1. Die EU legt ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungsprogramm für die Ostsee, genannt BONUS, auf, um die negativen Folgen von Verschmutzung, Klimawandel, Versauerung, Überfischung und dem Verlust an biologischer Vielfalt zu bekämpfen. An BONUS beteiligen sich alle acht Ostseeanrainer. Sie übernehmen mit 50 Millionen Euro die Hälfte der Kosten für BONUS. Die andere Hälfte trägt die EU.

  2. Die internationale Gemeinschaft hat sich in südkoreanischen Hafenstadt Busan auf die Bildung eines Wissenschaftlergremiums zur Erforschung der schwindenden Artenvielfalt nach dem Vorbild des UN-Klimarats geeinigt. Delegierte aus knapp 90 Staaten stimmten der Forschungsplattform für Biodiversität und Ökosysteme IPBES zu. Das IPBES soll die Regierungen in aller Welt mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Biodiversität versorgen. Aufbau und Funktion orientiert sich dabei am Weltklimarat (IPCC). Der Einigung waren mehr als zwei Jahre intensiver Verhandlungen vorausgegangen. Die Gründung von IPBES muss im September noch von der UN-Generalversammlung und im Februar 2011 vom UNEP-Führungsgremium angenommen werden.

  3. Die Kommission hat am 10. Juni 2010 beschlossen, die Wirtschaft, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen zu ermutigen, Zertifizierungssysteme für alle Arten von Biokraftstoffen auch von in die EU importierten – einzuführen. Sie hat festgelegt, welche Anforderungen die Systeme erfüllen müssen, um von der Kommission anerkannt zu werden. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung der EU-Anforderungen geleistet, nach denen Biokraftstoffe in erheblichem Maße zur Senkung der Treibhausgasemissionen beitragen müssen und nicht aus Wäldern, Feuchtgebieten und Naturschutzgebieten stammen sollten. Die Regeln für die Zertifizierungssysteme sind Bestandteil von Leitlinien, in denen erläutert wird, wie die Erneuerbare-Energien-Richtlinie, die im Dezember 2010 in Kraft tritt, umgesetzt werden sollte.

  4. Die Fangsaison für den im Mittelmeer vom Aussterben bedrohten Roten Thunfisch wurde im Jahr 2010 vorzeitig beendet. Die industriellen Fangflotten der EU hatten ihre jährlichen Quoten bereits nach der Hälfte der vierwöchigen Saison erfüllt. Deshalb stoppte die zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki die Ringwadenfischerei auf Roten Thun im Mittelmeer und im östlich Atlantik. Das Fangverbot trat am 10. Juni 2010 in Kraft.

  5. Am 8. Juni 2010 während der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILR) in Berlin flog erstmals öffentlich ein Flugzeug, das nur mit Algentreibstoff betrieben wurde. Der europäische Luftfahrtkonzern EADS ließ eine zweimotorige Diamond DA 42 mit Algentreibstoff ihre Runden über dem Flughafen Berlin-Schönefeld drehen.

  6. Die Marine Art des Monats im Juni 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist die Crassostrea gigas, eine pazifische Auster im Wattenmeer.

  7. Am 27. Mai 2010 unterzeichneten bei einer internationalen Wald- und Klimakonferenz in Oslo rund 50 Staaten eine globale Partnerschaft zum weltweiten Schutz der Tropenwälder. Für den Schutz der Wälder in Entwicklungsländern werden bis 2012 vier Milliarden Dollar (rund 3,28 Milliarden Euro) zur Verfügung gestellt. Deutschland unterstützt den globalen Waldschutz mit mindestens 350 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren. Die Globale Partnerschaft wird die internationalen Klimaverhandlungen durch ganz konkrete Maßnahmen bei der Vermeidung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung in den Tropenländern unterstützen.

  8. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hat am 26. Mai 2010 in Oslo ein zweijähriges Moratorium bei Genehmigungen für die Abholzungen von Regenwald angekündigt. In diesem Zeitraum soll der Umbau von Mooren und Wäldern in Nutzfläche gestoppt werden. Das Moratorium ist Teil eines Abkommens zwischen den Ländern Norwegen und Indonesien. Norwegen erklärt sich bereit, die Rettung der indonesischen Wälder mit bis zu einer Milliarde Dollar zu unterstützen. Die Ankündigung Yudhoyonos erfolgte im Vorfeld der am 27. Mai 2010 in Oslo stattfindenden Klima- und Waldkonferenz.

