1. Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist der frisch gekürte Inhaber des Titels „Heilpflanze des Jahres 2011“. Ausgewählt wurde der Rosmarin durch eine Jury des Vereins „NHV Theophrastus“, welcher sich insbesondere für die Verbreitung traditionell naturheilkundlichen Wissens engagiert.

  2. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi) hat den Luchs (Lynx lynx) zum Tier des Jahres 2011 ausgerufen.

  3. Am 20. Oktober 2011 zum Tag der Allee hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Allee des Jahres 2011 gekürt. Aus über 250 Beiträgen eines jährlich durchgeführten bundesweiten Fotowettbewerbs wählte die Jury diesmal eine Ahorn-Eschen-Allee im Ort Kremmen im Bundesland Brandenburg zum Sieger.

  4. Der Blattkaktus (Epicactus) ist Kaktus des Jahres 2011.

  5. Die Moorlilie (Narthecium ossifragum) ist die Blume des Jahres 2011. Mit ihrer Wahl will die Loki Schmidt Stiftung auf die gefährdete Pflanze sowie ihren ebenso bedrohten Lebensraum, das Moor, aufmerksam machen.

  6. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg wählt seit 1999 die Arzneipflanzen des Jahres aus. Im Jahr 2011 wurde die Passionsblume (Passiflora incarnata) zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

  7. Bis vor achtzig Jahren war die Laguna de Fúquene der größte See in Kolumbien und wichtiger Lebensraum für viele heimische Arten. Heute sind von den ehemals 10.000 Hektar nur noch etwa 3.000 Hektar See übrig. Die flache Lagune wurde ausgetrocknet oder mit Land aufgefüllt, um Flächen für Landwirtschaft und Viehzucht zu gewinnen. Gleichzeitig überwuchern eingeführte Pflanzen den See und ersticken ihn. Am Tag zum Schutz der Feuchtgebiete ernennt der Global Nature Fund alljährlich den „Bedrohten See des Jahres“, um zur Lösung von drängenden Problemen an den Feuchtgebieten und Seen der Welt beizutragen. Die „Laguna de Fúquene“ ist mit 3.000 Hektar das letzte größere Süßwassersystem der östlichen Andenkordillere, der auf 2.540 Meter gelegenen Hochebene von Bogotá. Der See gehört zu einem Verbund von verschiedenen Flüssen, Feuchtgebieten und kleineren Seen des Ubaté Tales mit einer Fläche von 1.974 Quadratkilometern.

  8. Am 8. November 2010 wurde das Insekt des Jahres 2011 für Deutschland, Österreich und die Schweiz in Berlin vorgestellt werden. Das Insekt des Jahres wurde das dreizehnte Mal proklamiert. Die Große Kerbameise ( Formica exsecta) ist das Insekt des Jahres 2011. Das 7 bis 8 mm große Tier tritt nie einzeln auf und ist alleine auch gar nicht überlebensfähig, denn wie alle Ameisen bildet die Große Kerbameise Staaten, die bei ihr riesig sind mit mehreren hunderttausend Individuen. Mit der Wahl dieser Ameise will das Kuratorium Insekt des Jahres auf eine besonders geschützte Art aufmerksam machen, die gefährdet ist und deren Ameisenhaufen nicht gestört werden dürfen.

  9. Der Botanische Sondergarten Wandsbeck gibt zum siebten Mal das Ergebnis der Wahl zur Giftpflanze des Jahres bekannt. Im Gegensatz zu anderen Nominierungen im Bereich der Natur des Jahres kann jeder Kandidaten vorschlagen und sich an der Abstimmung beteiligen. Für 2011 ist die Eibe (Taxus baccata) zur Giftpflanze des Jahres gewählt worden.

