1. Die Deutsche Gesellschaft für Protozoologie hat das Sonnetierchen (Actinophrys sol) zum Einzeller des Jahres 2013 gekürt. A. sol ist ein relativ häufig auftretender Einzeller des Süßwassers. Die im Durchmesser 40–50 μm großen Lebewesen findet man in allen Gewässertypen.

  2. Der Mindelsee bei Radolfzell in Baden Württemberg ist der "Lebendige See des Jahres 2013“. Vergeben wurde der Titel zum dritten Mal anlässlich des Weltwassertags am 22. März 2013 von der Umweltschutzorganisation Global Nature Fund. Der Mindelsee gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten Deutschlands und weist eine große Artenvielfalt auf.

  3. Die selten gewordene Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) wurde vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO, Libellenkundler) zur Libelle des Jahres 2013 gewählt.

  4. Europäische Spinne des Jahres 2013 ist die Gemeine Tapezierspinne (Atypus affinis). Die Gemeine Tapezierspinne gehört zur Familie der Tapezierspinnen (Atypidae). Diese sind die einzigen Vertreter in Europa, die den Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae) angehören, charakterisiert durch die waagrecht nach vorne stehenden (orthognathen) Giftklauen.

  5. Der Igelschlauch (Baldellia ranunculoides) aus der Familie der Froschlöffelgewächse ist die Wasserpflanze des Jahres 2013. Der Igelschlauch wird als in Deutschland stark gefährdete Art in der Roten Liste gefährdeter Arten geführt und steht unter Naturschutz. Er ist vor allem durch die Zerstörung seiner natürlichen Lebensräume gefährdet und in manchen Gebieten vom Aussterben bedroht.

  6. Im Rahmen der 10. Hymenopterologen-Tagung am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart wurde am 07. Oktober 2012 die Wildbiene des Jahres 2013 der Öffentlichkeit präsentiert. Die Wahl fiel auf die heimische Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor).

  7. Der Silberkerzenkaktus (Cleistocactus strausii) ist Kaktus des Jahres 2013.

  8. Der Gewässertyp des Jahres 2013 sind die Fließgewässer des südlichen Alpenvorlandes. Dieser Typ kommt in zwei Ausprägungen in Deutschland vor, die sich hinsichtlich ihrer Größe unterscheiden und in der Fachsprache als Bäche der Jungmoräne des Alpenvorlandes (Untertyp 3.1) und als Kleine Flüsse der Jungmoräne des Alpenvorlandes (Untertyp 3.2) bezeichnet werden. Die Umweltsituation vieler Bäche und Flüsse im südlichen Alpenvorland Deutschlands ist „gut“. Sie fließen in den Ablagerungen der letzten Eiszeit, in unmittelbarer Nachbarschaft der großen Seen der Voralpen. Zu ihnen gehören beispielsweise die Zuflüsse zum Ammersee, die Attel oder der Unterlauf der Loisach sowie die Bodenseezuflüsse Argen und Schussen. 57 Prozent – und damit der überwiegende Teil der Bäche und Flüsse des südlichen Alpenvorlandes – befinden sich bereits im sogenannten guten ökologischen Zustand und erfüllen damit die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie, was bisher nur an jedem zehnten Fließgewässer in Deutschland gelingt. Allen Gewässern dieses Typs wurde ein chemisch guter Zustand bescheinigt.

  9. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat das Mauswiesel (Mustela nivalis), auch Zwerg- oder Kleinwiesel genannt, zum Tier des Jahres 2013 gewählt.

  10. Der Global Nature Fund (GNF) ernannte den Lake Winnipeg am Welttag der Feuchtgebiete zum „Bedrohten See des Jahres 2013". Der Winnipegsee liegt in der kanadischen Provinz Manitoba. Trotz der geringen Bevölkerungsdichte in seinem Wassereinzugsgebiet von nur sieben Einwohnern pro km² bedrohen Nährstoff- und Pestizideinträge aus der Landwirtschaft, Abwassereinleitungen und fehlende Schutzstrategien die Zukunft des Lake Winnipeg. Der Eintrag all dieser Stoffe verursacht ein immer stärkeres Algenwachstum im See, welches das Nahrungangebot im See aus dem Gleichgewicht bringt und für den Menschen giftig sein kann. Die zunehmende Häufigkeit von Überschwemmungen zusammen mit dem Klimawandel, dem Austrocknen von Feuchtgebieten, dem Eindringen fremder Arten und der Regulierung des Wasserpegels haben weitere negative Auswirkungen auf den See.

