1. Nach Angaben der US Küstenwache sind am 23. Januar 2010 im Hafen Port Arthur des US-Bundesstaates Texas nach einer Kollision eines Schleppers mit dem Tanker Eagle Otome geschätzte 1,7 Millionen Liter Erdöl ausgelaufen.

  2. Am 14. Februar 2009 entdeckte die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) mit Hilfe eines Satellitenüberwachungssystems einen Ölteppich etwa 80 km südöstlich von Fastnet Rock vor der irischen Küste West Corks. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwei russische Schiffe in diesem Gebiet. Die ausgelaufene Menge Öl wurde auf 400 bis 500 Tonnen geschätzt.

  3. Bei einem Bruch der zweitgrößte Schweröl-Pipeline in Ecuador sind 14.000 Barrel ((2,226 Millionen Liter )Öl ausgetreten und haben den Santa Rosa-Fluss im Amazonasgebiet des Landes verschmutzt. Betreiber der Pipeline ist das Konsortium OCP. Nach der Entdeckung des Bruchs am 27. Februar wurden die Ölpumpen abgestellt. Das ausgelaufene Schweröl hatte jedoch den Fluss bereits weitläufig verseucht.

  4. Nach einer Kollision mit einem Containerschiff ist ein Öltanker in Brand geraten. Das Unglück ereignete sich in einem Zufahrtskanal des Dschebel-Ali-Hafens. Der Hafen liegt am Südwestrand von Dubai in Richtung von Abu Dhabi. Der Tanker hat 30.000 Tonnen Öl an Bord, das aus dem Iran in die Vereinigten Arabischen Emirate verschifft werden sollte.

  5. Das Containerschiff Pacific Adventurer geriet am 11. März 2009 bei rauher See vor der Ostküste Australiens in der Nähe von Brisbane in Schwierigkeiten. Es verlor 31 Container mit Ammoniumnitrat, das zur Herstellung von Dünger und Sprengstoff verwendet wird. Einer der Container beschädigte beim Herunterfallen einen Tank. 20 Tonnen Öl liefen aus.

  6. In der Straße von Hormus in der Persischen Golfregion ist ein atomgetriebenes U-Boot der amerikanischen Marine mit einem anderen US-Kriegsschiff zusammengestoßen. Der nukleare Antriebsreaktor des U-Bootes USS Hartford ist nicht beschädigt worden, dagegen aber der Tank der USS New Orleans. Etwa 95 000 Liter Dieselbenzin sind ins Meer ausgelaufen.

  7. Das Kühlschiff Petrozavodsk der russischen Fischereiflotte ist in der Barentssee am 11. Mai 2009 verunglückt. Das Schiff lief an der Bäreninsel auf Klippen auf und wurde dabei schwer beschädigt. Die Steilküsten der Region werden von zahlreichen Seevögelpopulationen bewohnt. Die norwegischen Behörden befürchten, dass Austreten von Dieselöl könnte die Meeresvogelkolonien bedrohen. Die Bäreninsel und die umliegenden Gewässer in einer angrenzenden Zone von 12 Seemeilen sind Naturschutzgebiet.

  8. Aus ungeklärter Ursache brach am 17. Juni 2009 ein Flächenbrand auf der unbewohnten Nordseeinsel Mellum aus und sorgte für einen Großeinsatz verschiedener Feuerwehren aus dem Landkreis Friesland, der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Geschätzte 25 ha Fläche mit Salzwiesen, Dünenvegetation und Gebüschen sind verbrannt. Auf diesen Flächen brüteten etwa 1000 Vogelpaare. Die Gelege dieser Vögel sind vollständig zerstört.Die Flammen zerstörten unter anderem die Hauptbrutgebiete des Wiesenpiepers, der Silbermöwen und der Austernfischer.

  9. Das Kernkraftwerk Krümmel ist am Samstagmittag durch eine Reaktorschnellabschaltung vom Netz gegangen. Ursache war nach bisheriger Erkenntnis ein Kurzschluss in einem der Transformatoren.

  10. Am 24. Juli 2009 gegen 3:08 Uhr morgens wurde das Kernkraftwerk Emsland durch Auslösung einer Überwachungseinrichtung am Stufenschalter eines Maschinentrafos vom Netz getrennt. Diese Überwachungseinrichtung dient dazu, den Stufenschalter des Maschinentrafos vor Schäden zu schützen. In der Folge wurde auch eine Reaktorschnellabschaltung ausgelöst. Nach der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES) ist es der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.

  11. Vor der Südküste Norwegens ist am 31. Juli der Frachter Full City, der in Panama registriert ist, bei stürmischer See auf Grund gelaufen. Nun droht dem Skagerrak eine Ölpest. Wie die Regionalbehörden des Bezirks Telemark mitteilten, hat das ausgelaufene Dieselöl bereits einen Küstenstreifen nahe der Stadt Langesund erreicht. Der 167 Meter lange Frachter war mit 1.100 Tonnen Öl beladen.

  12. Dieselöl aus dem havarierten Frachter Full City bedroht immer größere Teile von Norwegens Südküste. Einsatzkräfte der Küstenwacht versuchten, besonders gefährdete Küstenstreifen und Inseln mit Seevögel-Kolonien zu schützen. Laut der Umweltorganisation WWF ereignete sich das Unglück mitten im Vogelschutzgebiet Lille Sastein.

