1. Greenpeace Aktivisten besetzen 26 Stunden den Schlot der Pestizidfabrik "Boehringer" in Hamburg. Dies ist der Auftakt einer langjährigen Chemiekampagne.

  2. Erstmalige Verleihung der Bodo-Manstein-Medaille für besondere Verdienste im Umweltschutz. Die Verleihung erfolgt von nun an jährlich durch den BUND.

  3. "Erst stirbt der Wald, dann stirbt der Mensch" - die Debatte um das Waldsterben wird emotionalisiert. Es ist unter anderem auch der Verdienst der Grünen, das Problem bewusst gemacht zu haben.

  4. Über einer kanadischen AKW-Baustelle springen fünf Aktivisten mit dem Fallschirm ab. In der allgemeinen Verwirrung gelingt anderen Aktivisten die Besetzung der Baustelle.

  5. Der Einsatz richtet sich gegen die isländische Fangflotte. Greenpeace will sie am Abschuss von Finnwalen hindern, da deren Populationen extrem geschrumpft sind. Mit Schlauchbooten manövrieren sich die Aktivisten zwischen die Wale und das Fangboot, trotz 3 m hoher Wellen. Sie können verhindern, dass auch nur ein Wal harpuniert wird.

  6. Großbritannien und andere europäische Länder kippen, wie Greenpeace zufällig entdeckt, radioaktive Abfälle in den Nordatlantik. Als der britische Frachter Gem mit 2 000 t Atommüll auf dem Weg zum Versenkungsort ca. 960 km vor der Küste von Cornwall ist, postieren sich zwei Schlauchboote unter der Laderampe. Die Fässer rollen weiter. Die Aktion muss abgebrochen werden. Medien berichten.

  7. Wissenschaftliche Untersuchungen des Umweltbundesamtes belegen die Gefährlichkeit von faserigem Asbeststaub auch im Umweltbereich. Trotz anfänglichen Widerstands beendet daraufhin die Industrie die Produktion und den Einsatz von Spritzasbest. Seit 1979 ist Spritzasbest in Deutschland verboten.

  8. Die Europäische Union startet ihr zweites Umwelt-Aktionsprogramm.

  9. Ab März starten Expeditionen gegen das Abschlachten von Robben auf dem Eis vor dem kanadischen Neufundland. Aktivisten blockieren ein eisbrechendes Fangschiff, andere schirmen die Robbenjungen mit ihren Körpern gegen die Keulen der Jäger ab. Sie werden von den kanadischen Behörden mit Bußgeldern bestraft.

  10. Ziel der ersten Aktion ist die sowjetische Fangflotte vor der kalifornischen Küste. Mit Schlauchbooten manövrieren sich Greenpeacer zwischen Wal und Harpune. Filmaufnahmen der Aktion alarmieren die ganze Welt.

  11. Zusammenhänge zwischen der Zerstörung der Ozonschicht und der Freisetzung von Treibgasen werden wissenschaftlich nachgewiesen.

  12. L. S. Rowland und M. J. Molina weisen als warscheinlich nach, dass die langlebigen, weil auf der Erdoberfläche recht stabilen, Fluorkohlenwasserstoffe (FCKW) das Ozon der Stratosphäre zerstören.

  13. Greenpeace segelt zum zweiten Mal zu dem Atoll in Französisch-Polynesien. Französische Soldaten entern die Yacht und verprügeln McTaggert. Es gelingt, Fotos vom Überfall von Bord zu schmuggeln. Sie gehen um die Welt. Frankreich bricht diese Testserie ab.

  14. Die Europäische Union startet ihr erstes Umwelt-Aktionsprogramm.

  15. Greenpeace weitet seine Proteste auf die französischen Atomtests in Französisch-Polynesien aus. Wochenlang behaupten sie ihre Position 15 Seemeilen vor dem Atoll. Dann hören sie eine Explosion. Sie ahnen nicht, dass in ihrer Nähe bereits radioaktiver Staub niedergeht. 2 Stunden später rammt sie ein französisches Kriegsschiff in internationalen Gewässern. Die Crew muss sich aufgrund der Beschädigungen an ihrer Yacht nach Moruroa schleppen lassen.

  16. EU

    Seit 1972 hat die EU über 200 Richtlinien und Verordnungen zum Umweltschutz erlassen, die zu den wichtigsten Rechtsquellen des Umweltrechts auch in Deutschland gehören.

  17. Die Verabschiedung des Abfall-Beseitigungsgesetzes führt zu grundsätzlichen Veränderungen in der Müllbeseitigung. Existierten bis 1972 mehr als 50.000 ungeordnete Müllkippen in der Bundesrepublik, werden nun ca. 1000 geordnete Deponien für die Abfallbeseitigung in Anspruch genommen. Das Abfall-Beseitigungsgesetz wurde seitdem mehrfach novelliert.