  10. Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat die Mauereidechse (Podarcis muralis) zum Reptil des Jahres 2011 erklärt. Die 20 cm lange, äußerlich eher unscheinbare Eidechse ist eine tagaktive, sonnenliebende Art, die vor allem menschengemachte Lebensräume, wie Weinberge, Steinbrüche und Gleisanlagen, im warmen Südwesten Deutschlands besiedelt. Durch die Aufgabe und Intensivierung des Weinbaus, durch den Abriss von Trockenmauern oder durch Bauprojekte auf stillgelegten Gleisanlagen verliert die Art heute zunehemend an Lebensraum. In der Roten Liste der Wirbeltiere Deutschlands wird die Art daher trotz ihrer erstaunlichen Anpassungsfähigkeit in der Vorwarnliste geführt.

  11. Seit dem Jahr 2000 wird durch den Bund deutscher Staudengärtner alljährlich eine Staude des Jahres ernannt. Die Staude des Jahres 2011 ist die Fetthenne (Sedum).

  12. Der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF), das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) haben die Äsche (Thymallus thymallus) zum Fisch des Jahres 2011 gewählt. Mit der Wahl soll auf die Gefährdung der Bestände in heimischen Gewässern hingewiesen werden.

  13. Die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), auch Weiße Waldhyazinthe genannt, ist die Orchidee des Jahres 2011.

  14. Für die Jahre 2011 und 2012 wurde die Pastinake (Pastinaca) vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) e.V. zum Gemüse des Jahres erhoben. Damit kürt der Verein die Gemüseart, die bei seiner Gründung vor 25 Jahren das vorrangige Ziel, die Erhaltung und Nutzung alter Gemüsearten und -sorten, durch sein Logo symbolisieren sollte.

  15. Die Elsbeere (Sorbus torminalis) wurde zum Baum des Jahres 2011 gewählt. Jedes Jahr kürt das Kuratorium Baum des Jahres, der Fachbeirat der Stiftung Menschen für Bäume, eine Baumart zum Baum des Jahres. Die Elsbeere gehört heute zu den seltensten Baumarten in Deutschland. In Wäldern ist sie mit deutlich unter 1% an der Waldfläche vertreten, es gibt nur verinselte Vorkommen oder Einzelbäume. Die heutige Seltenheit der Elsbeere ist ein wesentliches Argument für ihre Wahl zum Baum des Jahres 2011.

  16. Die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG) und der Bundesverband Boden (BVB) haben den „Braunen Auenboden“ zum Boden des Jahres 2011 gekürt.Der Braune Auenboden wird auch als Vega bezeichnet. Braune Auenböden sind typische Böden in den Auen der Flusstäler. Sie sind durch die wiederholte Ablagerung von Bodenmaterial bei Hochwasser entstanden. Der Braune Auenboden kommt in allen Auen vor und ist daher ein weit verbreiteter Bodentyp. Vor allem in den Unterläufen der Flüsse und im Tiefland nimmt er große Flächen ein.

  17. Die BUND NRW Naturschutzstiftung hat - gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. – den Großen Schillerfalter (Apatura iris L.) zum Schmetterling des Jahres 2011 gekürt. Der Große Schillerfalter ist einer der größten und schönsten Tagfalter in unserer Region, aber selten zu sehen. Deutschlandweit steht der Große Schillerfalten auf der Vorwarnliste. In einigen Bundesländern wird er aber schon als gefährdet eingestuft, da seine Bestände rückläufig sind.

  18. Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) hat zusammen mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und der Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) die Wassernuss (Trapa natans) zur Wasserpflanze des Jahres 2011 gewählt. Damit soll auf die stark Gefährdung der Pflanze aufmerksam gemacht werden, die ein voreiszeitliches Relikt darstellt und auch kulturhistorisch sehr interessant ist.

