1. Das finnische Frachtschiff Linda hat am 6. Februar 2010 auf seiner Fahrt von Rotterdam nach St. Petersburg auf See drei Frachtcontainer südlich der Insel Gotland verloren. Laut Frachtgutliste enthielt mindestens ein Container für die Meeresumwelt gefährliche Chemikalien.

  2. Nach einem Sabotageakt sind aus einer stillgelegten Raffinerie der Firma Lombarda Petroli in Villasanta bei Monza nördlich von Mailand viele tausend Kubikmeter Alt- und Heizöl in den Fluß Lambro gelaufen.

  3. Der chinesische Kohlefrachter Shen Neng 1 lief am 3. April 2010 auf dem Great Barrier Reef vor Australien auf Grund. Der Frachter war etwa 70 Kilometer östlich von der Great-Keppel-Insel entfernt. An Bord hatte das Schiff 65.000 Tonnen Kohle und 950 Tonnen Öl.

  4. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko 2010 ist die bisher schwerste marine Umweltkatastrophe in der Geschichte. Die Deepwater Horizon war eine Explorations-Ölbohrplattform im Golf von Mexiko. Am 20. April 2010 kam es zu einer Explosion, bei der die Plattform in Brand geriet und zwei Tage später versank. Das ausströmende Öl führte zur Ölpest im Golf von Mexiko, eine der bisher schwersten Umweltkatastrophe dieser Art. Vom 20. April bis zum 15. Juli 2010 sind aus dem Bohrloch etwa 700 Millionen Liter Öl ausgetreten.

  5. Die Bezirksregierung Arnsberg hat am 20. Mai 2010 die sofortige Stilllegung der Firma Envio im Dortmunder Hafen verfügt. Ausgangspunkt für die Schließungsanordnung waren die Ergebnisse der Ende April vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) auf dem Envio-Betriebsgelände genommenen Kehrproben. Die in den Proben festgestellte PCB-Belastung übersteigt den tolerablen Wert um ein Vielfaches – und dies nicht nur in den Werkshallen, sondern auch auf dem Freigelände. Ebenso wurde eine Belastung mit Dioxinen und Furanen festgestellt. Bereits am 5. Mai 2010 waren Betriebsteile der Firma stillgelegt worden.

  6. Am 25.Mai 2010 sind der in Malaysia registrierte Öltanker Bunga Kelana 3 und das im Inselstaat Vincent und die Grenadinen registrierte Frachtschiff MV Wally zusammengestoßen. 2000 Tonnen Öl liefen ins Meer. Der Zusammenstoß ereignete sich in der Straße von Singapur, 13 km südöstlich des Luftwaffenstützpunktes Changi Air Base East.

  7. Am 16. Juni 2010 tritt an der Bohrinsel Jebel al-Zayt im Roten Meer nördlich von El Gouna ein Leck auf. Erdöl tritt aus und treibt auf die ägyptische Küste zu. Die Öffentlichkeit wird von dem Vorfall zunächst nicht informiert. Der Ölteppich trifft auf die Küsten bei El Gouna und Hurghada und verschmutzt die Strände nach Medienangaben auf einer Länge von 160 Kilometern. Nach Berichten der regionalen Umweltorganisation HEPCA ist ein Naturschutzgebiet rund 100 Kilometer nördlich von Hurghada besonders stark von den Ölverschmutzungen betroffen. Am 23. Juni meldet HEPCA, dass das Leck abgedichtet ist. wurde am 23. Juni 2010 abgedichtet.

  8. Nach der Explosion zweier Erdöl-Pipelines in der chinesischen Hafenstadt Dalian am 16. Juli 2010 hat sich ein 435 Quadratkilometer großer Ölteppich gebildet. Nach ersten Schätzungen sind 1.500 Tonnen Öl ins Gelbe Meer geflossen. Laut Medienberichten ereignete sich das Unglück, als ein liberianischer Tanker Rohöl im Hafen ablud.

  9. Nach dem Bruch einer Ölleitung im US-Bundesstaat Michigan sind mehr als 3,3 Millionen Liter Öl in Erdreich und in den angrenzenden kleinen Fluss Talmadge geflossen. Ein Teil des Öl gelangte in den Kalazoo Fluß, der in den Michigan See mündet. Die US-Umweltbehörde EPA teilte mit, dass Marschland, Äcker, Wohn- und Gewerbegebiete bereits von der Ölpest betroffen sind. Die Pipeline verläuft zwischen dem US-Bundesstaat Indiana und Ontario in Kanada. Das Leck wurde am 26. Juli 2010 entdeckt. Die Pipeline wurde inzwischen von dem Betreiber Enbridge Energy Partners abgeschaltet. Nach Unternehmensangaben sind 3,1 Millionen Liter Öl ausgelaufen, die Regierung spricht allerdings von 3,3 Millionen.

  10. Ein Lastschiff rammte am 27. Juli 2010 vor der Küste des US-Bundesstaats Louisiana eine 2008 stillgelegte Öl-Plattform. Eine Fontäne aus Öl und Gas schoss aus dem Leck ewa 30 Meter in die Höhe. Das Leck befindet sich in der Barataria-Bucht rund 100 Kilometer südlich von New Orleans. Barataria Bay ist ein ökologisch besonders empfindliches Gebiet, das bereits durch das Öl aus dem Leck der explodierten BP-Plattform Deepwater Horizon verschmutzt wurde.

  11. Nach Angaben der staatlichen Medienagentur Xinhua vom 29. Juli 2010 sind durch Regenfälle und Überschwemmungen 7000 Fässer einer Chemiefabrik in den Fluss Songhua gespült worden. Rund 3000 dieser Fässer enthielten rund 500 Tonnen Chlormethan, die anderen Fässer waren leer. Daraufhin wurde die Wasserversorgung der 4,3 Milionen Einwohner der nordostchinesischen Stadt Jilin am 28. Juli 2010 zeitweise unterbrochen.

  12. Am 4. Oktober 2010 um 12:10 Uhr ergossen sich etwa 600 000 bis 700 000 Kubikmeter giftiger Rotschlamm aus einem Rückhaltebecken der ungarischen Aluminium Produktions- und Handels AG (MAL AG), nahe der Stadt Ajka , in die Umgebung. Drei Ortschaften, landwirtschaftliche Nutzflächen und die Gewässer wurden verseucht. Mehr als 8 Jahre nach dem Unglück wurde ein Gerichtsurteil gefällt. Zwei Manager erhielten Haftstrafen, mehrere andere Verantwortliche Bewährungsstrafen und Geldstrafen. Berufung ist möglich (Stand 4.2.2019).