  18. Dieses Programm wurde auf Grund eines Beschlusses der UN-Umweltkonferenz in Stockholm ins Leben gerufen. Ziele sind die Unterstützung nationaler Aktivitäten und regionaler Zusammenarbeit im Umwelt- und Naturschutz sowie die Entwicklung, Bewertung und Überwachung des internationalen Umwelt- und Naturschutzrechts. Das Umweltprogramm startet zu diesem Zweck Regionalprogramme, berät Regierungen, finanziert Weiterbildungsprogramme und hat Datenbanken und Umweltlageberichte zur fachlichen Grundlage ihres Handelns erstellt. Exekutivdirektor ist seit Februar 1998 der ehemalige deutsche Umweltminister Professor Klaus Töpfer.

  19. Protest von Greenpeace gegen Atomtests der US-Regierung mit ihrem Schiff Phyllis. Der Test wird nicht verhindert, löst jedoch eine Welle öffentlicher Empörung aus. Demonstrationen, Streik- und Boykottdrohungen in Kanada und den USA folgen. Nach 4 Monaten verkündet die amerikanische Atomenergie-Kommission den Abbruch der Testserie.

  20. Das erste Umweltprogramm der Bundesregierung beinhaltet u.a. die Förderung von umweltschonendem technischen Fortschritt, des Umweltbewusstseins, der Forschung und Ausbildung auf diesem Gebiet sowie des internationalen Ansatzes bei der Umweltproblematik. Ein Rat von Sachverständigen für Umweltfragen (SRU) wird gegründet.

  21. Die erste Rote Liste der Brutvögel Westdeutschlands wurde im Jahr 1971 veröffentlicht. Damit übernahm der Vogelschutz die Vorreiterrolle für ein damals neues, zukunftsweisendes Naturschutzinstrument. Rote Listen informieren über den Gefährdungsgrad einzelner Arten und damit über den Zustand der biologischen Vielfalt. Heute sind Rote Listen eine wichtige Orientierungshilfe für einen effektiven Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Die erste bundesweite Rote Liste für Brutvögel erschien 1991 nach der Wiedervereinigung. Seitdem gibt das „Nationalen Rote-Liste-Gremium Vögel“ ungefähr alle fünf Jahre eine aktualisierte Fassung heraus.

  22. Die Reservate wurden im Rahmen des UNESCO-Programms "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) anerkannt. Wesentliches Ziel ist die Schaffung eines Weltnetzes der Bioreservate zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen und zum Schutz des Naturhaushaltes in großflächigen repräsentativen Ausschnitten von Natur- und Kulturlandschaften. Des Weiteren sind die Erforschung der Mensch-Umwelt-Beziehung und ökologische Umweltbeobachtungen ein Ziel, ebenso Umweltbildung durch Öffentlichkeitsarbeit.

  23. Entdeckung, dass Stick(stoff)oxide das Ozon der Stratosphäre zerstören können und damit zuviel Ultraviolett-Licht (UV) die Erdoberfläche erreicht.

  24. Die erste internationale Umweltbehörde ist die amerikanische "Environmental Protection Agency (EPA)" in Washington. Die Behörde wird von einem Administrator geleitet, der Kabinettsrang, aber nicht den Status eines Ministers hat.

  25. Erste Erkenntnisse zur Zerstörung der Ozonschicht.

  26. Seit die Zellstoff- und Papierkombinate am Südufer in Betrieb sind, ist der Krebs Epischura gestorben. Er hat 98% der tierischen Planktonmasse ausgemacht und war eines der ersten Glieder der Nahrungskette. Durch sein Verschwinden ist das Gleichgewicht des Sees empfindlich gestört.

  27. 1963 fror der Bodensee das letzte Mal vollständig zu. Für das vollständige Zufrieren des Bodensees ist ein früh einsetzender und lang anhaltender kalter Winter erforderlich. Im 20. Jahrhundert gab es nur eine vollständige Seegfrörne. Aus dem 19. Jahrhundert sind zwei vollständige Seegfrörnen in den Jahren 1830 und 1880 überliefert. Da der Klimawandel zunehmend für mildere Winter sorgt, wird nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) das ohnehin sehr seltene Naturschauspiel in Zukunft wahrscheinlich noch seltener eintreten.

  28. Das Welternährungsprogramm (World Food Programme WFP) der Vereinten Nationen, schon 1961 beschlossen, leistet auf der einen Seite humanitäre Hilfe in Notstandsgebieten, auf der anderen Seite werden von ihm langfristig wirtschaftliche Entwicklungen zur eigenständigen Ernährungssicherung unterstützt.

  29. Das Buch "Stummer Frühling" von der US-amerikanischen Biologin Rachel Carson wird am 27. September 1962 veröffentlicht. In ihrem Buch thematisiert sie, die Auswirkungen eines unkontollierten Pestizid-Einsatzes auf Natur und Menschen.