  19. Seit dem Jahr 2003 wird alljährlich ein Weichtier des Jahres gewählt. Der Titel wird von einem Kuratorium vergeben, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Öffentlichkeit über ausgewählte Arten zu informieren und auf diesem Wege auch molluskenkundliche Themen und Naturschutzprobleme bekannt zu machen. Zum Weichtier des Jahres 2011 wurde die Zierliche Tellerschnecke (Anisus vorticulus) gekürt. Seit 2004 gehört diese kleine und unauffällige Süßwasserschnecke zu den europaweit geschützten Arten. Im Rahmen der Erweiterung der EU wurde sie in die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aufgenommen. Weil die Art in der Öffentlichkeit aber weitgehend unbekannt ist, wurde sie als Weichtier des Jahres ausgewählt.

  20. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben den Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) zum Vogel des Jahres 2011 gekürt. Der früher weit verbreitete und recht häufige Singvogel ist heute in vielen Regionen selten geworden. Gartenrotschwänze brauchen Nisthöhlen, wie sie vor allem in alten Obstbäumen zu finden sind. Streuobstwiesen zählen daher zu den typischen Lebensräumen.

  21. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) hat den Roten Gitterling (Clathrus ruber) zum Pilz des Jahres 2011 gewählt, um in einer breit angelegten Mitmachaktion mehr Informationen über seine Verbreitung zu sammeln. In Deutschland kann der Rote Gitterling in jedem Bundesland gefunden werden. Er ist allerdings sehr selten. Die Pilzkartierung der DGfM verzeichnet nur etwa 90 Funde. Meist kommt der Rote Gitterling im Sommer auf Friedhöfen, in Gärten oder Parkanlagen vor. Mit seinem geradezu außerirdischen Aussehen gehört der Rote Gitterling zu denjenigen Pilzen, die nicht zu übersehen sind. Seine fleischrote Gitterkugel schiebt sich etwa Tennisball groß aus einer schmutzig eierschalenfarbigen Hülle, dem Hexenei. Der Gitterkugel entströmt nach ihrer Entfaltung ein aasartiger Geruch, der Fliegen anlockt.

  22. Der Gewässertyp des Jahres 2011 ist der steinige, kalkarme Mittelgebirgsbach. Dieser Gewässertyp kommt in Deutschland am häufigsten vor und wird in der Fachsprache als „Grobmaterialreicher silikatischer Mittelgebirgsbach (Typ 5)“ bezeichnet. Mit der neuen Aktion „Gewässertyp des Jahres“, die 2011 erstmals startet, will das UBA mehr Aufmerksamkeit für Gewässer schaffen, die wegen ihrer Verbreitung, Eigenschaft, Nutzung, Zustand und insbesondere Gefährdungspotenzial unser besonderes Augenmerk benötigen. Neben dem Gewinner des Jahres 2011, gibt es weitere 50 verschiedene Typen von Flüssen, Seen, Übergangs- und Küstengewässern.

  23. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e.V. (GEH) hat das Limpurger Rind oder auch Leintäler zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2011 gewählt.

  24. Das Tännchenmoos (Thuidium abietinum) ist das Moos des Jahres 2011. Das Tännchenmoos oder Tannenmoos ist eine charakteristische Art wärmegetönter kalk- oder basenreicher Trocken- und Halbtrockenrasen. Als solche tritt es gelegentlich zusammen mit der Flechte des Jahres auf, hat jedoch eine wesentlich weitere ökologische Amplitude.

  25. Die Gewöhnliche Feuerflechte (Fulgensia fulgens) ist die Flechte des Jahres 2011. Die Gewöhnliche Feuerflechte wächst in lückigen Trockenrasen auf extrem nährstoffarmen und flachgründigen Böden über Kalk- und Gipsgestein. Die Gewöhnliche Feuerflechte ist in Deutschland so stark zurückgegangen, dass sie auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird. In der Schweiz gilt Fulgensia fulgens als „verletzlich“ (vulnerable), in Österreich als „stark gefährdet“.

