1. Am 5. August 1975 wurde in Kattenhorn am Bodensee die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gegründet, damals unter dem vorläufigen Namen „Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Umweltschutzes e.V.“. Seit 2004 ist die DUH auch klageberechtigter Verbraucherschutzverband und gehört inzwischen zu den großen Umwelt- und Naturschutzorganisationen in Deutschland. 2015 beschäftigt sie über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an fünf Standorten. In ihren Anfangsjahren konzentriert sich die DUH auf den Aufbau einer modernen Umweltbildung als Grundlage für jedes konkrete Handeln und die Finanzierung von Naturschutzprojekten. In der Bodensee-Region um den Gründungsort Radolfzell ist die DUH bis heute stark verankert und mit einer Geschäftsstelle vertreten. Dort startet sie in den späten 80er Jahren das Bodensee-Umweltschutzprojekt, um eine „nachhaltige Regionalentwicklung“ zu initiieren. Später gehen daraus die „Bodensee-Stiftung für Natur und Kultur“ sowie die internationale Umweltstiftung „Global Nature Fund“ mit dem über 50 Länder umspannenden Seennetzwerk „Living Lakes“ hervor. Bereits seit den 80er Jahren in Berlin vertreten, baut die DUH mit dem Regierungsumzug ihre dortige Geschäftsstelle aus. Weitere Büros bestehen in Hannover, Erfurt und Köthen. Seit über 30 Jahren liegt ein thematischer Schwerpunkt der DUH in der Ressourceneffizienz.

  2. Gründung des Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland (BUND) durch Horst Stern, Prof. Bernhard Grzimek, Dr. Herbert Gruhl und weitere 19 Gründungsmitglieder in Marktheidenfeld. 1977 Umbenennung des Verbandes in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

  3. Der Rat der Europäischen Gemeinschaften hat die Richtlinie 75/442/EWG über Abfälle am 15. Juli 1975 erlassen. Die Abfallrahmenrichtlinie legt den grundlegenden Rechtsrahmen für die Abfallwirtschaft in der Gemeinschaft fest.

  4. Ziel der ersten Aktion ist die sowjetische Fangflotte vor der kalifornischen Küste. Mit Schlauchbooten manövrieren sich Greenpeacer zwischen Wal und Harpune. Filmaufnahmen der Aktion alarmieren die ganze Welt.

  5. § 1 Zweck dieses Gesetzes ist insbesondere, 1. den Wald wegen seines wirtschaftlichen Nutzens (Nutzfunktion) und wegen seiner Bedeutung für die Umwelt (...) zu erhalten, erforderlichenfalls zu mehren und seine ordnungsgemäße Bewirtschaftung nachhaltig zu sichern, 2. die Forstwirtschaft zu fördern und 3. einen Ausgleich zwischen dem Interesse der Allgemeinheit und den Belangen der Waldbesitzer herbeizuführen.

  6. Der Tanker Jakob Maersk verliert durch Brand und Explosionen nach Strandung vor der Atlantik-Küste Portugals 88 000 t Öl.

  7. Zusammenhänge zwischen der Zerstörung der Ozonschicht und der Freisetzung von Treibgasen werden wissenschaftlich nachgewiesen.

  8. Herbert Gruhl (1921 - 1993), damals Bundestagsabgeordneter der CDU, veröffentlicht sein Buch.

  9. Vogel des Jahres 1975 ist der Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria).

  10. Der Welternährungsrat wird auf Empfehlung der Welternährungskonferenz in Rom gegründet. Er ist das oberste Leit- und Koordinierungsgremium der verschiedenen UN-Organisationen zur Lösung des Welternährungsproblems.

  11. Die Konferenz widmet sich der Koordination von Maßnahmen zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung. Die Gründung des Internationalen Fonds für Agrarentwicklung (IFAD) und eines Welternährungsrates wird beschlossen.

  12. Am 9. August 1974 läuft der niederländische Tanker Metula in der Magellanstraße auf Grund. Rund 53.000 Tonnen Rohöl laufen aus.

  13. Im Geschäftsbereich des Bundesinnenministerium wird eine selbstständige Bundesoberbehörde unter der Bezeichnung "Umweltbundesamt" errichtet. Nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wird das Umweltbundesamt in den Verantwortungsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit integriert.

