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2017-04-27

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Die Europäische Kommission forderte Polen auf, vom Holzeinschlag in großem Stil in den Wäldern von Białowieża, einem der letzten Urwaldgebiete in Europa, das als Teil des Natura-2000-Netzes geschützt ist, Abstand zu nehmen. Am 25. März 2016 beschlossen die polnischen Behörden eine Änderung des Forstwirtschaftsplans für die Wälder von Białowieża. Die Entscheidung ermöglicht eine Verdreifachung des Holzeinschlags sowie aktive Forstbewirtschaftungsmaßnahmen in Gebieten, in denen bisher jeder Eingriff ausgeschlossen war. Die polnischen Behörden begründen die Erhöhung des Holzeinschlags mit der Notwendigkeit, den Borkenkäferbefall zu bekämpfen und die Sicherheit der Allgemeinheit zu gewährleisten, die vorliegenden Daten zeigen jedoch, dass diese Maßnahmen nicht mit den Naturschutzzielen für das Gebiet vereinbar sind und über das hinausgehen, was für die sichere Nutzung des Waldes notwendig ist. Der Holzeinschlag dürfte die Bewahrung der natürlichen Lebensräume und der Arten des Natura-2000-Gebiets beeinträchtigen und zu einer irreparablen Schädigung der biologischen Vielfalt führen. Im Juni 2016 übermittelte die Kommission den polnischen Behörden ein Aufforderungsschreiben, in dem sie diese aufforderte, die Erfüllung der Erhaltungs- und Schutzanforderungen der EU-Vorschriften zum Vogelschutz (Richtlinie 2009/147/EG) und zum Schutz natürlicher Lebensräume (Richtlinie 92/43/EWG des Rates) in diesem Gebiet zu gewährleisten. Weil mit dem Holzeinschlag bereits begonnen worden ist und unter anderem hundertjährige und noch ältere Bäume gefällt und Maßnahmen in den natürlichen Lebensräumen durchgeführt wurden, die gemäß den Natura-2000-Bewirtschaftungsplänen streng geschützt werden sollten, übermittelt die Kommission jetzt eine letzte Mahnung. Da eine gravierende irreparable Schädigung des Gebietes droht, hat die Kommission die polnischen Behörden aufgefordert, binnen eines Monats, anstatt wie üblich innerhalb einer Zweimonatsfrist, zu antworten. Falls Polen diesen Verstoß gegen EU-Recht nicht innerhalb der gesetzten Frist abstellt, kann beim Gerichtshof der Europäischen Union Klage erhoben werden.

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The European Commission is requesting Poland to refrain from large scale logging in the Białowieża Forest, one of the last remaining primeval forest complex in Europe and an environmentally protected site, as part of the Natura 2000 network. On 25 March 2016, the Polish authorities adopted a decision approving a modification to the forest management plan for the Białowieża Forest District. The decision allows for a three-fold increase in timber harvesting as well as for active forest management measures in areas which were so far excluded from any intervention. The Polish authorities justify the increased logging by the need to combat the infestation of the bark beetle and to ensure public safety, but the available evidence shows that these measures are not compatible with the conservation objectives of the site and exceed those necessary for ensuring the safe use of the forest. The logging is likely to adversely affect the conservation of the Natura 2000 site's habitats and species as well as cause irreparable biodiversity loss. In June 2016, the Commission sent a letter of formal notice to the Polish authorities urging them to make sure that the conservation and protection requirements of the EU's rules on Birds (Directive 2009/147/EC) and Habitats (Council Directive 92/43/EEC) are complied with on this site. As the logging is already being carried out in the forest, including the removal of 100-year and older trees and operations in the habitats which according to the Natura 2000 management plan should be strictly protected, the Commission is now sending a final warning. Due to the threat of a serious irreparable damage to the site the Commission is urging the Polish authorities to reply within one month instead of a customary two-month deadline. If Poland fails to address this breach of EU law within given time, the case may be referred to the Court of Justice of the EU.

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dct:creator
Meike Wolff
dct:created
2017-04-27T21:36:47+02:00

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