die Europäische Kommission auf der Grundlage der geltenden, von Rat und Parlament angenommenen Rechtsvorschriften – zwei Beschlüsse betreffend die Kartoffelsorte Amflora gefasst: Mit dem ersten Beschluss wird der Anbau von Amflora zu industriellen Zwecken genehmigt; der zweite betrifft die Verwendung der bei der Stärkegewinnung anfallenden Nebenerzeugnisse als Futtermittel. Nach einem umfassenden, im Jahr 2003 eingeleiteten Zulassungsverfahren und aufgrund mehrerer befürwortender wissenschaftlicher Gutachten hat die Kommission die Zulassung für Amflora erteilt. Diese genetisch veränderte Kartoffelsorte soll für die Gewinnung einer (z. B. in der Papierproduktion einsetzbaren) Industriestärke genutzt werden. Der Beschluss enthält strenge Vorgaben für den Anbau, damit nach der Ernte keine genetisch veränderten Kartoffeln auf dem Acker liegen bleiben und damit sich die Amflorasamen nicht in der Umgebung ausbreiten. Ein ergänzender Beschluss gilt den bei der Stärkegewinnung anfallenden Nebenerzeugnissen, soweit sie als Futtermittel verwendet werden.

  22. Am 1. März 2010 treten das neue Bundesnaturschutzgesetz und das Wasserhaushaltsgesetz in Kraft. Damit gelten bundeseinheitliche Rechtsgrundlagen, die das Naturschutz- und Wasserrecht in Deutschland auf einem hohen Niveau harmonisieren. Das bisherige Rahmenrecht wird abgeschafft. Auf Basis der neuen Verfassungslage werden diese Gesetze verbindliche Handlungsgrundlage für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Arbeit der Vollzugsbehörden in den Ländern sein.

  23. Die Marine Art des Monats im März 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist ein freilebender Fadenwurm (Nematoda).

  24. Die Europäische Kommission hat am 1. März 2010 ein Grünbuch verabschiedet, in dem Optionen für einen Ansatz der Europäischen Union zum Schutz der Wälder und zur Information über Waldressourcen und den Zustand von Wäldern aufgezeigt werden. Die Kommission wird anhand der Reaktionen der Öffentlichkeit, der Mitgliedstaaten, der EU-Einrichtungen und anderer Interessenkreise auf das Grünbuch entscheiden, ob auf EU‑Ebene weitere Initiativen erforderlich sind. Das Grünbuch 1 nennt die wichtigsten Herausforderungen, die die Wälder Europas im Kampf gegen den Klimawandel bewältigen müssen. Es gibt einen Überblick über die zum Schutz der Wälder verfügbaren Instrumente und über existierende Waldinformationssysteme und stellt eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit der Erarbeitung künftiger politischer Optionen in den Raum. Das Grünbuch ist Teil der Folgemaßnahmen zum Weißbuch 2 über die Anpassung an den Klimawandel, das die Kommission im April 2009 verabschiedet hat. Da forstpolitische Maßnahmen in erster Linie in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen, sollte sich diese Debatte auf die Frage konzentrieren, wie der Klimawandel die Bedingungen für die Waldbewirtschaftung und den Waldschutz in Europa verändert und in welche Richtung sich die politischen Maßnahmen der EU entwickeln sollten, um forstpolitische Initiativen der Mitgliedstaaten zu untermauern.

  25. Seit dem 01.03.2010 stellt u.a. das Inverkehrbringen von Batterien ohne vorherige Anzeige der Marktteilnahme im Batteriegesetz-Melderegister eine Ordnungswidrigkeit dar. Das Batteriegesetz-Melderegister ist seit dem 01.12.2009 über die Internetseite des UBA erreichbar. Hersteller im Sinne des Batteriegesetzes (BattG) sind verpflichtet, das Inverkehrbringen von Batterien gegenüber dem UBA anzuzeigen.

