1. Extreme Niederschläge im Elbeeinzugsgebiet haben im August 2002 zu einem der verheerendsten Hochwasserereignisse an der Elbe und an einigen ihrer Nebenflüsse geführt. Ein Teil des Elbeeinzugsgebiets wurde in kurzer zeitlicher Abfolge von zwei Starkniederschlagsereignissen erfasst, wodurch die Hochwasserabflüsse beim zweiten Niederschlagsereignis deutlich erhöht wurden. Die Niederschläge überstiegen in einigen Gebieten alle bisher gemessenen Werte. Der offiziell bezifferte Gesamtschaden in der Summe beider Staaten liegt bei rund 11,3 Mrd. EUR. Dies ist der bisher höchste Schaden, der als Ergebnis von Flusshochwassern in Mitteleuropa zu verzeichnen ist. 38 Menschenleben sind zu beklagen.

  2. Die Seuche trat zunächst in Dänemark, später auch in Schweden, Norwegen und in den Niederlanden auf. Ende Juli erreichte sie auch Deutschland, breitet sich weiter aus und hat jetzt nahezu alle Anrainerstaaten der Nordsee und das Kattegatt erfasst. Schätzungsweise mehr als 10000 Seehunde, davon über 2000 an der deutschen Nordseeküste, fielen ihr bislang zum Opfer. Vor Beginn der Epidemie wurde der Bestand in der Nordsee auf rund 30.000 Tiere, im Wattenmeer auf rund 20.000 Tiere geschätzt.

  3. Ein auf Grund gelaufene US-Öltanker Acushnet ist am Morgen des 11. Februar 2002 im dänischen Kattegat freigeschleppt worden. Das 179 Meter lange Schiff kam mit Schlepperhilfe bei einsetzendem Hochwasser frei. Nach zwei früheren Fehlschlägen hatten Bergungsmannschaften in der Nacht weitere Teile der zunächst 35.000 Tonnen Öl auf ein anderes Schiff umgepumpt. Die für den US-Konzern Chevron fahrende Acushnet hatte das Kattegat ohne Lotsen passiert. Der einwandige Tanker hatte sich zum ersten Mal am 7. Februar 2002 östlich der Insel Samsø festgefahren. Öl ist nach der Havarie nicht ausgelaufen.

  4. Am 21. September 2001 ereignete sich in der Düngemittel-Fabrik AZF (Azote Fertilisants) im französischen Toulouse eine schwere Explosion von Ammoniumnitrat in einer Deponie für chemische Abfälle.

  5. Nach einem Brand im Maschinenraum strandet der aufgegeben italienische Frachter vor der Küste von Kap St. Lucia, rund 600 km östlich von Johannesburg auf Grund. Der Frachter hat 1.300 t Treibstoff und brennbare Chemikalien an Bord. Das Wrack liegt 200m vom Stand des UNESCO world heritage - Reservates St. Lucia entfernt.

  6. Der unter georgischer Flagge fahrende Tanker Zainab sank am 14. April 2001 mit 1300 Tonnen Öl an Bord vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate im Persischen Golf. Etwa 300 Tonnen der Ladung liefen aus und drohten die Küste der Vereinten Arabischen Emirate zu kontaminieren.

  7. In der Nacht zum 29. März rammt der Tanker "Baltic Carrier" einen Zuckerfrachter. Nun bedroht ein 15 km langer Ölteppich auf der Ostsee zehntausende Vögel und ganze Fischschwärme.

  8. Der unter maltesischer Flagge fahrende 24 Jahre alte Frachter Balu sinkt mit 8.000 Tonnen Schwefelsäure an Bord vor der spanischen Nordküste.

  9. Am 16. Januar 2001, lief der ecuadorianische Tanker Jessica vor der Küste von Baquerizo Moreno auf San Cristobal in Galápagos auf Grund. Rund 800 000 Liter Diesel- und Schweröl liefen ins Meer.

  10. The oil tanker Verginia II spills 86,000 litres of cruide oil into the ocean at the Port of Sao Sebastiao (Brazil).

  11. Der mit 6.000 t giftigen Chemikalien (Styrol, Methyl- und Isopropylalkohol) beladene italienische Tanker Levoly Sun sinkt nach einem Orkan im Ärmelkanal.

