1. Die ostdeutschen Umweltämter werden in die westdeutsche Struktur überführt. Das Umweltbundesamt beginnt mit einer umfassenden Bestandsaufnahme der ökologischen Altlasten, für deren Sanierung von der Bundesregierung allein im Bereich Braunkohlebergbau zwischen 1992 und 1997 rund 1,5 Mio DM zur Verfügung gestellt werden. Problemlos gestaltet sich der Übergang einiger Gesetze.

  2. Baum des Jahres 1990 ist die Buche (Fagus sylvatica).

  3. Die Sandknöpfchen (Jasione montana) wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen zur Blume des Jahres 1990 gewählt.

  4. Vogel des Jahres 1990 ist der Pirol (Oriolus oriolus).

  5. Orchidee des Jahres ist die Pyramidenorchis.

  6. Gefährdete Nutztierrasse des Jahres ist das Angler Sattelschwein.

  7. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Vorarbeiten auch des Umweltbundesamtes beschließt die Bundesregierung, die Emission des Treibhausgases Kohlendioxid in Deutschland bis zum Jahr 2005 um 25% im Vergleich zu 1990 zu senken. Deutschland wird damit weltweit zum Vorreiter im Klimaschutz.

  8. Landschaft des Jahres ist der Neusiedlersee.

  9. Biotop des Jahres ist das Röhricht.

  10. Im Südpazifik hindert die Rainbow Warrior die Treibnetzflotten Japans und Taiwans daran, ihre kilometerlangen "Todeswände" auszulegen. Im Sommer verkündet Japan das Ende der Treibnetzfischerei im Südpazifik.

  11. § 1 Zweck dieses Gesetzes ist es sicherzustellen, dass bei den in der Anlage aufgeführten Vorhaben zur wirksamen Umweltvorsorge nach einheitlichen Grundsätzen 1. die Auswirkungen auf die Umwelt frühzeitig und umfassend ermittelt, beschrieben und bewertet werden, 2. das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung so früh wie möglich bei allen behördlichen Entscheidungen über die Zulässigkeit berücksichtigt wird.

  12. Die Beluga, ein Schiff von Greenpeace, beginnt ihre zweimonatige Elbtour mit Protestaktionen gegen Flussverschmutzer in Ost- und Westdeutschland.

  13. § 1 Zweck dieses Gesetzes ist, 1. Leben und Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen sowie die sonstige Umwelt in ihrem Wirkungsgefüge und Sachgüter vor möglichen Gefahren gentechnischer Verfahren und Produkte zu schützen und dem Entstehen solcher Gefahren vorzubeugen und 2. den rechtlichen Rahmen für die Erforschung, Entwicklung, Nutzung und Förderung der wissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Gentechnik zu schaffen.

  14. § 1 Der Bund wird unter dem Namen "Deutsche Bundesstiftung Umwelt" eine rechtsfähige Stiftung des bürgerichen Rechts errichten.

  15. Aus Protest gegen russische Atomtests auf Novaja Semlja fährt Greenpeace ins arktische Eismeer. Militär stürmt das Schiff und nimmt die Besatzung fest. Nach internationalen Protesten werden Schiff und Crew nach vier Tagen entlassen.

  16. Mit dem Inkrafttreten des Vertrags zur deutschen Einheit gilt das bundesdeutsche Umweltrecht sowie das der europäischen Gemeinschaft grundsätzlich in ganz Deutschland. Durch Anpassungsvorschriften wird der besonderen Situation in den neuen Ländern Rechnung getragen.

  17. Mit der Resolution 44/236 vom 22. Dezember 1989 ernannte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den zweiten Mittwoch im Oktober zum Internationalen Tag der Naturkatastrophenvorbeugung. Dieser Aktionstag sollte während der Internationalen Dekade zur Reduzierung von Naturkatastrophen (IDNDR 1990-1999) jährlich begangen werden. Im Jahr 2001 entschied die Generalsammlung den Internationaler Tag beizubehalten (Resolution 56/195 vom 21. Dezember 2001).

  18. Vom 29. Oktober bis zum 7. November 1990 trafen sich Experten und Regierungsvertreter erneut bei der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf zur Zweiten Weltklimakonferenz (SWCC). Im selben Jahr legte der IPCC auch seinen Ersten Sachstandsbericht zur Klimaforschung vor. Wichtige Themen waren die Veränderungen in der Zusammensetzung der Erdatmosphäre und die Auswirkungen auf die Klimaentwicklung. Als Resultat gab diese Konferenz unter anderem den Anstoß für die UN-Rahmenklimakonvention (United Nations Convention on Climate Change, UNFCCC) und zur Einrichtung des globalen Klimabeobachtungssystems (Global Climate Observing System, GCOS).

  19. §1 Dieses Gesetz regelt die Abnahme und die Vergütung von Strom, der ausschließlich von Wasserkraft, Windkraft, Sonnenenergie, Deponiegas, Klärgas oder aus Biomasse im Geltungsbereich des Gesetzes gewonnen wird, durch öffentliche Elektrizitätsversorgungsunternehmen. Das Gesetz wurde im Jahre 2000 durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ersetzt.

  20. § 1 Wird durch eine Umwelteinwirkung die von einer im Anhang genannten Anlage ausgeht, jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist der Inhaber der Anlage verpflichtet, dem Geschädigten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

  21. Das Verbrennungsschiff "Vulkanus II" verlässt Antwerpen zu seiner letzten Fahrt - danach gilt der weltweite Verzicht auf Verbrennung von Giftmüll auf hoher See.

  22. Gefährdete Nutztierrasse des Jahres ist das Rhönschaf.

  23. Das Übereinkommen zum Schutz der Alpen hat den Erhalt und Schutz der Alpen unter umsichtiger und nachhaltiger Nutzung der Ressourcen zum Ziel. Es ist rechtlich verbindlich im Sinne des Völkerrechts.