  11. Der Naturheilverein NHV THeophrastus gab am 5. Juni 2012 anlässlich des Heilkräuter-Fachsymposiums im Kloster St. Marienstern in der Lausitz die Heilpflanze des Jahres 2013 bekannt. Die Damaszener-Rose (Rosa damascena) zeichnet sich neben einem besonderen Wohlgeruch aus, dass sie entzündungshemmend, krampflösend, fiebersenkend wirkt. Das ätherische Öl der Damaszener-Rose hebt die Stimmung, lindert nervöse Herzbeschwerden und harmonisiert die Nerven.

  12. Im Jahr 2013 hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte den Hund - vertreten durch den Beagle- zum Versuchstier des Jahres gewählt. Hunde werden immer noch in belastenden Giftigkeitsprüfungen eingesetzt. Weil sie duldsam, robust und als „Meutehunde“ besonders verträglich gegenüber Artgenossen sind, werden bevorzugt reinrassige Beagles sowie Beagle-Mischlinge oder Foxhounds verwendet.

  13. Zum neunten Mal rief der Botanische Sondergarten Wandsbek alle Interessierten auf, sich an der Wahl zur Giftpflanze des Jahres zu beteiligen. Für 2013 ist der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) zur Giftpflanze des Jahres gewählt worden.

  14. Die Europäische Auster (Ostrea edulis) wurde als Weichtier des Jahres 2013 gewählt. Ihre Bestände sind durch Einwirkungen des Menschen gefährdet, da sie als Delikatesse bekannt ist und verwandte Arten aufgrund vielfältiger Verschleppungen und Freisetzungen sehr bedeutsam für die Meereslebensräume sind. In der Roten Liste in Deutschland ist die Europäische Auster als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

  15. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. hat die Höhlenpilzmücke (Speolepta leptogaster) zum Höhlentier des Jahres 2012 gewählt.Die Höhlenpilzmücke wurde im Jahre 1863 erstmals beschrieben. Zu diesem Zeitpunkt waren lediglich zwei Exemplare dieser Art bekannt, was wohl in der Hauptsache auf die versteckte Lebensweise dieser Tiere zurückzuführen war. Die Tiere leben ganzjährig in Naturhöhlen, Bergwerken und Felsenkellern.

  16. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) hat das Leineschaf im ursprünglichen Typ zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2013“ erklärt.

  17. Der Solling ist Deutschlands Waldgebiet des Jahres 2013. Das ist das Ergebnis einer mehrwöchigen Abstimmung im Internet. Fast die Hälfte aller 14.150 abgegebenen Stimmen fielen auf das Waldgebiet im Süden Niedersachsens. Insgesamt hatten sich sechs Waldgebiete aus ganz Deutschland beworben.

  18. Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz haben die in Deutschland vom Aussterben bedrohte Bekassine (Gallinago gallinago) zum Vogel des Jahres 2013 gewählt. In Deutschland leben derzeit nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare – etwa die Hälfte des Bestandes von vor 20 Jahren. Die Bekassine soll als Botschafterin für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen werben.

  19. Die Schlingnatter ist eine der am weitesten verbreiteten Schlangenarten Europas. Dennoch ist sie vielen Naturinteressierten kaum bekannt. Dies liegt in erster Linie an ihrer versteckten Lebensweise, zudem wird die harmlose, ungiftige Art nicht selten mit der ähnlich gezeichneten und wesentlich bekannteren Kreuzotter verwechselt. Die Schlingnatter gilt in unseren Breiten vor allem aufgrund von Lebensraumverlust als selten und ist in vielen Gebieten bedroht. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat daher nun die Schlingnatter (Coronella austriaca) zum Reptil des Jahres 2013 ernannt.