  26. Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Berggorillas (Gorilla beringei beringei) ist größer als bislang angenommen. Eine Populationszählung im Virunga Massiv, einer Vulkanlandschaft im Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo, belegt, dass dort noch 480 Gorillas leben. Hinzu kommen noch ungefähr 300 Tiere dieser Art, die in einem weiteren Nationalpark in Uganda leben. Weltweit umfasst der Bestand an frei lebenden Berggorillas damit 780 Tiere. Gegenüber der letzten Bestandsaufnahme von 2003 zeige die Zählung einen Zuwachs von über 25 Prozent. Die Zählung wurde von März bis April 2010 durchgeführt.

  27. März 2010 war der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1880. Am 15. April 2010 veröffentlichte die US- Ozean- und Klimabehörde NOAA ihre vorläufigen Zahlen. Danach lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur von Land und Wasser bei 13,5 Grad Celsius, das sind 0,77 Grad über dem Mittelwert (12,7 Grad Celsius) des 20. Jahrhunderts. An der Landoberfläche lagen die weltweite Durchschnittstemperaturen 1,36 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhundert, während die Abweichung auf der Meeresoberfläche bei plus 0,56 Grad gegenüber dem Mittel betrug. Das erste Quartal 2010 war nach Angaben der Klimabehörde NOAA das viertwärmste Quartal seit Beginn der Aufzeichnungen und lag 0,66 Grad Celsius über dem langjährigen Mittelwert.

  28. Rund ein Drittel der Bevölkerung klagt über Fluglärm - das zeigen repräsentative Umfragen des Umweltbundesamtes (UBA). Hochgradig belästigt fühlen sich fünf Millionen Bürgerinnen und Bürger. Die Klagen der Bevölkerung sind begründet, wie auch die neue UBA-Studie „Risikofaktor nächtlicher Fluglärm“ von Prof. Greiser zeigt. Für Herz- und Kreislauferkrankungen ist nachgewiesen: Im Vergleich zu Personen, die keinem Fluglärm ausgesetzt sind, steigt das Erkrankungsrisiko betroffener Personen mit zunehmender Fluglärmbelastung. Auch bei psychischen Erkrankungen findet sich ein relevanter Befund: Bei Frauen sind die Erkrankungsrisiken für Depressionen signifikant erhöht.

  29. Am 26. Februar 2010 kämpften die Behörden von Rio de Janeiro mit einem Fischsterben um die Lagune Rodrigo de Freitas. Rund 78 Tonnen tote Fische wurden aus dem Salzsee geholt. Erste wissenschaftliche Analysen ergaben, dass eine neue Algenart in dem Gewässer das Sauerstoffniveau verändert haben und zu dem Massen- Fischsterben geführt haben könnte.

  30. Am 26. Februar 2010 wurde die Plastiki von David de Rothschild, einem britischen Abenteurer, Ökologen und Gründer des Unternehmens Adventure Ecology, im kalifornischen Sausalito erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Die Plastiki ist ein 60 Fuß langer Katamaran, der aus mehr als 12.500 PET-Flaschen gebaut wurde. Die Crew wird mit ihrem Boot in den nächsten Wochen von San Francisco südlich an Hawaii vorbei, über das Bikini-Atoll nach Sydney segeln, um mit ihrer Fahrt auf die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikabfälle aufmerksam zum machen.

  31. Am 25. Februar 2010 startete der Dokumentarfilm des österreichischen Regisseur Werner Boote in den deutschen Kinos. Der Regisseur macht sich auf eine Reise rund um den Globus, um herauszufinden, welche unerwarteten Folgen der Plastikwahn für die Menschen und ihre Umwelt hat. Er will mehr wissen über Plastik, den Stoff, der unser Leben so sehr prägt. Auf verschiedenen Stationen spricht er mit Industriellen, Wissenschaftlern und Betroffenen über die Faszination und Gefahren von Plastik.