  24. Von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen wurde zur Blume des Jahres 1991 der Rosmarinheide (Andromeda polifolia)ausgewählt.

  25. Baum des Jahres 1991 ist die Sommerlinde (Tilia platyphyllos).

  26. Biotop des Jahres ist der Magerrasen.

  27. Landschaft des Jahres ist die Eifel und die Ardennen.

  28. Orchidee des Jahres ist das Kleine Knabenkraut.

  29. Vogel des Jahres 1991 ist das Rebhuhn (Perdix perdix).

  30. Die Ölpest am Persischen Golf im Jahr 1991 als Folge des Zweiten Golfkriegs gilt als eine der größten maritimen Ölkatastrophen. Betroffen waren vor allem Südkuwait und Saudi-Arabien. Knapp eine Milliarde Liter Rohöl (etwa 860.000 Tonnen) wurden freigesetzt, unter anderem aus mehreren Tankern und Ölterminals, und gelangten in den Golf vor der Küste Kuwaits. Insbesondere die Salzmarschen der Arabischen Küste sind weiterhin schwer geschädigt.

  31. In Espoo (Helsinki, Finnland) wurde die UN ECE Konvention über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) im grenzüberschreitenden Rahmen (Espoo-Konvention) unterzeichnet. Die Espoo-Konvention ist ein Instrument der UN-Wirtschaftskommission für Europa (ECE), das die Beteiligung betroffener Staaten und deren Öffentlichkeit an UVP-Verfahren bei Vorhaben in anderen Staaten mit möglicherweise erheblichen grenzüberschreitenden Auswirkungen zwischen den ECE-Staaten regelt. Die Espoo-Konvention erlangte ihre Verbindlichkeit nach Ratifizierung von mind. 16 Staaten und ist seit 10. September 1997 in Kraft.

  32. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist eine der größten Stiftungen in Europa. Sie fördert innovative beispielhafte Projekte zum Umweltschutz. Seit der Gründung im Jahr 1991 hat sie über 6200 Projekte mit über 1,2 Mrd. Euro Fördervolumen unterstützt. Sie fördert Projekte aus den Bereichen Umwelttechnik, Umweltforschung/Naturschutz und Umweltkommunikation

  33. Greenpeace veröffentlicht "Das Plagiat", die weltweit erste Zeitschrift auf chlorfrei gebleichtem Tiefdruckpapier, als exakte Kopie des Magazins "Der Spiegel". Dieser ahmt seinerseits im November 1992 das Plagiat nach und erscheint erstmals auf chlorfrei gebleichtem Papier. Die chlorfreie Ware hat den Durchbruch geschafft und wird bei den Verlagen nach und nach zum Standard.

  34. Greenpeace kann im belgischen Hafen Dünkirchen 18 Stunden lang einen Transport mit Brennstäben aus dem deutschen Atomkraftwerk Unterweser blockieren, der in die britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield gehen soll.

  35. Das Fährschiff "Moby Prince" rammt den Tanker "Agip Abruzzo". Es gibt 140 Tote, das Mittelmeer wird durch eine größere Menge Öl verschmutzt.

  36. Der Tanker "Haven" gerät in Brand und versinkt mit 143 000 t Rohöl im Mittelmeer.

  37. Das Wiener Übereinkommen wird national mit Hilfe dieses Gesetzes durchgesetzt. Verordnungen dieser Art haben zur Folge, dass verglichen mit 1986 der weltweite FCKW-Einsatz um über 40%, in Deutschland sogar um mehr als 95%, zurückgegangen ist.

  38. Der mit 260 000 t Öl beladene Tanker "ABT Summer" gerät vor der Küste Angolas in Brand.

  39. Vor 25 Jahren wurde am 10. August 1991 die deutsche Arktis-Station auf Spitzbergen von den damaligen Direktoren des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Prof. Gotthilf Hempel und Dr. Rainer Paulenz, sowie Staatssekretär Bernd Neumann offiziell eröffnet. Die Koldewey-Station entstand in Zusammenarbeit mit dem norwegischen Polarinstitut und der norwegischen Betriebsfirma Kingsbay und mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Sie war die erste nicht-norwegische Station in Ny-Ålesund mit ganzjährigem Betrieb. Im Jahre 2003 wurden die Stationen „Koldewey“ und „Rabot“ zur modernen deutsch-französischen Gemeinschaftsstation AWIPEV zusammengelegt. Das AWI hatte 1988 mit ersten saisonalen Forschungsarbeiten in Ny-Ålesund, Spitzbergen begonnen. Die wissenschaftliche Motivation war die Erforschung der arktischen Ozonschicht, speziell im Winter und Frühjahr, sodass ein Überwinterungsbetrieb notwendig wurde. Mit der Etablierung der Station und den guten Arbeitsmöglichkeiten vor Ort konnte das wissenschaftliche Aufgabenspektrum sehr schnell um atmosphären-chemische, biologische und geo-physikalische Themen erweitert werden. Bis heute sind die Themenfelder Klimaänderung und ihre Auswirkungen auf das Leben in der Arktis die Kerne der Observatorien- und Projekt-Arbeiten an der AWIPEV-Station.

  40. Seit 1991 veranstaltet das Stockholm International Water Institute (SIWI) diese öffentliche Jahresveranstaltung. Sie begann als Stockholm Water Symposium vom 12. August - 15. August 1991, seit 2005 wurde sie durch die Weltwasserwoche ersetzt. Das interdisziplinäre Forum bietet Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen die Möglichkeit, globale Lösungsansätze zum Thema Wasser und Entwicklung zu erarbeiten.