1. Am ersten Tag der Allee hat das Bündnis aus dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Alleenschutzgemeinschaft (ASG), der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SdW) und der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße die „Allee des Jahres“ gekürt. Die Allee 2008 ist auf Rügen und verbindet auf rund sieben Kilometern die Gemeinden Silenz und Neuenkirchen. Sie zeichne sich durch einen alten Bestand besonders schützenswerter Bäume aus. Rund tausend Bergahorn, Spitzahorn, Eschen und Krimlinden, die meisten zwischen 80 und 100 Jahre alt, säumen die Allee.

  2. Nach der Pilotphase begann am 1. Januar 2008 die zweite Handelsperiode im Europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS). Nunmehr gelten europaweit kleinere nationale Emissionsbudgets. Für Deutschland sind es nur noch insgesamt 453 Millionen Emissionsberechtigungen pro Jahr für die Sektoren Industrie und Energieerzeugung. Ein Teil der Emissionsberechtigungen wird nicht mehr kostenlos ausgegeben, sondern verkauft oder versteigert (40 Millionen pro Jahr).

  3. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Bronze-Röhrling (Boletus aereus), auch Schwarzhütiger Steinpilz genannt, zum Pilz des Jahres 2008 gewählt.

  4. Die internationale Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) ernennt das Mahakam-Feuchtgebiet im indonesischen Teil der Insel Borneo zum Bedrohten See des Jahres 2008. Zusammen mit der Partnerorganisation Conservation Foundation for Rare Aquatic Species of Indonesia (RASI) möchte der GNF hierbei auf die drastische Entwaldung durch Brandrodung und Holzeinschlag innerhalb des Feuchtgebietes hinweisen.

  5. Das Kuratorium hat das Mäuseöhrchen (Myosotella myosotis) als Weichtier des Jahres 2008 ausgewählt. Die Schneckenart kommt in küstennahen Salzwiesen vor. Die Wahl macht auf einen gefährdeter Lebensraum mit extremen Umweltbedingungen aufmerksam und stellt die Besonderheiten der an ihn angepassten Weichtiere vor.

  6. Flechte des Jahres ist die Wolfsflechte (Letharia vulpina).

  7. Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF) und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) haben den Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) zum Fisch des Jahres 2008 gewählt. Die Kleinfischart steht seit einiger Zeit auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten .

  8. Der Förderkreis Sporttauchen e.V. (FKS) hat den Gemeinen Schwimmfarn (Salvinia natans) zur Wasserpflanze des Jahres 2008 gewählt.

  9. Riffe sind Frühwarnsysteme für globale Umwelt­verän­derungen. Die Bedeutung von Korallenriffen für Küstenschutz, Fischfang, Medizin, aber auch für Tourismus als Haupteinnahmequelle vieler Regionen macht es notwendig, das Bewusstsein und Verständnis für ihre Funktionen und deren Schutzwürdigkeit zu stärken. Die Internationale Korallenriff-Initiative ("International Coral Reef Initiative") fasste daher auf ihrer Generalversammlung im mexikanischen Cozumel im Oktober 2006 den Beschluss, das Jahr 2008 zum "Internationalen Jahr des Riffes 2008" auszurufen. Das Museum für Naturkunde in Berlin koordiniert die entsprechenden Aktivitäten in Deutschland.

  10. Die UN-Generalversammlung hat das Jahr 2008 zum Internationalen Jahr des Planeten Erde (IYPE) erklärt. Das UN-Jahr soll die Bedeutung und den Nutzen der modernen Geowissenschaften für die Gesellschaft und für eine nachhaltige Entwicklung verdeutlichen. Es ist die bislang größte weltweite Initiative in den Geowissenschaften. Die Veranstaltungen und Projekte erstrecken sich insgesamt über einen Zeitraum von drei Jahren (2007-2009).