  9. Am 18. Mai 2010 haben neun Umweltschutzorganisationen mit 21 führenden Papier- und Holzherstellern - Mitglieder des Verbands der kanadischen Forstindustrie (FPAC) - das bislang größte Waldschutzabkommen Kanadas unterzeichnet. Das Canadian Boreal Conservation Agreement umfasst 72 Mio. Hektar borealen Waldes. Für 28 Millionen Hektar wurde ein sofortiger Einschlagstopp zugesagt, von dem in den unberührten Lebensräumen unter anderem bedrohte Arten wie Bären, Wölfe und Karibus profitieren. Das Abkommen ermöglicht einen dreijährigen Planungsprozess mit dem Ziel, 72 Millionen Hektar borealen Wald in geschützte Flächen umzuwandeln und eine ökologisch nachhaltige Forstwirtschaft einzuführen. Das bisher größte kanadische Waldabkommen umfasst eine Fläche, etwa doppelt so groß wie Deutschland, die über 25 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichert.

  10. Das Bundesumweltministerium (BMU) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) haben eine Kooperation gestartet, um die Kenntnisse über Stoffe, die vom menschlichen Organismus aufgenommen werden, zu verbessern. Im Zentrum stehen dabei Stoffe, denen die Bevölkerung möglicherweise vermehrt ausgesetzt ist oder die eine besondere Gesundheitsrelevanz haben können, aber bislang im menschlichen Körper nicht messbar sind. In den nächsten zehn Jahren sollen so für bis zu fünfzig gemeinsam ausgewählte Stoffe oder Stoffgruppen geeignete Analysemethoden entwickelt werden, die dann in geeigneten Untersuchungen zur Anwendung gebracht werden. Die Kooperation soll zunächst in einer dreijährigen Pilotphase erprobt werden. Für die Methodenentwicklung der Nachweisverfahren hat der VCI die Verantwortung übernommen. Für die Anwendung der Methoden in geeigneten Untersuchungen liegt die Verantwortung beim BMU, das hier eng mit dem Umweltbundesamt zusammenarbeitet.

  11. Am 14. Mai 2010 sind die "Gärten der Welt" im Berliner Stadtteil Marzahn mit dem Green Flag Award ausgezeichnet worden. Erstmalig erhielt ein deutscher Park die Auszeichnung. Eine britische Delegation aus der Partnerstadt Halton übergab den Preis, der in Großbritannien als höchste Auszeichnung für Grünanlagen gilt. Der Green Flag Award wurde 1996 in Großbritannien ins Leben gerufen und wird seit 1997 jährlich verliehen. Die Träger der Grünen Flagge müssen sich alljährlich neu um die Auszeichnung bemühen.

  12. Das Europäische Parlament hat sich mit eindeutiger Mehrheit für ein Zyanid-Verbot beim Bergbau ausgesprochen. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung vom 6. Mai 2010 in der sich 488 Europaabgeordnete für ein solches Verbot ausgesprochen haben. 48 stimmten gegen den Initiativantrag, 57 enthielten sich. Neben dem Zyanid-Verbot sollten Bergbauunternehmen verpflichtet sein, bei Unfällen die Kosten zu übernehmen, desweiteren sollten Projekte, die Zyanid verwenden, keine EU-Gelder erhalten. Die EU-Kommission soll nun bis Ende 2011 tätig werden.

  13. Am 5. Mai 2010 feierten das Bundesumweltministerium und die KfW Bankengruppe den 30. Geburtstag des BMU-Umweltinnovationsprogramms. Im Rahmen des Programms werden Pilotvorhaben gefördert, die erstmals in Deutschland im großen Maßstab einen fortschrittlichen Stand der Technik verwirklichen. Seit Bestehen des Programms wurden über 700 Pilotprojekte mit rund 700 Millionen Euro unterstützt. Das Umweltinnovationsprogramm startete im Jahr 1979. Ziel war damals der "blaue Himmel über der Ruhr". Zu Beginn wurden überwiegend dem Produktionsprozess nachgelagerte Reinigungstechnologien, wie Luftfilter und Kläranlagen, gefördert. Heute liegen vor allem so genannte integrierte Umweltschutzmaßnahmen sowie Maßnahmen im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz im Trend. Mit den Projekten werden nicht nur die Umweltsituation verbessert und ein Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele der Bundesregierung geleistet, sondern auch Erkenntnisse für die Fortschreibung des Umweltrechts gewonnen sowie Impulse für die Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik gegeben.

