1. Das Jahr 2009 war nach NASA-Daten auf der Südhalbkugel der Erde das wärmste seit Beginn der Messungen. Im Jahresschnitt sei es 0,49 Grad Celsius wärmer gewesen als die Jahre 1951 bis 1980. Das meldet das US-Fachmagazin «Science» auf seiner Internetseite am 14.Januar 2010 auf seiner Internetseite. Die Temperaturentwicklung auf der Südhalbkugel sei besonders interessant, weil die Region südlich des Äquators zum weit größeren Anteil aus Wasser besteht, dass sich langsamer erwärmt als Land, sagte NASA-Mathematiker Reto Ruedy vom Goddard Institute for Space Studies in New York. Deshalb erlaube die Beobachtung bessere Rückschlüsse auf die Zukunft des Klimas.

  2. Mehr als 10 Prozent des gesamten Verbrauchs an Wärme, Strom und Kraftstoffen wurden im Jahr 2009 in Deutschland durch Erneuerbare Energien bereitgestellt. Dies ist das zentrale Ergebnis der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien Statistik (AGEE-Stat), das Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen am 24. März 2010 in Berlin vorgestellt hat. Während im Jahr 2009 die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern rückläufig war, zeigten sich die Erneuerbaren Energien stabil – ihr Anteil am Stromverbrauch stieg weiter auf 16,1 Prozent. Auch wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Biogas-, Photovoltaik- und Windenergieanlagen gebaut. Damit verbunden stiegen die Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien auf einen neuen Rekordwert von 17,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten legte erneut zu. Mehr als 300.000 Menschen, rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr, haben in der Erneuerbaren-Energien-Branche einen vergleichsweise krisenfesten Job gefunden.

  3. Die Wirtschaftskrise führt zum stärksten Emissionsrückgang seit Gründung der Bundesrepublik. Der Gesamtausstoß aller Treibhausgase ist in Deutschland nach ersten Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) im Jahr 2009 gegenüber 2008 um etwa 80 Millionen Tonnen gesunken (minus 8,4 Prozent). Gegenüber 1990 hat Deutschland seine Treibhausgasemissionen bis Ende 2009 danach um 28,7 Prozent gesenkt. Insbesondere im Industriebereich und im verarbeitenden Gewerbe gingen die Emissionen um 20 Prozent zurück. In Anbetracht dieser Auswirkungen der ökonomischen Krise ist die Beachtung des Klimaschutzes bei allen Maßnahmen zum wirtschaftlichen Wiederaufschwung besonders bedeutsam.

  4. An 55 Prozent der städtisch verkehrsnahen Luftmessstationen lagen im Jahr 2009 die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxidkonzentration (NO2) über dem ab dem 1.1.2010 einzuhaltenden Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter Luft (µg/m3). Grenzwert-Überschreitungen treten vor allem in Städten und Ballungsräumen auf, also dort, wo auch ein Großteil der Bevölkerung lebt. Stickstoffoxide entstammen vornehmlich den Emissionen des Verkehrs sowie Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten. Auch die Feinstaub-Konzentrationen (PM10) überschritten im Jahr 2009 erneut die bereits seit 2005 geltenden Grenzwerte - trotz Maßnahmen in Bund, Ländern und Kommunen. An 23 der insgesamt 408 Messstationen traten an mehr als 35 Tagen PM10-Konzentrationen über 50 µg/m3 auf. Insgesamt war die Feinstaubbelastung im Jahr 2009 etwas höher als 2008, dem Jahr, mit der seit 2000 geringsten Luftbelastung durch Feinstaub.

  5. 2009 ist das Jahr der Biosphärenreservate in Deutschland. Ausgerufen wurde das Jahr der Biosphärenreservate 2009 von Europarc Deutschland, dem Dachverband der Nationalparks, UNESCO-Biosphärenreservate und Naturparks in Deutschland. Vor dreißig Jahren wurde die ersten deutschen Biosphärenreservate im Jahr 1979 gegründet. Das Jahr der Biosphärenreservate wirbt für mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung gegenüber diesen Kulturlandschaften. Zahlreiche Veranstaltungen finden über das ganze Jahr hinweg in den deutschen Biosphärenreservaten statt.

