1. Am 5. Februar 2014 fuhr der spanische Frachter Luno den Hafen der Stadt Bayonne nahe Biarritz an, als nach Behördenangaben alle elektrischen Systeme des Schiffs ausfielen. Bei schwerem Seegang mit meterhohen Wellen wurde der Frachter vor der Küste der neben Bayonne liegenden Gemeinde Anglet auf einen ins Meer hinausragenden Damm geschleudert. Das Schiff, das keine Ladung an Bord hatte, zerbrach in zwei Teile. Es gelangte Treibstoff ins Meer.

  2. Im Kernkraftwerk Brunsbüttel sind die Kamerainspektionen an Fässern mit radioaktiven Abfällen in der ersten von insgesamt sechs Kavernen abgeschlossen. Von insgesamt 70 Fässern weissen 18 Fässer teilweise starke, zum Teil die Wand durchdringende Korrosion auf. Die Betreibergesellschaft Vattenfall muss nun für die stark korrodierten Fässer eine Bergungseinrichtung entwickelt, die es ermöglicht, die Fässer zu heben und zu transportieren, ohne dass radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Die untersuchten Fässer mit schwach radioaktiven Filter- und Verdampferkonzentraten im Kernkraftwerk Brunsbüttel lagern teils seit mehr als 30 Jahren in den Kavernen des Kernkraftwerks. Die Kamerainspektion hatte im Januar begonnen. Bis Oktober 2014 sollen zunächst drei weitere Kavernen mit der gleichen Inspektionskamera untersucht werden.

  3. Am 19. Februar 2014 wurde erneut ein Leck an einem Wassertank im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima in Japan entdeckt. Es traten mehr als 100 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus.

  4. Am 1. April 2014 wurden an den Küsten von Usedom und Rügen Ölklumpen angeschwemmt. Das Öl hatte auf Rügen einen 15 Kilometer langen und auf Usedom einen zehn Kilometer langen Küstenabschnitt in unterschiedlichem Ausmaß verschmutzt. Offenbar hat ein Schiff das Öl verloren oder illegal auf hoher See entsorgt. Nach Auswertung eines Driftmodells war der Verursacher unterwegs auf der Route von oder zum Hafen Swinemünde in Polen. Bis zum 10. April 2014 hatten Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks, der Freiwilligen Feuerwehren und der Gemeinden insgesamt rund 450m³ Öl-Sand/Öl-Seegrasgemisch aufgenommen.

  5. Durch ein Leck in einer Rohöl-Pipeline des staatlichen Konzerns China National Petrolem Corp wurde das Trinkwasser in der Stadt Lanzhou im Nordenwesten der Volksrepublik mit giftigem Benzol verseucht. Am 10. und 11. April 2014 wurden zwischen 118 - 200 Mikrogramm Benzol pro Liter im Trinkwasser der Stadt Lanzhou gemessen. Die Stadtverwaltung forderte die Bewohner in Lanzhou auf, die nächsten 24 Stunden kein Leitungswasser zu trinken.

  6. Auf einer Weidefläche in Gronau-Epe wurde am 12. April 2014 an der Oberfläche ein dickflüssiges Wasser-Öl-Gemisch entdeckt. Am 16. April wurde eine zweite Auffindstelle in einer unmittelbar an die betroffene Weidefläche angrenzende Forstfläche, die als Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist, entdeckt. Am 24. April waren an mehreren der vorsorglich ausgebrachten Wassermessstellen Ölspuren im oberflächennahen Grundwasser festgestellt worden. Nach Informationen der Bezirksregierung Arnsberg vom 29. April sind bis zu 200.000 Liter Rohöl aus einem unterirdischen Speicher ausgetreten. Das Erdreich sei tief mit Öl verschmutzt. Bis Ende Mai war aber nicht klar, ob das Öl aus dem Salzkavernenspeicher selbst oder aus einer Zuleitung kommt. Am 28. Mai 2014 gab die Besirkzregierung bekannt, dass das Ölleck am Zuleitungsrohr zum Kavernenspeicher in einer Tiefe zwischen 200 und 300 Metern gefunden wurde.

  7. Ecuadors Umweltministerin Lorena Tapia rief am 15. Mai 2014 einen Umwelt-Notstand für die Galápagos-Inseln aus. Am 9. Mai 2014 war vor der Insel San Cristobál der Frachter Galapaface I auf Grund gelaufen und Leck geschlagen. Der Galápagos-Nationalpark warnte vor möglichen Umweltschäden, "die eine Katastrophe auslösen könnten". Rund 72.000 Liter Treibstoff wurden bereits abgepumpt.