  11. Zum 1. Januar 2008 wurden zunächst in den Städten Berlin, Hannover und Köln Umweltzonen für den Kfz-Verkehr in Kraft gesetzt, um die Belastung der Luft mit Feinstaub zu verringern. Eine Umweltzone ist durch Verkehrszeichen und Zusatzzeichen gekennzeichnet. Die Kennzeichnung der Fahrzeuge mit einer Plakette (auf Innenseite der Windschutzscheibe) sowie die Zuordnung der richtigen Plakette zum Fahrzeug sind in der Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung (Kennzeichnungsverordnung) geregelt. Die Plakette ist in allen Umweltzonen in allen Städten Deutschlands gültig.

  12. Schwiegermuttersessel ist Kaktus des Jahres 2008. Als Kaktus des Jahres 2008 symbolisiert Echinocactus grusonii Attraktivität und Kulturwürdigkeit, zugleich aber auch die Gefährdung von Kakteen als Teil der globalen und noch lange nicht vollständig erforschten Biodiversität.

  13. Der Weltbodentag ist ein gemeinsamer Aktionstag für die Ressource Boden. An diesem Tag wird der Boden des Jahres für das folgende Jahr präsentiert. Diese Aktion wurde vom Bundesverband Boden und der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft initiiert und wird vom Umweltbundesamt gefördert. Boden des Jahres 2008 ist die Braunerde.

  14. Das Hübsche Goldhaarmoos (Orthotrichum pulchellum) wurde von der Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM) zum Moos des Jahres 2008 gewählt. Das Vorkommen dieser nordisch-ozeanische Art war bis vor kurzem in Mitteleuropa nur auf die Küstenregionen von Nord- und Ostsee beschränkt. Derzeit ist eine Ausbreitung Richtung Süden ins Landesinnere zu beobachten.

  15. Seit dem Jahr 2000 wird durch den Bund deutscher Staudengärtner alljährlich eine Staude des Jahres ernannt. Die Staude des Jahres 2008 ist die Sonnenbraut(Helenium).

  16. Algenforscher der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft wählen die Zieralge Micrasterias zur Alge des Jahres 2008.

  17. Giftpflanze des Jahres 2008 ist die Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum).

  18. Der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) wurde vom Naturheilverein Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2008 gewählt.

  19. Vogel des Jahres 2008 ist der Kuckuck (Cuculus canorus).

  20. Der Baum des Jahres 2008 ist die Echte Walnuss (Juglans regia).

  21. Der Wisent oder der Europäische Bison ist das Tier des Jahres (Bison bonasus).

  22. Von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt wurde zur Blume des Jahres 2008 die Nickende Distel (Carduus nutans) ausgewählt.

  23. Die Bronzepute ist die Gefährdete Nutztierrasse des Jahres 2008.

  24. Die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) haben das Übersehene Knabenkraut zur Orchidee des Jahres 2008 (Dactylorhiza praetermissa) gewählt. Diese Orchideenart bevorzugt Feuchtwiesen und Niedermoore auf basischen Böden als Standorte. Eine Gefährdung besteht allgemein durch Verbuschung und Eutrophierung.

  25. Die Große Winkelspinne (Tegenaria atrica) ist die Spinne des Jahres 2008.

  26. Der Schmetterling des Jahres ist der Argusbläuling (Plebeius argus).

  27. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg wählt seit 1999 die Arzneipflanzen des Jahres aus. Im Jahr 2008 wurde die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

  28. Das Krainer Widderchen ist das Insekt des Jahres 2008 (Zygaena carniolica).

  29. 2008 ist ein weiterer Froschlurch, der Laubfrosch ausgewählt worden. Damit reagierte der DGHT auf das von der Weltnaturschutzorganisation IUCN und dem Weltzooverband WAZA ausgerufene internationale Jahr des Frosches (Year of the Frog). Der Laubfrosch (Hyla arborea) ist die bekannteste Froschart in Mitteleuropa und die einzige Baum bewohnende Amphibienart Europas. Die Gefährdungsursachen für den Laubfrosch reichen von der direkten Zerstörung der arteigenen Land- und Wasserlebensräume über indirekte Beeinträchtigungen der Laichgewässer.