  6. Die emissionshandelspflichtigen Anlagen in Deutschland haben im Jahr 2009 insgesamt 428,2 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen. Damit sind die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 44,3 Millionen Tonnen CO2 oder 9,4 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit Einführung des Europäischen Emissionshandels im Jahr 2005. Die Anlagen im Emissionshandel haben damit 2009 erneut den größten Anteil an der absoluten Minderung der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Der Emissionshandelssektor bestätigt so den Anfang März 2010 vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichten Gesamttrend für Deutschland, wonach unter anderem die Finanz- und Wirtschaftskrise zum stärksten Rückgang der Klimagasemissionen seit Gründung der Bundesrepublik geführt hat. Auch im Emissionshandel beruht der größte Teil der Minderung auf Produktionsrückgängen infolge des konjunkturellen Abschwungs im Jahr 2009.

  7. Die UN-Generalversammlung hat am 20. Dezember 2006 das Jahr 2009 zum Internationalen Jahr der Naturfasern erklärt.

  8. Zu Beginn des Jahres 2009 hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Verantwortung für die Schachtanlage Asse II übernommen.

  9. Der Deutsche Bundestag hat am 6. Juni 2008 das Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz – EEWärmeG) beschlossen. Eigentümer von Gebäuden, die neu gebaut werden, müssen ihren Wärmebedarf anteilig mit erneuerbaren Energien decken. Genutzt werden können alle Formen von erneuerbaren Energien. Wer keine erneuerbaren Energien einsetzen will, kann andere klimaschonende Maßnahmen ergreifen. Das Gesetz wird am 1. Januar 2009 in Kraft treten. Fortan muss grundsätzlich bei allen Neubauten, die nach diesem Datum errichtet werden, das Wärmegesetz beachtet werden.

  10. Als Kaktus des Jahres 2009 haben die Kakteen-Gesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinsam die „Königin der Nacht“ (Selenicereus grandiflorus) ausgewählt.

  11. Anlässlich des "Tages der Allee" am 20. Oktober hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Allee des Jahres 2009 gekürt. Die Jury wählte eine Birnbaumallee in Niedersachsen aus (bei Bohnenburg/ Amt Neuhaus an der Elbe). Die niedersächsische Allee ist beispielhaft für die Bedeutung alter Obstbaumalleen in der Kulturlandschaft.

  12. Die Husmanns Brunnenschnecke (Bythiospeum husmanni)- die nördlichste Brunnenschnecke Deutschlands – aus dem flussbegleitenden Grundwasserstrom der Ruhr in Nordrhein-Westfalen wurde zum Weichtier des Jahres 2009 gewählt. Das Kuratorium möchte mit seiner Wahl dieser winzigen Schnecke stellvertretend auf die wenig bekannte Lebewelt des in seiner Ausdehnung riesigen – heute zunehmend bedrohten – unterirdischen Lebensraums im Grundwasser der Fluss-Schotter und des Karsts und dessen Erforschung aufmerksam machen.

  13. Die Wahl des Berg-Ahorn - Acer pseudoplatanus L. zum Baum des Jahres 2009 wurde am 15. Oktober 2008 in Berlin bekannt gegeben. Alljährlich wählt das Kuratorium Baum des Jahres, der Fachbeirat der Stiftung Menschen für Bäume, eine Baumart zum Baum des Jahres.

  14. Algenforscher der Deutschen Botanischen Gesellschaft wählen Emiliania huxleyi zur Alge des Jahres, um sie als einen Schlüsselorganismus der Erde zu würdigen.