  26. Die Spinne des Jahres 2011 ist die Gemeine Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica). Die Labyrinthspinne ist eine der knapp über 500 bekannten Trichternetzspinnen (Familie Agelenidae) weltweit; in Europa kennt man 150, in Mitteleuropa ungefähr 30 Arten. Die Labyrinthspinne bewohnt sonnige, trockene Orte mit niedriger Vegetation oder lockerem Gebüsch, kommt aber auch an Wald- und Wegrändern und ebenso auf Trockenrasen vor. In Mitteleuropa ist die Labyrinthspinne weit verbreitet und wird daher häufig gefunden.

  27. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. hat das Große Mausohr (Myotis myotis), die größte einheimische Fledermausart, zum Höhlentier des Jahres 2011 gewählt. Die Tiere überwintern regelmäßig in Naturhöhlen, Bergwerksstollen und Felsenkellern. Die Fledermaus steht damit für eine große Zahl an Tierarten, die bei ihrer Überwinterung auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. will mit der Wahl des Höhlentieres darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht. Daneben soll auf das "Europäische Jahr der Fledermaus" aufmerksam gemacht werden, das für 2011 von der Organisation "Eurobats" ausgerufen wurde.

  28. Auf Vorschlag seiner Mitgliedsvereine ernennt der Bundesverband Menschen für Tierrechte in jedem Jahr ein Versuchstier des Jahres. Unter den Vorschlägen für das Jahr 2011 hat sich die Jury des Bundesverbandes für den Vorschlag von „Menschen für Tierrechte - Tierversuchsgegner Rheinland-Pfalz e.V.“ entschieden und den Krallenfrosch (Xenopus laevis) zum Versuchstier des Jahres 2011 ernannt. Denn er wird sehr häufig in Tierversuchen eingesetzt und muss vor allem für Ausbildungszwecke von Studenten an Universitäten sein Leben lassen.

  29. Der Global Nature Fund nimmt den Weltwassertag am 22. März zum Anlass, jährlich einen "Lebendigen See" in Deutschland zu küren. Diese Aktion soll auf unsere Seen als wertvolle Ökosysteme und einzigartige Naturschätze aufmerksam machen. Die Initiative beruht auf den langjährigen, erfolgreichen Erfahrungen in der internationalen Aktion "Bedrohter See des Jahres" und soll zur Lösung von drängenden Problemen an Feuchtgebieten und Seen beitragen.

  30. Am 28. März 2011 veröffentlichte die indische Regierung aktuelle Bestandsschätzungen der Tigerpopulation in Indien. Danach hat sich die Zahl der wilden Tiger in Indien seit 2007 um etwa 300 Tiere auf insgesamt rund 1.700 erhöht. Bei der letzten Bestandsschätzung 2007 war die Tigerpopulation auf dem Subkontinent mit rund 1.400 Tieren angegeben worden. Im Gegensatz zu den Zahlen 2011 waren damals die etwa 70 Tiger in der schwer zugänglichen Grenzregion zu Bangladesch, den Sundarbans-Mangrovenwäldern, noch nicht enthalten. Bereinigt man die aktuellen Daten um diese Größe, ergibt sich noch immer ein Zuwachs von etwa 230 Tieren. Damit scheint in Indien der Bestand innerhalb von vier Jahren um etwa 16 Prozent größer zu sein. Mit 1.700 Tigern hat das Land das größte Vorkommen weltweit.

  31. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat gemeinsam mit der Fachgesellschaft der Libellenkundler, der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO), die Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) zur Libelle des Jahres 2011 erklärt. Mit der künftig jährlich stattfindenden Wahl einer Libelle des Jahres soll auf diese faszinierende Insektenart, aber auch auf vom Menschen verursachte Veränderungen in der Natur aufmerksam gemacht werden. Die Feuerlibelle sei ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Auswirkungen des Klimawandels, lautete die Begründung der Verbände. Ursprünglich kam die Feuerlibelle nur in Afrika und rund ums Mittelmeer vor. Mitte der 1980er Jahre wurde sie zunächst in Rheinland-Pfalz heimisch und breitete sich von dort in ganz Deutschland aus. Mittlerweile kommt sie auch in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein vor.