  30. Ein griechischer Frachter geriet am 13. Januar 2008 im Ärmelkanal in Seenot. Der Frachter sank schließlich am 15. Januar in den frühen Morgenstunden bei schwerer See rund 40 Kilometer vor der Landzunge Portland Bill im Süden Englands. Die Ice Prince hat 5300 Tonnen Holz und zudem geschätzte 313 Tonnen Treibstoff an Bord.

  31. In einer Entscheidung vom 16. Januar 2008 verurteilte das Strafgericht in Paris den weltweit viertgrößten Ölkonzern Total SA zu einer Strafe von 375 000 Euro – die höchstmögliche Strafe für die Verschmutzung des Meeres. Die Strafe schließt den ‚ökologischen Schaden’ ein, der durch das Sinken der Erika verursacht worden war. Zum ersten Mal hat ein französisches Gericht eine Verurteilung für einen Umweltschaden verhängt. Die historische Entscheidung könnte einen gesetzlichen Präzedenzfall für die Anklage von Unternehmen oder Personen im Falle schwerer Umweltkatastrophen darstellen.

  32. Die Bauphase von Masdar-City, einer geplanten Öko-Stadt im Emirat Abu Dhabi, hat am 09. Februar 2008 offiziell begonnen. 22 Milliarden Dollar soll dieses ehrgeizige Projekt kosten und im Jahr 2016 für rund 50 000 Einwohner bezugsbereit sein. Masdar-City ist Teil einer groß angelegten Initiative für erneuerbare Energien, die von der Abu Dhabi Future Energy Company (ADFEC) angeführt wird. Mit dem Bau der Öko-Stadt wollen die Vereinigten Arabischen Emirate zum globalen Vorreiter auf dem Gebiet erneuerbarer Energien werden. Foster + Partners entwirft die Öko-Stadt, die CO2-emissionslos und nahezu abfallfrei werden soll. Der innerstädtische Verkehr wird durch ein feinmaschiges Verkehrsnetz von Elektrofahrzeugen erschlossen und kein Punkt in der sechs Quadratmeter großen Stadt soll mehr als 200 m von einer Haltestelle des öffentlichen Verkehrs entfernt sein. Solarthermische Kraftwerke sollen die Stadt umweltverträglich mit Licht und Kühlung versorgen. Das Wasser wird aus Entsalzungsanlagen, die mit Sonnenenergie betrieben werden, nach Masdar-City gelangen. Masdar wird auch Standort einer neuen Universität sein, dem Masdar Institute of Science and Technology. Es soll die erste Hochschule der Welt sein, die sich ausschließlich dem Komplex der ökologischen Nachhaltigkeit auf Basis der erneuerbaren Energien widmet.

  33. Seit 30 Jahren steht der Blaue Engel für anspruchsvollen Umweltschutz. Er ist ein wichtiges Instrument, um die Klima- und Ressourcenschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. Sein Erfolg und sein Wert liegen in seiner hohen Glaubwürdigkeit und Orientierungsfunktion für Verbraucherinnen und Verbraucher. Fast 80% der Bürgerinnen und Bürger kennen den Blauen Engel und orientieren sich im täglichen Einkauf am Umweltzeichen.

  34. Der globale Saatguttresor auf der Insel Spitzbergen am Polarkreis wurde am 26. Februar 2008 eröffnet. Zur Eröffnung wurden 100 Millionen Samen von Nutzpflanzen aus über 100 Nationen in der globalen Saatgutbank deponiert. Im Svalbard Global Seed Vault wird Saatgut von Nutzpflanzen aus allen Ländern der Erde eingelagert. Auf diese Weise sollen Verluste nationaler Saatgutbanken beispielsweise nach Naturkatastrophen, Kriegen oder Epidemien durch die Duplikate aus dem Samentresor Spitzbergens ersetzt werden können.