  30. Das 1960 in Betrieb genommene Versuchskernkraftwerk Kahl speist im Juni 1961 erstmals mittels Kernenergie erzeugten Strom in das öffentliche Stromnetz ein.

  31. Der neue Assuan Staudamm "Sadd al-Ali" ermöglicht 3 statt nur 2 Ernten im Jahr, er erweitert die Anbaufläche um 25% und sichert 70% der Elektroenergiegewinnung des Landes. Im Stausee nimmt die Menge der Speisefische zu. Sogar Nilhechte und Nilkrokodile siedeln sich wieder an. Als negative Begleiterscheinungen sind zu nennen: der Nilschlamm bleibt im Stausee, was den Einsatz von Kunstdünger nach sich zieht; der Stausee ist eutroph, d.h. die Wasserhyazinte wuchert ungehemmt; durch die große Oberfläche verdunstet bedeutend mehr Wasser als ursprünglich vermutet, der Flusslauf wird durch die ausfallenden Hochwasser schlechter gereinigt und das Nildelta kann nicht mehr durch den Schlamm zunehmen. Als positives Merkmal bleibt die Sicherheit vor Dürrekatastrophen.

  32. Am 29. September 1957 explodierte in der Nähe der russischen Stadt Kyshtym ein Tank mit hochradioaktiver Abfallflüssigkeit. Der Abfall stammte aus der Produktion von Plutonium für den Bau russischer Atombomben. Betreiber der Anlage war der Produktionsbetrieb Mayak in der benachbarten Stadt Osjorsk. Das Kühlsystem eines Abwassertanks war ausgefallen, so dass die Flüssigkeit im Behälter verdampfte. Durch die Selbsterwärmung kam es zu einer riesigen chemischen Explosion des ausgetrockneten Salzrestes. Die radioaktiven Partikel wurden bis zu 1000 Meter hoch in die Luft geschleudert und auf eine Fläche von 10 bis 40 Kilometer Breite und 300 Kilometer Länge verteilt. Der Unfall wurde als Vorfall der Stufe 6 der internationalen INES-Skala eingestuft.

  33. Die IAEO wurde am 29.7.1957 als autonome Organisation in der UN gegründet mit dem Ziel, die sichere und friedliche Nutzung der Atomenergie zu fördern. Seit dem Atomwaffensperrvertrag von 1970 soll die IAEO außerdem den Missbrauch von Atomanlagen und radioaktiven Substanzen für militärische Zwecke verhindern: sie kontrolliert die Nichtverbreitung von Atomwaffen und beugt der Abzweigung von nuklearen Stoffen sowie der Verbreitung von technischen Geräten oder Anlagen zur Herstellung von Atomwaffen vor.

  34. Calder Hall war das erste kommerziell betriebene Atomkraftwerk der Welt. Es liegt auf dem Gelände des Atomkomplexes Sellafield in der Grafschaft Cumberland in Nord-West England. Die Inbetriebnahme erfolgte am 17. Oktober 1956 durch Königin Elisabeth II.

  35. Im westlichen Teil des Sees ist der Sauerstoff aufgezehrt. Am Seegrund sterben die Larven der Eintagsfliegen und werden wegen des Sauerstoffmangels nicht aufgezehrt. Zusätzlich ist der Gehalt der Nährionen Nitrat (NO3) und Phosphat seit den 30er Jahren bis zum Beginn der 70er um das Dreifache gestiegen.

  36. Fünf Tage lang herrscht die schlimmste bekannte Luftverschmutzung (Smog) über London. 4 000 Tote über der durchschnittlichen Sterberate sind die Folge. Der Smog entstand durch SO2 (Schwefeldioxid)-Anreicherungen in der Luft durch Kohleverbrennung.

  37. Am 11. Juli 1951 wurde die Bundesrepublik Deutschland als 64. Staat Mitglied in der UNESCO.

  38. In Donora im US-Bundesstaat Pennsylvania erkrankten im Jahr 1948 bei Smog über 7 000 Menschen an den Atemwegen und 20 Personen starben.

  39. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde durch die Pariser Verträge zur Umsetzung des Marshallplanes in Europa gegründet. Sie verfügt über eine Umweltabteilung, die sich insbesondere mit dem Zusammenhang von internationalen wirtschaftlichen Aktivitäten und Umweltschutz beschäftigt. Die OECD veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Berichte zum Umweltschutz in den OECD-Ländern und auch andere Studien.

  40. Erfindung von 2, 4, 5 -T. Im Vietnamkrieg (1965 - 1971) unter der Bezeichnung "Agent Orange" als Entlaubungsmittel eingesetzt. Man rechnet damit, dass die vergifteten Böden mehr als hundert Jahre zur Regenerierung benötigen.