  12. Aus einer geborstenen Pipeline des staatlichen Ölkonzerns Petrobas fließen 700 km südwestlich von Rio de Janeiro rund 4 Mio. Liter Rohöl in die Flüsse Barigui und Iguacu. Der Iguacu fließt durch den Nationalpark Iguacu Falls. Der mehrere Zentimeter dicke Ölteppich führt zu einem massiven Fisch- und Vogelsterben. Außerdem ist die Wasserversorgung einiger Städte bedroht. In Gefahr waren auch die Iguacu-Wasserfälle selbst, eine der bekanntesten Touristenattraktionen des Landes. Mit schwimmenden Barrieren soll der Ölteppich aufgehalten und dann abgesaugt werden. Dem Ölkonzern wurde eine Strafe in zweistelliger Mio. Höhe auferlegt.

  13. In der nordrumänischen Stadt Baia Mare bricht durch ein Unwetter und technische Fehler der Damm der Kläranlage von der rumänisch-australischen Goldfabrik Aurul. 100 000 Kubikmeter zyanidhaltige Giftschlämme gelangen in die Theiß (zweitgrößter Fluß Ungarns) und von dort in die Donau. Das Delta der Donau, zuvor ökologisch intakt, ist bedroht. Die Giftschlämme haben ein immenses Fischsterben und Trinkwasserprobleme nach sich gezogen.

  14. Aufgrund des Orkans über Süddeutschland wurden sicherheitshalber der Reaktorblock B abgeschaltet und der Reaktorblock C von 1300 auf 500 Megawatt Leistung heruntergefahren. Erst am Abend wurde der Reaktorblock C wieder hochgefahren und um 21:23 Uhr konnte auch Reaktorblock B wieder in Betrieb genommen werden. An der Anlage (und durch sie) sind dank dieser Vorsichtsmaßnahmen keine Schäden entstanden.

  15. Der Öltanker Erika zerbricht bei stürmischer See vor der französischen Westküste in zwei Hälften und sinkt mit zwei Dritteln seines Öls auf den Meeresgrund. Spezialschiffe versuchen das restliche Öl (10 000 bis 12 000 t) abzupumpen. Trotzdem treibt der Sturm an Weihnachten den Ölteppich an die Küste. Mehr als 400 km verschmutzter Strand und min. 6 000 verölte Vögel sind das Resultat.

  16. In der japanischen Konversionsanlage tritt ein schwerer Störfall auf. Mehrere Hundert Beschäftigte und Anwohner in der Umgebung waren erhöhter radioaktiver Belastung ausgesetzt. Zwei Menschen starben. Nach einem Bericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) von 25.Oktober 1999 hatte dies für insgesamt 69 Personen teilweise starke gesundheitliche Schädigungen zur Folge.

  17. Ein Gewitter löst in dem ukrainischen AKW einen Kurzschluss aus, der einen Brand im Kühlsystem des ersten Reaktorblocks zur Folge hat. Die Flammen konnten gelöscht werden. (Quelle:Greenpeace)

  18. Das rumänische AKW wurde wegen einer Unterbrechung der Wasserversorgung für 36 Stunden abgeschaltet. (Quelle:Greenpeace)

  19. Aus dem russischen AKW ist radioaktiver Dampf durch ein Belüftungssystem entwichen. Genaue Zahlen über die Intensität der Strahlen oder die Belastung möglicher Opfer sind nicht bekannt. (Quelle: Greenpeace)

  20. Im russischen AKW erwiesen sich die Brennstäbe als schadhaft. Der Reaktor wurde abgeschaltet. (Quelle: Greenpeace)

  21. Bei einer Überprüfung der Anlage wird ein Beschäftigter des AKW einer Strahlung von 340 MilliSievert ausgesetzt. Bisher liegt die gültige Höchstdosis noch bei 50 MilliSievert, ab Mai 2000 soll sie auf 20 MilliSievert verringert werden. Stufe 2 auf der 7-stufigen INES-Skala. (Quelle:Greenpeace)

  22. Russland fehlt das Geld für die Wartung und nötigen Reparaturen des AKW. Ein Grund für den Geldmangel sind die unbezahlten Stromrechnungen. (Quelle: Greenpeace)

  23. Russland fehlt das Geld für die Wartung und nötige Reparaturen des AKW. Ein Grund für den Geldmangel sind die unbezahlten Stromrechnungen. (Quelle: Greenpeace)

  24. Der Sarkophag des AKW ist einsturzgefährdet, eine Sanierung dringend notwendig. Kosten: ca. 1 Mrd $ (Quelle: Greenpeace)

  25. Die katastrophale Wirtschaftslage der AKW erhöht ihre Unsicherheit. Nur 2,5 - 5% der Stromrechnungen werden bar bezahlt, der Rest in Naturalien oder gar nicht. Es mangelt an den Arbeiterlöhnen und Geld für Kernbrennstoff und Ersatzteile. (Quelle: Greenpeace)