  15. Boden des Jahres 2009 ist der Kalkmarsch. Der Schirmherr für den Boden des Jahres 2009 ist Dr. Christian von Boetticher, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. Der Boden des Jahres ist eine Gemeinschaftsaktion der DBG und des BVB, gefördert vom Umweltbundesamt Dessau.

  16. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Blauer Rindenpilz (Pulcherricium caeruleum) zum Pilz des Jahres 2009 gewählt, um auf die wenig beachtete Pilzgruppe der Corticiaceae aufmerksam zu machen und für die mögliche Ausbreitung dieser Art durch die Klimaerwärmung zu sensibilisieren.

  17. Der Höhlenflohkrebs Niphargus ist das Höhlentier des Jahres 2009. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher (VdHK) hat anlässlich eines Symposiums in Sonneberg (Thüringen) erstmals ein Jahrestier gekürt, um auf die sensiblen Lebensräume Höhle und Grundwasser mit ihrer großen Artenvielfalt aufmerksam zu machen.

  18. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat die Würfelnatter (Natrix tessellata) zum Reptil des Jahres 2009 gewählt. Die ungiftige Wasserschlange ist in der Bundesrepublik vom Aussterben bedroht. Nur in Rheinland-Pfalz und Sachsen kann das bis zu einem Meter lange Reptil mit dem markanten Würfelmuster noch an einigen Flüssen im flachen Wasser beobachtet werden. Sein Lebensraum in Flussauen ist stark gefährdet.

  19. Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. haben gemeinsam das Tagpfauenauge (Aglais io) zum Schmetterling des Jahres 2009 gewählt. Die Wahl soll auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. Denn aufgrund der Klimaerwärmung bildet das Tagpfauenauge inzwischen regelmäßig eine zweite Generation im Spätsommer aus. Früher kam dies in Deutschland nur in den wärmsten Regionen oder in sehr lang andauernden Sommern vor.

  20. Der in Guatemala liegende Atitlán-See ist der Bedrohte See des Jahres 2009. Dies hat die Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) im Rahmen des 5. Welt-Wasser-Forums in Istanbul bekannt gegeben.

  21. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Eisvogel (Alcedo atthis) zum Vogel des Jahres 2009 gekürt. Der Eisvogel war bereits 1973 Jahresvogel. Mit der Wiederwahl des Eisvogels soll die Debatte um den Gewässerschutz in Deutschland wird in Schwung kommen.

  22. Die Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus) wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung Loki Schmidt zur Blume des Jahres 2009 gewählt. Die Jury macht mit ihrer Wahl auf den gefährdeten Lebensraum der Spontanvegetation aufmerksam. Die Gemeine Wegwarte ist in Hamburg und Niedersachsen als gefährdet eingestuft, in weiteren Bundesländern befindet sie sich auf der sog. Vorwarnliste.

  23. Seit 2003 ernennt der Bundesverband Menschen für Tierrechte in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedsvereinen das Versuchstier des Jahres. Ziel ist es Tierversuche, die an einer bestimmten Tierart durchgeführt werden, öffentlich zu machen. Die Jury des Bundesverbandes hat das Kaninchen zum Versuchstier des Jahres 2009 ernannt.

  24. Die Deutsche Gesellschaft für Protozoologie hat Tetrahymena zu den Einzeller des Jahres 2009 gewählt.

  25. Seit dem Jahr 2000 wird durch den Bund deutscher Staudengärtner alljährlich eine Staude des Jahres ernannt. Die Staude des Jahres 2009 ist die Funkie(Hosta). Im Volksmund wird sie auch Herzlilie oder Herzblattlilie genannt.

  26. Der Botanische Sondergarten Wandsbeck gibt zum fünften Mal das Ergebnis der Wahl zur Giftpflanze des Jahres bekannt. Im Gegensatz zu anderen Nominierungen im Bereich der Natur des Jahres kann jeder Kandidaten vorschlagen und sich an der Abstimmung beteiligen. 2009 ist der Tabak [Nicotiana ssp.] zur Giftpflanze des Jahres gewählt worden.