  8. Nach einem Heizöl-Unfall in Frankenthal gab das Umweltministerium Rheinland-Pfalz am 10. Juni 2014 Entwarnung für den Rhein. Das Umweltministerium hatte am Sonntagabend eine Rheinwarnung ausgesprochen, nachdem bei einer Lebensmittelfirma in Frankenthal über die Kanalisation 10.000 Liter Heizöl in den Fluss gelaufen waren. Die Behörde teilte mit, dass der etwa 50 km lange Ölfilm durch die Sommerhitze am Pfingstmontag größtenteils verdunstet und durch die hohe Fließgeschwindigkeit des Rheins schnell verteilt und aufgelöst worden sei. Nebenarme des Flusses und Häfen wurden durch Ölsperren geschützt. Nach Angaben des Landesumweltamtes hat der Ölteppich die Tier- und Pflanzenwelt im Rhein nicht geschädigt. Das hätten die Messungen der Rheingütestation in Worms ergeben.

  9. Ein Ölteppich verseuchtet einen Küstenabschnitt der spanischen Insel Gran Canaria von etwa einem Kilometer Länge in der Nähe des Orts Agüimes. Nach Berichten der Lokalpresse vom 16. Juli 2014 verschmutzte schwarzer Ölschlamm einen felsigen Küstenabschnitt.

  10. Am 7. August 2014 liefen aus einem Auffangbehälter der Buenavista-Mine im Norden Mexikos rund 40'000 Kubikmeter Schwefelsäure in den angrenzenden Bacanuchi-Fluss, einen Nebenfluss des Sonora. Wegen des Chemieunfalls mussten die Brunnen in der Region geschlossen werden, zeitweise waren über 20 000 Menschen in sieben Gemeiden ohne Wasser.

  11. Beim Rückbau des stillgelegeten AKW Stade wurde Anfang Februar 2014 im Sockelbereich des Reaktorgebäudes radioaktiv kontaminierte Kondensnässe entdeckt. Dies gab das niedersächsische Umweltministerium in Hannover am 9. September 2014 bekannt. Dadurch wird sich der Rückbau nach Angaben des Ministerium um drei oder vier Jahre verzögern. Das Ministerium machte deutlich, dass beim Rückbau möglicherweise mehr radioaktiver Abfall anfallen werde. Der radioaktiv belastete Bauschutt müsste entsprechend der Strahlenschutzverordnung auf einer Deponie entsorgt werden. Im Beton seien nach Medienberichten Werte von bis zu 164.000 Becquerel pro Kilogramm gemessen worden.

  12. Bei der Inspektion der Kaverne I des Kernkraftwerks Brunsbüttel sind erneut Atommüllfässer mit starken Schäden festgestellt worden. Neu ist, dass ein Fass deformiert ist, bei anderen sind Fasswände zerstört und Fasskonturen sowie die Übergänge zwischen einzelnen Fässern teilweise nicht mehr erkennbar. Dies teilte die Atomaufsichtsbehörde am 25. September 2014 in Kiel auf Basis einer Zwischenbilanz der noch andauernden Kamerainspektion mit. Gesundheitsgefahren für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Kernkraftwerks und für die Bevölkerung würden nach Angaben des Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume nicht bestehen, da die Kavernen durch meterdicke Betonriegel von der Umgebung abgeschirmt sind. Der Betreiber des Kernkraftwerks hatte Anfang dieser Woche mit der Inspektion mittels einer Spezialkamera begonnen. Bis zum 24. September wurden 36 der 120 Fässer inspiziert. 17 davon gelten als stark beschädigt. Es handelt sich ausschließlich um Fässer mit Verdampferkonzentrat. Mit den nun inspizierten Fässern erhöht sich die Gesamtzahl der schwer beschädigten Fässer in den Kavernen auf 55 bei insgesamt bislang 251 untersuchten Fässern in den 4 inspizierten Kavernen.

  13. Aus einer gebrochenen Pipeline in der israelischen Arava-Wüste sind große Mengen Rohöl ausgetreten. Das Unglück ereignete sich am 3. Dezember 2014 nördlich der Stadt Eilat, nur unweit der Grenze zu Jordanien. Über eine Länge von sechs bis sieben Kilometern sollen rund 1.000 Kubikmeter Öl ausgelaufen sein. Das Öl breitete sich über eine große Fläche aus und gelangte auch in Flußläufe des nahgelegenen Naturschutzgebietes der Evrona-Quelle. Es sei die schlimmste Umweltkatastrophe in der Geschichte Israels, erklärten Vertreter des Umweltministeriums in Tel Aviv.

  14. Am 9. Dezember 2014 havarierte der Öltanker Southern Star-7 im Sundarbans-Delta, einem riesigen Mündungsbereich des Ganges-Flusses in Bangladesh. Mehrere hundert Liter Heizöl sind in den Fluss geraten und haben sich über 350 Quadratkilometer weit ausgebreitet.

  15. Am 23. Dezember 2014 barst eine Pipeline infolge eines Erdrutsches in der Nähe der russischen Stadt Tuapse am Schwarzen Meer. Aufgrund schwerer Ölverschmutzungen rief die Regionalregierung von Krasnodar den Notstand aus. Nach Angaben der Betreiberfirma seien 8,4 Kubikmeter Öl in den Tuapse-Fluss gelaufen, der ins Schwarze Meer mündet.