  35. Die überdurchschnittliche Erwärmung der Antarktischen Halbinsel hat in der Vergangenheit bereits zum Aufbruch von 7 Schelfeisen geführt. Der aktuelle Aufbruch von nahezu 400km² zwischen dem 28. und 29. Februar 2008 ereignete sich in weniger als 24 Stunden. Vorausgegangen war diesem Ereignis ein Riss von 52km Länge, der sich im Juli 2007, vermutlich mit Schallgeschwindigkeit in weniger als einer Minute, gebildet hatte. Das zentrale Wilkins Schelfeis war bisher durch einen 20km breiten Steg aus 200-250m dicken Eisen an zwei Inseln verankert, was sich stabilisierend auf die gesamte Masse ausgewirkt hat. Dieser Steg ist nun auf nur 6km Breite zusammengeschrumpft. Die Tatsache, dass das verbleibende Stück bereits durch einen älteren Riss zerfurcht ist, lässt befürchten, dass die Verbindung nicht mehr lange existieren wird.

  36. Am 5. März 2008 haben die amerikanischen Behörden – federführend das Geophysische Institut der USA (USGS) - mit der Flutung des Grand Canyons begonnen. Die künstliche Flut sollte 60 Stunden lang durch das 446 Kilometer lange Teilstück des Colorado River schießen. Ziel war es, dass die künstliche Springflut aus dem 1963 erbauten Stausee Lake Powell den Canyon durchspült und sich Schlicke und Sande auf den erodierten Felsufern ablagern. Dadurch soll das gestörte Ökosystem des Colorados wieder belebt werden. Seit dem Bau des Glen Canyon Damms fallen die jährlichen Hochwasserereignisse aus, die Sand und Schlamm im Canyon ablagerten. Der Staudamm hält den Sedimenttransport des Flusses zurück. Durch das Fehlen reinigender Springfluten wird die Entstehung neuer Fischgründe verhindert. Ursprünglich im Colorado beheimatete Fischarten starben aus oder sind stark gefährdet. Es ist bereits die dritte Flutung seit 1996. Die nachhaltige Wirkung dieser einzelnen Überflutungen auf das Ökosystem ist umstritten.

  37. Am 1. März 2007 begann das Internationale Polarjahr 2007/2008. Während dieses Zeitraums bis in das Jahr 2009 hinein wird alle drei Monate ein Internationaler Polartag zu einem bestimmten Thema veranstaltet, mit dem Ziel eine breite Öffentlichkeit über den Stand der aktuellen Forschungen zu informieren. Der 12. März 2008 stand unter dem Thema Kliamgeschichte der Erde.

  38. Eine Untersuchung des Gletscherüberwachungszentrums der Universität Zürich hat ergeben, dass die Gletscher zwischen den Jahren 2004/2005 und 2005/2006 doppelt so schnell wie bisher geschmolzen sind. Das Institut hat weltweit fast 30 Gletscher in sieben Gebirgszügen untersucht. Über die Jahrzehnte wurde die Veränderungen der Dicke der Eisschicht gemessen, die den Gletscher bildet. Während die Gletscher in den 80er Jahren bis zur Jahrtausendwende durchschnittlich 30 Zentimeter Dicke pro Jahr verloren haben, sind sie seit dem Jahr 2000 um jährlich einen halben Meter und in den vergangenen Jahren sogar um 70 Zentimeter dünner geworden.

  39. Aus der Ölraffinerie in Donges an der Mündung der Loire westlich von Nantes sind am Sonntag den 16. März 2008 geschätzte 400 Tonnen Heizöl in den Fluss gelaufen. Ursache war der Bruch einer Rohrleitung beim Entladen eines Tankers.