  27. Der Braunbrust-Igel oder Westeuropäischer Igel (Erinaceus europaeus) ist von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum Tier des Jahres 2009 erklärt worden.

  28. Die Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata) ist zum Insekt des Jahres 2009 gekürt worden. Zum ersten Mal wird mit der Blutzikade ein Insekt des Jahres für den gesamten deutschsprachigen Raum, also für Österreich, die Schweiz und Deutschland deklariert.

  29. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg wählt seit 1999 die Arzneipflanzen des Jahres aus. Im Jahr 2009 wurde der Fenchel (Foeniculum vulgare) zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

  30. Die Spinne des Jahres 2009 ist die Dreiecksspinne (Hyptiotes paradoxus).

  31. Der NHV Theophrastus hat durch eine Jury die Ringelblume (Calendula officinalis) zur Heilpflanze des Jahres 2009 gekürt.

  32. Der Förderkreis Sporttauchen e.V. (FKS) hat das Durchwachsene Laichkraut (Potamogeton perfoliatus) zur Wasserpflanze des Jahres 2009 gewählt. Das Durchwachsene Laichkraut hat sein Vorkommen in oligo-, meso- und eutrophen Seen, Altwässern und Flüssen. Die natürlichen Vorkommen sind vielerorts durch Eutrophierung verschwunden.

  33. Der Verband Deutscher Sportfischer, das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, das Bundesamt für Naturschutz und der Verband Deutscher Sporttaucher und der Schweizerische Fischereiverband haben den Aal (Anguilla anguilla) zum Fisch des Jahres 2009 gewählt. Die Bestände des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) sind fast im gesamten Verbreitungsgebiet erheblich zurückgegangen. Die Wahl zum Fisch des Jahres soll dazu beitragen den Europäischen Aal besser zu schützen.

  34. Das männliche Knabenkraut (Orchis mascula) wurde zur Orchidee des Jahres 2009 von den Arbeitskreisen Heimischer Orchideen (AHO)gekürt. Mit der Wahl wird auf die Schönheit der Pflanzenfamilie aufmerksam gemacht und für deren Schutz und den Erhalt ihrer Lebensräume aufgerufen.

  35. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e.V. (GEH) hat das Alpine Steinschaf zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres gewählt.

  36. Der Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge und der Naturpark Rheinland sind die Gewinner des Wettbewerbs "Naturpark.2009.Nordrhein-Westfalen". Das gab NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg am 16. Mai 2008 in Düsseldorf bekannt.

  37. Das Gemeine Weißmoos (Leucobryum glaucum) wurde von der Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) zum Moos des Jahres 2009 gekürt.

  38. Die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) hat die Echte Rentierflechte (Cladonia rangiferina) zur Flechte des Jahres 2009 gewählt.

  39. Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit hat US-Präsident George W. Bush ein Gebiet von rund 500.000 Quadratkilometern im Südpazifik zum Naturschutzgebiet erklärt. Das derzeit weltweit größte Meeresschutzgebiet umfasst drei neue Reservate: das Marianas Trench Marine National Monument, das Pacific Remote Islands Marine National Monument und das Rose Atoll Marine National Monument. Künftig wird der Meeresbergbau und die gewerbliche Fischerei nur eingeschränkt in den Gebieten erlaubt sein.

  40. Für seinen Neubau in Dessau-Roßlau hat das Umweltbundesamt von Bundesbauminister Tiefensee und Prof. Sobek, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), das Deutsche Gütesiegel für nachhaltiges Bauen in Gold verliehen bekommen. Das Gütesiegel des Bundesbauministeriums und der DGNB zeichnet vorbildliche Verwaltungs- und Büro-Neugebäude aus. Es berücksichtigt ökologische, ökonomische und soziokulturelle Kriterien ebenso wie den Standort, die Planung und die technische Ausführung.