  26. In der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe ist durch einen Fehler im Lüftungssystem radioaktiv belastete Luft ausgetreten. Dabei waren in drei Fällen 31 Arbeiter für kurze Zeit kontaminierter Luft ausgesetzt. (Quelle:Greenpeace)

  27. Eine Turbine eines Atomkraftwerkes des Tschernobyl-Typs wurde wegen eines Lecks im Kühlsystem abgeschaltet. Eine radioaktive Belastung der Umwelt sei nicht entstanden. (Quelle: Greenpeace)

  28. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen RWE wegen des Verdachts, gegen das Atomgesetz und die Strahlenschutzverordnung verstoßen zu haben. Im November 1998 waren bei laufendem Betrieb von Block B 17 Prüfungen durchgeführt worden, die aus Sicherheitsgründen und laut Vorschriften-Handbuch nur in abgeschaltetem Zustand des Reaktors hätten erledigt werden dürfen. (Quelle: Greenpeace)

  29. Im Grundwasser unterhalb des französischen AKW wurden erhöhte Werte des radioaktiven Isotops Tritium festgestellt (60 Bequerel pro Liter). Als "normal" gelten Werte unter 35 Bequerel pro Liter. Stufe 1 auf der 7-stufigen INES-Skala. Das AKW war im vergangenen Herbst nach einer Pannenserie für mehrere Monate abgeschaltet worden. (Quelle: Greenpeace)

  30. Aus einer Nebenleitung des Turbinensystems entwich im sechsten Block Wasserdampf. Atomphysiker und Kraftwerksdirektoren schrieben in einem Brief an Staatspräsident Leonid D. Kutschma, die anhaltende Krise in der ukrainischen Atomwirtschaft gefärde die nationale Sicherheit.Der durch fehlende Subventionen bedingte Verfall wirke sich auf Technik und Personal aus. (Quelle: Greenpeace)

  31. In dem AKW bei Sankt Petersburg (Russland) verzögern sich die kleinsten Sicherheitsarbeiten nun um mindestens zwei Jahre. In dem AKW des Reaktortyps wie in Tschernobyl ist ein Rohrbruch im Kühlsystem durch die Reservesysteme nach wie vor nicht beherrschbar. (Quelle:Greenpeace)

  32. Der japanische Supertanker New Carissa strandet vor Coos Bay/Oregon. Mehr als 250.000 Liter Öl laufen aus.

  33. Bei einem Brand im russischen AKW nördlich von Moskau wurde ein Arbeiter getötet. Das Feuer entstand bei Malerarbeiten an Lüftungsschächten. Beide Reaktoren arbeiteten weiter. Die Schäden sind nicht bekannt. (Quelle:Greenpeace)

  34. An allen vier Reaktoren des französischen AKW wurden Schäden an der Erdbebenschutzvorrichtung festgestellt. Dies kann bei einem Erdbeben zu Störungen am Steuer- und Regelwerk führen. (Quelle: Greenpeace)

  35. Nach einer Panne an einer Sicherheitsschleuse wurde das französische AKW im Elsass abgeschaltet. Störfall Stufe 1 auf der 7-stufigen INES-Skala. (Quelle:Greenpeace)

  36. Wie bereits anfang Oktober tritt schwach radioaktives Wasser aus einer gerissenen Schweissnaht einer Speisewasserleitung im Block C aus. (Quelle:Greenpeace)

  37. Eine zweite lose Sicherungsmutter im Bereich der Steuerstäbe im Reaktordruckbehälter wird entdeckt. Ein "Befund mit Hinweis auf systematische Fehler" räumen die Betreiber ein. (Quelle: Geenpeace)

  38. Während Revisionsarbeiten, zu denen der Atommeiler seit dem 19.07. abgeschaltet war, wurde das Lösen einer Sicherungsmutter an den Steuerstäben im Reaktordruckbehälter entdeckt. Auch das sie haltende Gewinde war zerstört. Zuvor hatten Sonderprüfungen Hinweise auf erneute Risse an Rohrleitungen im Speisewasser ergeben. (Quelle: Greenpeace)

  39. In verschiedenen Zwischenkühlkreisläufen treten zwei Lecks auf. Das hessische Umweltministerium und der Betreiber RWE schätzen die sicherheitstechnische Bedeutung unterschiedlich ein. (Quelle: Greenpeace)

  40. Bei Inspektionsarbeiten verkantet sich ein Brennelement. Nach Aussage des niedersächsischen Umweltministeriums wäre Radioaktivität freigesetzt worden, wenn das Brennelement beschädigt worden wäre. (Quelle: Greenpeace)