Konzepte

  1. Klimaänderung [6.00]
  2. Grundwasser [5.20]
  3. Klimaanlage [3.90]
  4. Schießen [3.00]
  5. China [3.00]
  6. Kühlung [3.00]
  7. Kühleinrichtung [2.60]
  8. Energieverbrauch [2.60]
  9. Europa [2.00]
  10. Wohnung [2.00]
  11. Wasser [1.50]
  12. Energiebedarf [1.30]
  13. Bürogebäude [1.30]
  14. Grundwasserleiter [1.30]
  15. Büro [1.30]
  16. Gastronomie [1.00]
  17. Niederlande [1.00]
  18. Investition [1.00]
  19. Industrieland [1.00]
  20. Bundesrepublik Deutschland [1.00]
  21. Bevölkerungswachstum [1.00]
  22. Wohlstand [1.00]
  23. Indien [1.00]
  24. Insekt [1.00]
  25. Schädling [1.00]
  26. Bedarf [1.00]
  27. Elektrizitätsversorgungsnetz [1.00]
  28. Energieträger [1.00]
  29. Natürliche Ressourcen [1.00]
  30. Wohngebiet [1.00]
  31. Einkaufszentrum [1.00]
  32. Wärmetauscher [1.00]
  33. Studie [1.00]
  34. Japan [1.00]
  35. USA [1.00]
  36. Kennzeichnungspflicht [1.00]
  37. Klimaverträglichkeit [1.00]
  38. Rhein [1.00]



Volltext

Mehr als 30 Grad am Polarkreis. In vielen Regionen Deutschlands so viele Sommertage wie noch nie. Temperaturabweichungen nach oben in ganz Europa. Die Monate von April bis Ende August lieferten einen Vorgeschmack auf den Klimawandel. Viele Menschen suchten nach Wegen, ihre Umgebung zu kühlen, und fanden eine einfache Lösung für ihr Hitze-Problem: Kühlgeräte. Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), warnt: Bis 2050 werde der Energiebedarf für Klimaanlagen „raketenartig“ in die Höhe schießen. Zum Klimawandel hinzu kommen Bevölkerungswachstum und wachsender Wohlstand in riesigen Ländern wie China oder Indien, wo die Bereitschaft groß sein wird, in Geräte zu investieren, die für Abkühlung sorgen. Lesen Sie dazu Insekten Gefräßige Schädlinge Der Klimawandel lässt Insektenpopulationen in vielen Regionen wachsen – und hungriger werden. Die IEA geht davon aus, dass sich der Energiehunger zur Erzeugung von Kälte für Wohn- und Bürogebäude in den nächsten drei Jahrzehnten mehr als verdreifachen wird. Der Weltklimarat prognostiziert, dass im Jahr 2100 die Menschheit 30-mal so viel Energie für Kühlung aufwenden wird wie im Jahr 2000. Dieser riesige Bedarf sei weder mit den bestehenden Stromnetzen noch mit herkömmlichen Energieträgern zu stemmen, heißt es beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dort wird an Lösungen geforscht, wie eine bislang stark vernachlässigte natürliche Ressource zum Kühlen genutzt werden kann: die wasserführenden Schichten im Untergrund. Bei den sogenannten Aquiferen handelt es sich im Grunde um gigantische Badewannen, in denen Wasser kaum oder gar nicht fließt. Das kühlende Nass aus der Tiefe wird zu einem Wohngebiet oder einem Einkaufszentrum gepumpt. Über Wärmetauscher und Leitungssysteme wird die Kälte in Wohnungen und Geschäfte geleitet. Das Grundwasser selbst fließt wieder in den Untergrund zurück. Nach diesem Prinzip wird auch das Reichstagsgebäude gekühlt. Mehr Klimaanlagen Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) wird die Zahl der Klimaanlagen für Büros und Wohnungen weltweit von derzeit 1,6 auf 5,6 Milliarden im Jahr 2050 steigen. Bemerkenswert ist, dass die in Europa und Japan aktuell eingesetzten Geräte im Schnitt rund 25 Prozent weniger Strom verbrauchen als Apparaturen in den USA und in China. Das deutet auf riesige Effizienzpotenziale hin. Um diese zu heben, schlägt die IEA vor, dass Regierungen Verbrauchsstandards und Kennzeichnungspflichten vorgeben, um Anstrengungen zur Entwicklung sparsamer und klimafreundlicher Lösungen zu initiieren. (fw) KIT-Forscher studieren indes die Funktionsweise der Aquiferspeicher im Bonner Bogen nahe des Rheins. „Die Kälteversorgung für ein Hotel und zwei Bürokomplexe kann komplett über diesen Speicher gewährleistet werden“, erläutert KIT-Wissenschaftler Paul Fleuchaus. Weltweit gibt es etwa 3000 solcher Anlagen, davon 90 Prozent in den Niederlanden. Sie lassen sich wirtschaftlich nur in großtechnischen Dimensionen betreiben. Aber die Investitionen machten sich nach zwei bis maximal zehn Jahren bezahlt, so der KIT-Forscher. Die nötigen geologischen Verhältnisse gebe es in „allen Industrieländern und natürlich auch in China“. Auch hierzulande bestehe großes Potenzial. Fleuchaus räumt aber auch ein, dass das Anzapfen der unterirdischen Speicher nicht das Allheilmittel sein kann, um die „Kälte-Klemme“ zu vermeiden, vor der die IEA warnt. In Dubai etwa oder in anderen sehr heißen Gegenden sei Grundwasser erstens zu warm und zweitens zu rar für Kühlkonzepte.