  14. § 1.(1) Im Geschäftsbereich des Bundesministers für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist eine selbstständige Bundesoberbehörde unter der Bezeichnung "Umweltbundesamt" errichtet.

  15. § 1 Zweck dieses Gesetzes ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen und, soweit es sich um genehmigungsbedürftige Anlagen handelt, auch vor Gefahren, erheblichen Nachteilen und erheblichen Belästigungen, die auf andere Weise herbeigeführt werden, zu schützen und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorzubeugen. Das Gesetz ist die rechtliche Basis für zahlreiche Regelungen in der Luftreinhaltung, dem Lärmschutz und der Anlagensicherheit, die in den folgenden Jahren spezifiziert und erweitert werden.

  16. Vogel des Jahres 1974 ist die Mehlschwalbe (Delichon urbica) .

  17. Der zweite Bericht "Menschheit am Wendepunkt" an den Club of Rome zur Weltlage von Mihailo Mesarovic und Eduard Pestel erscheint.

  18. Das europäische Umweltbüro hat Mitglieder aus 81 Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Die Bündelung des Einflusses der europäischen Umwelt- und Naturschutzverbände für eine bessere EG-Politik im Umwelt- und Naturschutz, insbesondere im Hinblick auf den UNCED-Nachfolgeprozess, ist das Ziel des Büros.

  19. Das erste Umweltgutachten des Rates von Sachverständigen für Umweltfragen wird erstellt.

  20. Auf der UNO-Konferenz wird den Regierungen ein Weltbevölkerungsaktionsplan empfohlen, um das Problem des Bevölkerungswachstums besser beurteilen zu können.

  21. L. S. Rowland und M. J. Molina weisen als warscheinlich nach, dass die langlebigen, weil auf der Erdoberfläche recht stabilen, Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) das Ozon der Stratosphäre zerstören.

  22. Der Tanker "Metula" verliert vor in der Magellanstraße zwischen Feuerland und Chile 50 000 t Öl.

  23. Greenpeace segelt zum zweiten Mal zu dem Atoll in Französisch-Polynesien. Französische Soldaten entern die Yacht und verprügeln McTaggert. Es gelingt, Fotos vom Überfall von Bord zu schmuggeln. Sie gehen um die Welt. Frankreich bricht diese Testserie ab.

  24. Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen hat sich als Ziel den Schutz bestimmter Arten freilebender Tiere und Pflanzen vor übermäßiger Ausbeutung durch den internationalen Handel gesetzt. Das Übereinkommen ist rechtlich verbindlich im Sinne des Völkerrechts.

  25. Vogel des Jahres 1973 ist der Eisvogel (Alcedo atthis).

  26. Die Europäische Union startet ihr erstes Umwelt-Aktionsprogramm.

  27. Am 19. Dezember 1972 kollidierte der südkoreanische Tanker Sea Star mit dem brasilianischen Tanker Horta Borsa im Golf von Oman. 115.000 Tonnen Rohöl liefen aus.

  28. Wesentliches Ziel des Übereinkommens ist der Schutz des Naturerbes (einmalige Naturlandschaften und geologische Formationen), von Kulturlandschaften und Kulturgütern von überragender weltweiter Bedeutung. Das Übereinkommen ist rechtlich verbindlich im Sinne des Völkerrechts.

  29. Greenpeace weitet seine Proteste auf die französischen Atomtests in Französisch-Polynesien aus. Wochenlang behaupten sie ihre Position 15 Seemeilen vor dem Atoll. Dann hören sie eine Explosion. Sie ahnen nicht, dass in ihrer Nähe bereits radioaktiver Staub niedergeht. 2 Stunden später rammt sie ein französisches Kriegsschiff in internationalen Gewässern. Die Crew muss sich aufgrund der Beschädigungen an ihrer Yacht nach Moruroa schleppen lassen.

  30. Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) feierte am 24. Juni 2012 sein 40-jähriges Jubiläum. Der BBU wurde am 24. Juni 1972 von Bürgerinitiativen, Umweltgruppen und Friedensinitiativen vor dem Hintergrund des drohenden Baus eines Atomkraftwerks in Wyhl gegründet. Der BBU war zunächst einer der ersten und zudem der größte bundesweit arbeitende Umweltverband. Zu den Mitgliedern des BBU gehören heute ebenso örtliche Bürgerinitiativen wie große Verbände wie etwa Greenpeace und Robin Wood. Der BBU ist ein überparteilicher Zusammenschluss und als Verein gemeinnützig anerkannt.

