Konzepte

  1. Berlin [8.00]
  2. Bundesrepublik Deutschland [4.50]
  3. Preis [3.00]
  4. Süddeutschland [2.00]
  5. Elektrizitätsmarkt [1.50]
  6. Preisgestaltung [1.00]
  7. Karstgebiet [1.00]
  8. Marktpreis [1.00]
  9. Kalifornien [1.00]
  10. Investition [1.00]
  11. Erneuerbare Energie [1.00]
  12. Innovation [1.00]
  13. Redispatch [1.00]
  14. Stromtarif [1.00]
  15. Italien [1.00]
  16. Grenzüberschreitung [1.00]



Volltext

Am 10.10.2018 fand im Fraktionsaal der Grünen-Bundestagsfraktion ein Fachgespräch zur Bepreisung von Netzengpässen (Nodal Pricing & lokale Preiszonen) statt. Vorgetragen haben dabei Christoph Maurer von Consenctec, Karsten Neuhoff vom DIW Berlin, Helmfried Meinel vom Umweltministerium BaWü und Florian Ermacora von der DG Energy. Maurer verwies auf die aus seiner Sicht wesentliche Schwäche von nodalen Preisystemen: Einzelne Marktakteure könnten dort durch Antizipation des Engpasses den Marktpreis stark beeinflussen (Bsp. Kalifornien), deshalb sei eine starke regulatorische Kontrolle notwendig. Zudem sind Investitionen laut Maurer schwerer planbar als in größeren Preiszonen und erhebliche Preis- und Ertragsrisiken werden an Erneuerbare Energien weitergegeben. Deshalb plädierte Maurer für ein Bekenntnis zur einheitlichen Preiszone in Verbindung mit einem klaren Bekenntnis zum Netzausbau. Neuhoff vom DIW Berlin wies hingegen darauf hin, dass lokale Preisen bei richtiger Ausgestaltung Flexibilität sowie Innovationen liefern können und einen kosten- und marktbasierteren Redispatch ermöglichen. Bei lokalen Preisen sei eine Auktionsplattform notwendig, in der die lokalen Märkte aggregiert und damit Marktkopplung und Liquidität hergestellt werden. Helmfried Meinsel vom Umweltministerium BaWü betonte die Gefahr der höheren Strompreise in Süddeutschland bei einer Aufteilung der gemeinsamen Strompreiszone. Interessant fand er das Preiszonensystem in Italien, in der die Aufteilung in Zonen nur für Erzeuger gilt. Allerdings sei dort der regulatorische Aufwand enorm. Florian Ermacora von der DG Energy nannte zwei Prioritäten der KOM in Bezug auf Netzengpässe. Zum einen sollen die Ringflüsse über andere Mitgliedsstaaten reduziert werden, zum anderen muss der Netzausbau in Deutschland vorangebracht werden. Zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Engpassbewirtschaftung sollen laut Vorschlag des BMWi bald 75% der Leitungskapazität für den Handel zu Verfügung gestellt werden. Aus Sicht der KOM ist dies ein wesentlicher Baustein zur Erhaltung der gemeinsamen Strompreiszone in Deutschland.