  32. Die Regionalen Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft haben gemeinsam einen Regionalen Klimaatlas für Deutschland erarbeitet, der über die möglichen Veränderungen auf regionaler Ebene durch den Klimawandel informiert. Ab sofort stehen Klimaszenarien für die deutschen Bundesländer online zur Verfügung. Grundlage des Regionalen Klimaatlas Deutschland sind für Deutschland verfügbare Klimarechnungen, die mit dynamischen regionalen Klimarechenmodellen durchgeführt wurden. Hierzu zählen bisher folgende Klimarechenmodelle: COSMO-CLM, das gemeinschaftliche regionale Klimarechenmodell von über 30 internationalen Forschungseinrichtungen, sowie REMO, das regionale Klimarechenmodell des Max-Planck-Instituts für Meteorologie und das regionale Klimarechenmodell des Schwedischen Wetterdienstes, RCAO. In die regionalen Klimarechenmodelle sind jeweils Szenarien unterschiedlicher Treibhausgaskonzentrationen eingegangen, die vom UN-Weltklimarat IPCC erstellt wurden. Bisher sind insgesamt 12 verschiedene Klimarechnungen in den Klimaatlas eingegangen. Die räumliche Auflösung der einzelnen Klimarechnungen liegt derzeit zwischen 50 und 10 km. Die Auswertung ist für jedes Bundesland gebietsmittelweise erfolgt. Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft widmen sich die vier Regionalen Klimabüros Fragestellungen zum Klimawandel auf regionaler Ebene. Mit dem Climate Service Center wird in der Helmholtz-Gemeinschaft das zentrale Service-Netzwerk für die bundesweite Klimaberatung aufgebaut.

  33. Das derzeit größte Solarboot der Welt wurde am 25. Februar 2010 der Presse und Öffentlichkeit in Kiel vorgestellt. Angetrieben wird die 31 Meter lange und 15 Meter breite SolarPlanet mit 38.000 Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von mindestens 22 Prozent. Die Erbauer planen für 2011 die erste Weltumrundung mit dem ausschließlich durch Sonnenenergie angetriebenen Boot. Die geplante Seereise von mehr als 40.000 km soll mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 Knoten 140 Tage dauern.

  34. US-Wissenschaftler haben auch im Nordatlantik Bereich entdeckt, wo sich Plastikmüll ansammelt. Der schwimmende Müll im Atlantik ist mit dem Great Pacific Garbage Patch vergleichbar. Die Ergebnisse einer umfangreichen Langzeitstudie wurde am 24. Februar 2010 von Kara Lavender Law von der Organisation Sea Education Association (SEA) bei einem Treffen von Meeresforschern in Portland (US-Bundesstaat Oregon) vorgestellt. Für die Studien stachen Wissenschaftler und Studenten mit einem Forschungsschiff mit großen feinmaschigen Netzen im Schlepptau in See und entnahmen an 6100 Stellen in der Karibik und im Atlantik vor der Ostküste der USA Proben von den schwimmenden Plastikteilchen. Wie im Pazifik gibt es auch im Atlantik eine Region, in der sich dieser Müll aufgrund der Oberflächenströmungen vermehrt ansammelt. Mehr als 80 % der Plastikteilchen fand sich in dem Gebiet zwischen dem 22 und 38 Grad nördlicher Breite. Die größte Müll-Dichte lag bei bis zu 200.000 Plastikstücke je Quadratkilometer auf der Meeresoberfläche.

  35. Nach einem Sabotageakt sind aus einer stillgelegten Raffinerie der Firma Lombarda Petroli in Villasanta bei Monza nördlich von Mailand viele tausend Kubikmeter Alt- und Heizöl in den Fluß Lambro gelaufen.

  36. Die Europäische Kommission schlug am 23. Februar 2010 vor, die Europäische Union solle darauf drängen, dass im Laufe des kommenden Jahres ein Verbot des internationalen Handels mit Rotem Thun in Kraft tritt. Sie ist sehr besorgt, dass die hauptsächlich vom internationalen Handel angetriebene Überfischung von Rotem Thun die Bestände dieser Art ernsthaft gefährdet. Der Vorschlag wird mit den Mitgliedstaaten erörtert, damit die EU bei der nächsten Tagung des CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten) vom 13. bis 25. März 2010 in Doha, Qatar, einen gemeinsamen Standpunkt vertreten kann.