  31. Hier wird die Gründung des Umweltprogramms der UN beschlossen (United Nations Environment Programme UNEP) und der internationale Tag der Umwelt für den 5. Juni festgelegt. Auf der Konferenz wird außerdem der Beschluss gefasst, Wissenschafts-Organisationen außerhalb des UN-Systems zur Verwirklichung des Aktionsplanes mit einzubeziehen ("Paralleler Aktionsplan" der Wissenschafts-Organisationen). Des Weiteren möchte man versuchen, verstärkt als Vermittler zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufzutreten.

  32. Der Internationale Tag der Umwelt wird jedes Jahr am 5. Juni in mehr als 100 Ländern der Erde gefeiert. Das Datum erinnert an die Eröffnung der ersten Umweltkonferenz der Vereinten Nationen und an den Beschluss der Gründung des UN-Umweltprogramms (UNEP) im Jahr 1972 in Stockholm. Alljährlich wird für die internationalen Feierlichkeiten eine andere Stadt als Hauptschauplatz ausgewählt. Mit dem Internationalen Tag der Umwelt will die UN weltweit die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Umwelt lenken und politische und öffentliche Aktivitäten zu ihrem Schutz anregen. Seit dem Beschluss der 6. Bund-Länder-Umweltminister-Konferenz 1976 wird der Tag der Umwelt auch in der Bundesrepublik Deutschland begangen.

  33. Das Übereinkommen zur Erhaltung der antarktischen Robben (CCAS) wurde 1972 als Zusatzprotokoll zum Antarktisvertrag geschlossen. Deutschland ist dem Übereinkommen 1987 beigetreten. Es dient dem Schutz der Robben in dem Gebiet südlich des 60. Breitengrades südlicher Breite.

  34. Der Tag des Artenschutzes wurde 1973 im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) eingeführt und findet jährlich am 3. März statt. Das Übereinkommen zielt auf den Schutz bedrohter wildlebender Tier- und Pflanzenarten ab, welche durch internationale Handelsinteressen gefährdet sind. Unter Artenschutz sind Schutz-, Pflege- und Förderungsmaßnahmen wildlebender bedrohter Arten, sowie die Schaffung von Erhaltungs-, Rückzugs- und Ausbreitungsgebieten zu verstehen.

  35. EU

    Seit 1972 hat die EU über 200 Richtlinien und Verordnungen zum Umweltschutz erlassen, die zu den wichtigsten Rechtsquellen des Umweltrechts auch in Deutschland gehören.

  36. Der Umweltschutz wird auf diesem Gipfel zur politischen Realität.

  37. Die Verabschiedung des Abfall-Beseitigungsgesetzes führt zu grundsätzlichen Veränderungen in der Müllbeseitigung. Existierten bis 1972 mehr als 50.000 ungeordnete Müllkippen in der Bundesrepublik, werden nun ca. 1000 geordnete Deponien für die Abfallbeseitigung in Anspruch genommen. Das Abfall-Beseitigungsgesetz wurde seitdem mehrfach novelliert.

  38. EU

    Seit 1972 hat die EU über 200 Richtlinien und Verordnungen zum Umweltschutz erlassen, die zu den wichtigsten Rechtsquellen des Umweltrechts auch in Deutschland gehören.

  39. Dieses Programm wurde auf Grund eines Beschlusses der UN-Umweltkonferenz in Stockholm ins Leben gerufen. Ziele sind die Unterstützung nationaler Aktivitäten und regionaler Zusammenarbeit im Umwelt- und Naturschutz sowie die Entwicklung, Bewertung und Überwachung des internationalen Umwelt- und Naturschutzrechts. Das Umweltprogramm startet zu diesem Zweck Regionalprogramme, berät Regierungen, finanziert Weiterbildungsprogramme und hat Datenbanken und Umweltlageberichte zur fachlichen Grundlage ihres Handelns erstellt. Exekutivdirektor ist seit Februar 1998 der ehemalige deutsche Umweltminister Professor Klaus Töpfer.

  40. Vogel des Jahres 19972 ist der Steinkauz (Athene noctua).