  13. Aus einer geborstenen unterirdischen Pipeline des Betreibers SPSE sind am 7. August 2009 4000 Kubikmeter Rohöl in das Naturschutzgebiet Coussoules de Crau am Rande der Camargue geflossen und haben zwei Hektar Erdreich verseucht. Die franzözische Regierung bezeichnete das Ausmaß als ökologisches Disaster. In dem Naturschutzgebiet östlich von Arles leben zahlreiche Arten, die aus afrikanischen Steppengebieten dorthin gelangten, darunter seltene Vögel und Heuschrecken.

  14. Am 21. August 2009 begann die Montara Offshore-Ölplattform in der Timorsee (ein großes Nebenmeer des Indischen Ozeans) nordöstlich von Australien Öl zu verlieren. Zehn Wochen lang liefen mehr als zwei Millionen Liter Öl ins Meer und bildeten einen etwa 2000 Quadratkilometer großen Ölteppich. Seit Anfang November ist das Bohrloch wieder verschlossen und der Ölaustritt damit gestoppt.

  15. Das türkische Frachtschiff MS Gulser Ana ist mit 39 000 Tonnen Phosphat, 700 000 Litern Motoröl, 500 000 Kubikmeter Diesel sowie einer unbekannten Menge Schweröl am 26. August drei Kilometer vor der Südspitze Madagaskars havariert. Diesel, Öl und ein Teil der Phosphatladung gelangten ins Meer und verschmutzten die angrenzenden Küsten in einer der ökologisch wertvollsten Regionen der Erde.

  16. Auf der Karibik-Insel Puerto Rico ist am 23. Oktober 2009 nach einer schweren Explosion in einer Erdöl-Anlage ein Großbrand ausgebrochen. Die durch die Explosion verursachte Erschütterung erreichte Behördenangaben zufolge eine Stärke von 2,8 auf der Richterskala. Das Feuer brandte mehrere Tage. Hunderte Anwohner wurden evakuiert.

  17. In einem riesigen Öllager in der Nähe der nordindischen Stadt Jaipur ist am 29. Oktober ein Großfeuer ausgebrochen. Mindestens 11 Tanks mit 8 Millionen Litern Öl gerieten in Brand. Nach vergeblichen Löschversuchen entschieden die Behörden das Feuer niederbrennen zu lassen.

  18. In einer stillgelegten Einheit des Kernkraftwerks Three Mile Island bei Harrisburg/Pennsylvania kam es bei Wartungsarbeiten am 21. November 2009 zum Austritt von Radioaktivität. 150 Angestellte wurden nach Hause geschickt. Eine Gefahr für Gesundheit und Umwelt bestand laut Betreiber nicht. Der Strahlenunfall sei durch das Ventilatorensystem der Anlage verursacht worden.

  19. Einer der vier Reaktoren des französischen Kernkraftwerks Cruas ist in der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 2009 aufgrund einer Störung des Kühlsystems abgeschaltet worden. Ursache für den Störfall waren laut Behörden pflanzliche Abfälle in der Rhône, welche die Kühlwasserzufuhr verstopften. Der Vorfall wurde von der französischen Atomaufsichtsbehörde Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN) als Störfall in der INES-Kategorie 2 eingestuft.

  20. Zwei Jahrzehnte nach der Exxon Valdez Katastrophe lief am 23. Dezember 2009 ein Schlepper einer Einsatzgruppe zur Verhinderung von Tankerunglücken an der gleichen Stelle im Prinz-William-Sund auf. Die "Pathfinder" hatte nach Angaben der Küstenwache gerade die Suche nach für den Schiffsverkehr gefährlichen Eisschollen im Prinz-William-Sund beendet und befand sich auf der Rückfahrt zum Hafen in Valdez. Bei dem Unfall wurden zwei Treibstofftanks des 41 Meter langen Schleppers beschädigt, die den Angaben zufolge etwa 127.000 Liter Dieseltreibstoff enthielten. Wie viel davon auslief, war nicht bekannt. Aber es bildete sich ein Ölteppich von etwa fünf Kilometer Länge und 30 Meter Breite.

  21. Nach einem Vorfall in Frankreichs ältestem Atomkraftwerk Fessenheim haben Umweltschützer erneut die sofortige Abschaltung der Anlage gefordert. Am 26. Dezember 2009 war ein Reaktor für Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden und sollte am nächsten Tag wieder in Betrieb gehen. Wegen Problemen im Kühlkreislauf bleibt dieser jedoch vorerst abgeschaltet. Dies teilte die französische Atomaufsichtsbehörde ASN mit und stufte den Zwischenfall auf Stufe 1 der internationalen Meldeskala INES ein.

  22. In Nordwestchina in der Provinz Shaanxi sind am 29. Dezember 2009 aus einer defekten Pipeline rund 150 Kubikmeter Dieselöl in den Chishui Fluss kurz vor dem Zusammenfluss mit dem Wei augelaufen. Der Wei ist ein Nebenarm des Gelben Flusses, aus dem Millionen Chinesen ihr Wasser beziehen. Bis Sonntag waren mehr als 700 Arbeiter damit beschäftigt, die Ölpest einzudämmen und das betroffene Gebiet zu säubern. Zeitweise erstreckte sich der Ölteppich über eine Länge von knapp 33 Kilometern flussabwärts. Die Behörden warnten vor der Nutzung des Flusswassers. Die Pipeline verbindet die Hauptstädte der Provinzen Gansu und Henan miteinander und wird von der China National Petroleum Corp. betrieben.