  37. Am 21. Februar 2010 eröffnete Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen die deutsche Premiere des Films "Unsere Ozeane" im Beisein des Regisseurs Jacques Perrin und des Co-Autors Francois Serano in Berlin. Die Naturdokumentation erschließt den Zuschauern die Faszination und Verwundbarkeit des Lebensraum Ozean. Mit faszinierenden Aufnahmen wird die Unterwasserwelt erlebbar und sensibilisiert für die Schönheit und Lebensvielfalt der Meere. Der Film ist an 54 Drehorten in 4-jähriger Dreharbeit entstanden. Ein Team von Tauchern, Technikern und Wissenschaftlern hat mit modernster Ausrüstung und Kameratechnik beeindruckende Bilder über das Leben der Ozeane festgehalten. Der Film startet am 25. Februar 2010 in den deutschen Kinos.

  38. Durch das Abschmelzen von Gletschern in der Arktis wird Staub frei, der zukünftig auch Europa und Nordamerika erreichen wird. Dies teilte am 19. Februar 2010 der amerikanische Meeres- und Atmosphärenforscher Joseph Prospero auf einem Kongress der American Association for the Advancement of Science mit. Auf Island stellten er und sein Forscherteam fest, dass ein Großteil des dortigen Staubs in der Atmosphäre aus den Rückständen ehemaliger Gletscher stammte. Dieser atmosphärische Staubanteil wird aufgrund der rapiden Eisschmelze, die der Klimawandel auf der Insel verursacht, weiter ansteigen.

  39. Die Menschheit bedroht die Existenz ihrer nächsten Verwandten: der Menschenaffen, Affen, Lemuren und anderer Primaten. 48 Prozent aller 634 bekannten Primatenarten befinden sich auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Mit der Veröffentlichung der Liste der 25 am stärksten bedrohten Primaten, wollen die IUCN-Experten sowohl die Öffentlichkeit als auch die Regierungen auf den dringenden Bedarf nach Erhaltungsmaßnahmen aufmerksam machen. Vor allem im Hinblick auf die nächste Biodiversitätskonferenz im japanischen Nagoya im Oktober 2010. Die Hauptbedrohungen sind die Zerstörung tropischer Wälder als Lebensraum, der illegale Handel mit Wildtieren und die Ausweitung des kommerziellen Handels mit Wildfleisch (Bushmeat). Die Liste umfasst fünf Primatenarten aus Madagaskar, sechs aus Afrika, 11 aus Asien und drei Arten aus Zentral- und Südamerika. Laut IUCN bedürfen deren Bestände am dringendsten Erhaltungsmaßnahmen.

  40. Die Europäische Kommission hat am 17. Februar 2010 eine Reihe von Beschlüssen gefasst, um ihre Organisationsstruktur der Ressortverteilung im Kollegium anzupassen. Zwei neue Generaldirektionen wurden geschaffen: GD Energie (ENER) und GD Klimapolitik (CLIM). In der GD Energie werden die Dienststellen der früheren GD Verkehr und Energie zusammengeführt, die sich mit Energiefragen befassen, einschließlich der Energie-Taskforce, die vormals bei der GD Außenbeziehungen angesiedelt war. Die Direktionen, die für die Verkehrspolitik zuständig sind, verbleiben in der alten GD, die in Mobilität und Verkehr (MOVE) umbenannt wird. In der GD Klimapolitik werden die entsprechenden Aktivitäten der GD Umwelt, die Aktivitäten der GD Außenbeziehungen, die die internationalen Verhandlungen über den Klimawandel betreffen, sowie bestimmte klimabezogene Tätigkeiten der GD Unternehmen und Industrie zusammengeführt.