  20. Die Forelle ist zum Fisch des Jahres 2013 gewählt worden. Die zur Familie der Lachsfische (Salmonidae) zählende Forelle gehört wohl zu den bekanntesten heimischen Fischarten. Je nach Lebensweise unterscheidet man drei verschiedene Formen der gleichen Art: Die Bachforelle, die in der Regel ständig in Fließgewässern lebt, die Seeforelle, die in Süßwasserseen vorkommt, zum Laichen aber in die Zuflüsse aufsteigt, und die Meerforelle, die einen Teil ihres Lebens im Salzwasser verbringt und in Lebensweise und Verhalten dem atlantischen Lachs ähnlich ist. Auf der Basis neuerer genetischer Erkenntnisse wird auch die These dreier verschiedener Arten diskutiert.

  21. Die Loki Schmidt Stiftung hat das Leberblümchen (Hepatica nobilis) zur Blume des Jahres 2013 ernannt. Damit soll für den Schutz dieser bedrohten Pflanze geworben werden, die in vielen Bundesländern bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt wird. Die Blume des Jahres repräsentiert immer auch einen bedrohten Lebensraum. Beim Leberblümchen sind dies alte Buchen- und Laubmischwälder, die einen kalk- und humusreichen Boden haben.

  22. Der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter (Boloria selene) ist zum Schmetterling des Jahres 2013 gekürt worden. Seit 2003 kürt die BUND NRW Naturschutzstiftung in Abstimmung mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen den Schmetterling des Jahres.

  23. Das Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) wurde zur Orchidee des Jahres 2013 gewählt. Wie andere Orchideen gehört das Purpurne Knabenkraut zu den gefährdeten Arten, deren Bestände und vor allem Lebensräumen die Aufmerksamkeit im Jahr 2013 gelten sollte.

  24. Die Gebänderte Flussköcherfliege (Rhyacophila) ist das Insekt des Jahres 2013. Das Kuratorium Insekt des Jahres wählte stellvertretend für die über 300 Arten der Köcherfliege in Mitteleuropa die Gebänderte Flussköcherfliege aus.

  25. Algenforscher haben den Einzeller Lingulodinium polyedrum zur Alge des Jahres 2013 gewählt. Die Wissenschaftler, die den Dinoflagellaten auswählten und in der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft organisiert sind, wollen damit eine Algenart würdigen, deren Leuchtfähigkeit fasziniert, einen ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus hat und als Sensor genutzt wird, wie PD Dr. Mona Hoppenrath vom Deutschen Zentrum für marine Biodiversitätsforschung (DZMB) bei Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven ausführt.

  26. Boden des Jahres 2013 ist der Plaggenesch. Kennzeichen ist eine mehr als 40 cm, teils bis zu 150 cm mächtige humose Bodenschicht. Diese ist im Verlauf der über Jahrhunderte andauernden Plaggenwirtschaft als Folge immer wiederkehrender Bodenaufträge durch den Menschen entstanden.

  27. Wolfsmilch (Euphorbia) wurde zur Staude des Jahres 2013 gewählt. Die Gattung Wolfsmilch ist mit einer Zahl von weltweit über 2000 Arten unvergleichlich vielfältig.

  28. Dr. Silvius Wodarz, Präsident der Baum des Jahres Stiftung hat am 25.10.12 in Berlin den vom Kuratorium Baum des Jahres vorgeschlagenen Wild-Apfel, Malus sylvestris, zum Baum des Jahres 2013 ausgerufen. Damit wurde zum 25. Male ein „Baum des Jahres“ proklamiert.

  29. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Braungrünen Zärtling zum Pilz des Jahres 2013 gewählt.

  30. Die bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa BLAM wählte Peltigera didactyla zur Flechte des Jahres 2013. Peltigera didactyla ist eine Art aus der Gattung der "Hundsflechten", für die kein gebräuchlicher deutscher Name existiert.

  31. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg hat die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus ) zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt.

  32. Zum Tag der Allee am 20. Oktober 2013 hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Allee des Jahres 2013 gekürt. Mit der Prämierung der "Allee des Jahres" will der BUND auf die deutschlandweite Gefährdung von Alleenbäumen aufmerksam machen. Ausgezeichnet wurde eine Allee in Nordrhein-Westfalen, die Allee zwischen Augustdorf und Schlangen-Oesterholz am Teutoburger Wald in Nordrhein-Westfalen steht. Sie ist beispielhaft für die Bedeutung von älteren Alleen für die Artenvielfalt. Die Linden der Allee bieten durch Blüte und Höhlenbildung einer Vielzahl von Insekten, Fledermäusen und Vögeln einen Lebensraum.