1. Am 8. Januar 2012 havarierte das unter der Flagge Panamas fahrende Frachtschiff Tycoon vor der australischen Weihnachtsinsel. Bei starkem Seegang wurde das Schiff gegen die Kaimauern eines Verladehafens gedrückt und zerbrach. Der Frachter hatte 102 Tonnen Schweröl, 11.000 Liter Schmieröl, 32 Tonnen Diesel sowie rund 260 Tonnen Phosphat-Dünger an Board. Es wurde Öl und Düngemittel ins Meer freigesetzt.

  2. Das vor Neuseeland auf ein Riff gelaufene Containerschiff Rena zerbrach am 8. Januar 2012 während eines Sturm in zwei Teile. Bei starkem Seegang riss das Heck der Rena vom Rest des auf Grund liegenden Schiffes ab. Am 10. Januar 2012 versank der Heckbereich.

  3. Im Bundesstaat Monagas in Venezuela riss nach Behördenangaben am 4. Februar 2012 eine Öl-Pipeline. Aus der beschädigten Pipeline floss Rohöl in den Fluss Guarapiche. Der Gouverneur José Gregorio Briceño rief am 10. Februar 2012 den Notstand aus. Der Río Guarapiche dient als Trinkwasserspeicher für die umliegenden Städte.

  4. Nach einer Explosion und einem Großbrand wurde die 1984 in Betrieb genommene Südpolbasis Comandante Ferraz am 25. Februar 2012 zu 70% zerstört. Die von der brasilianischen Marine betriebene Forschungsstation liegt auf der König-Georg-Insel in der Admiralty-Bucht, rund 130 Kilometer von der antarktischen Halbinsel entfernt. Die Explosion ereignete sich am 25. Februar 2012 im Maschinenbereich der Station. Zum Zeitpunkt des Unglücks hielten sich bis zu 60 Menschen in der Station auf, darunter 30 Forscher und 15 Marine-Angehörige.

  5. Am 25. März 2012 gab der Energiekonzern Total bekannt, dass an der Förderplattform Elgin, die etwa 240 Kilometer östlich der schottischen Hafenstadt Aberdeen in der Nordsee liegt, ein Leck aufgetreten ist. Erst am 16. Mai 2012 gelang es den unkontrollierten Gasaustritt zu stoppen. Nach Angaben des Betreibers strömten in den ersten Wochen täglich 200000 Kubikmeter Gas - überwiegend Methan- aus dem Leck ins Freie.

  6. Am 5. April 2012 ereignete sich ein Störfall im französischen Atomkraftwerk Penly an der Kanalküste nahe Dieppe. Nach Angaben des Betreibers kam es im Primärkreislauf eines der zwei Reaktoren zu einer Folge von schweren Defekten. Ein Ölbehälter an einer Pumpe in der Reaktorhülle verlor Öl, das sich an zwei Stellen entzündete. Bei Ausbruch des Feuers schaltete sich der Reaktor automatisch ab. Der Brand wurde von der Feuerwehr gelöscht. Außerdem trat radioaktives Wasser aus. Nach Angaben des Betreibers konnte das Leck in den frühen Morgenstunden des 6. Aprils 2012 beseitigt und das radioaktive Wasser innerhalb des Reaktorgebäudes aufgefangen werden. Der Vorfall wurde vorläufig mit INES 1 eingestuft.

  7. Am 25. April 2012 wurde ein Ölteppich auf der Angara im Einzugsbebiet von Irkutsk entdeckt. Durch ein Leck in einer Ölleitung gelangten mehr als 300 Tonnen Dieselöl in den Fluß. Die Trinkwasser-Versorgung von drei Orten mit insgesamt 77.000 Bewohnern wurde lahmgelegt.

  8. Ein Tankschiff löste am 28. April 2012 Umwelt-Alarm auf der Elbe aus. Der 80 Meter lange Frachter "Dettmer Tank 95" sollte gegen 7 Uhr geschleust werden, als beim Aufenthalt in der Schleusenkammer ein massiver Ölfilm entdeckt wurde. Elbabwärts reichte der Ölfilm bis weit in die Vier- und Marschlande. Insgesamt war die Wasseroberfläche auf einer Fläche von mehreren Zehntausend Quadratmetern verschmutzt. Das Tankschiff war mit gut 1200 Tonnen Diesel und Biodiesel beladen und sollte eigentlich nach Magdeburg fahren.

  9. Am 29. Mai 2012 gaben die Betreiber des Atomkraftwerk Cattenom auf ihrer Internetseite bekannt, dass sich um 13:00 Uhr der Block vier selbständig abgeschaltet hat.

  10. Am 7. Juni 2012 flossen in der Nacht zum Freitag an einem Zufluss des Red Deer River in der Provinz Alberta/ Kanada nach Angaben des Betreibers Plains Midstream Canada etwa 475.000 Liter Rohöl in den Fluss.

  11. Im Güterhafen der slowakischen Hauptstadt Bratislava traten am 12. Juni 2012 zwischen 17.000 und 30.000 Liter Mineralöl bei einem Verladeunfall aus. Nach Angaben der Einsatzkräfte konnte Öl nicht restlos im Hafenbecken aufgefangen werden, ein Teil gelangte daher weiter in die Donau und ihren Seitenarm Kleine Donau.