1. Hauptergebnis der bis dahin größten Konferenz der Vereinten Nationen war ein Aktionsplan zur Umsetzung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung. Der Aktionsplan enthält eine Reihe von wichtigen neuen Zeitzielen wie: Bis zum Jahr 2015 soll weltweit der Anteil der Menschen, die keinen Zugang zu sanitärer Grundversorgung haben, halbiert werden. Bis zum Jahr 2010 soll der Rückgang der biologischen Vielfalt deutlich reduziert werden. Bis zum Jahr 2020 soll eine Minimierung der gesundheits- und umweltschädlichen Auswirkungen bei der Produktion und dem Gebrauch von Chemikalien erreicht werden.

  2. Vom 23. Oktober bis zum 1. November 2002 fand die achte Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP 8) in Neu-Delhi, Indien statt. Die Klimakonferenz mit dem Schwerpunkt „Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz“ hatte eine Übergangsfunktion inne. Die Verhandlungen über die Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls waren weitgehend abgeschlossen und sein Inkrafttreten wurde für das Jahr 2003 erwartet. Dennoch sollte mit den Verhandlungen über eine zweite Verpflichtungsperiode vor Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls nicht begonnen werden. Deshalb fanden erste Gespräche über Möglichkeiten einer fairen Übernahme von Verpflichtungen für Entwicklungsländer mit Schlüsselländern wie Brasilien, Indien und China nur auf informeller Ebene statt. Daneben gab es inhaltliche Entscheidungen über die Ausgestaltung des Clean Development Mechanism und die Verwendung der Mittel, die Industriestaaten in Entwicklungsländern für Klimaschutzmaßnahmen bereitstellen werden. Ergänzend wurden neue Richtlinien für die von Entwicklungsländern zu erstellenden Nationalberichte diskutiert. In Neu-Delhi beschloss man außerdem ein Arbeitsprogramm, um das Thema Klimaschutz verstärkt in der Öffentlichkeit und der Bildungslandschaft der Vertragsstaaten zu verankern.