  14. In jedem Land der Erde wollen die Kinder der Schülerinitiative Plant-for-the-Planet eine Million Bäume als Zeichen für Klimagerechtigkeit pflanzen .– in Deutschland haben sie am 4. Mai 2010 dieses Ziel erreicht. In Bonn wurde auf dem Petersberg der millionster Baum in Deutschland gepflanzt. Dies geschah im Rahmen des Petersberger Klimadialogs, des Vorbereitungstreffens für den Klimagipfel im Dezember 2010 in Cancun, Mexiko. Die Kinder von Plant-for-the-Planet, die sich inzwischen in einem weltweiten Netzwerk organisieren, hatten erreicht, dass ihre Pflanzaktion offizieller Programmpunkt des Petersberger Klimadialogs war. Gemeinsam mit den Umweltministern pflanzten sie den Baum des Jahres, eine vier Meter hohe Vogelkirsche.

  15. Die Marine Art des Monats im Mai 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist die Kieselalge Guinardia delicatula.

  16. Mitarbeiter der UN-Friedenstruppen im Kongo (Monuc) sind erstmals für bedrohte Gorillas im Einsatz gewesen. Vier junge Östliche Flachlandgorillas wurden von Blauhelmen am 27. April 2010 aus der ostkongolesischen Stadt Goma per Hubschrauber in ein Naturschutzgebiet im Norden der Provinz Kivu gebracht, nachdem die Tiere aus der Gewalt von Schmugglern befreit wurden. Die Affen sollten als Buschfleisch auf örtlichen Märkten angeboten werden. Wissenschaftler hatten die Reise auf dem Landweg als zu gefährlich und traumatisch für die Tiere eingestuft. Für Anfang Juni ist nach Angaben der UN ein zweiter Gorilla-Transport geplant. Dann sollen sechs verwaiste Junggorillas aus dem benachbarten Ruanda in das Naturschutzgebiet geflogen werden.

  17. Der erste deutsche Offshore-Windpark nahm am 27. April 2010 rund 45 Kilometer vor der Küste von Borkum offiziell seinen Betrieb auf.

  18. Am 24. April 2010 bildeten etwa 120.000 Atomkraftgegner eine 120 Kilometer lange Menschenkette vom Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein quer durch Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel. Die Proteste richteten sich gegen die Pläne der Regierung den Ausstiegsbeschluss aus der Atomenergie zu ändern und die Laufzeiten der Kraftwerke auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Der Protest fand zwei Tage vor dem 24. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl statt.

  19. Die Ostseepipeline wird wesentlich umweltverträglicher gebaut als ursprünglich geplant. Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Umweltverbände BUND Mecklenburg-Vorpommern und WWF Deutschland mit der Nord Stream AG auf weitergehende ökologische Verbesserungen zum Schutz der Ostsee geeinigt: Sowohl das Konzept für die dauerhafte Verbringung von Aushubmaterial als auch das baubegleitende Monitoring wurden verändert. Darüber hinaus wurde für das kommende Jahr eine zusätzliche Heringsschonzeit von zehn Tagen vereinbart. Zudem werden die Gelder für Kompensationsmaßnahmen für Naturschutz und deren Unterhaltung um mehr als zehn Millionen Euro aufgestockt. Im Gegenzug stellen BUND und WWF die Rechtsverfahren gegen den Planfeststellungsbeschluss ein und verzichten damit auf einen möglichen Baustopp.

  20. Professor Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung ist der mit 50.000 Euro dotierte „Bayer Climate Award 2010“ zuerkannt worden. Mit dem Preis der Bayer Science & Education Foundation wird Lemke für seine grundlegenden und wegweisenden Beiträge zum Zusammenhang von Meereis und Klima geehrt. Der Preis wurde im Rahmen der internationalen Klimakonferenz „Continents under climate change“ der Humboldt-Universität am 22. April 2010 in Berlin überreicht. Ein unabhängiger, mit internationalen Experten besetzter Stiftungsrat hat den Preisträger unter 16 Kandidaten ausgewählt, die von den Präsidenten der großen europäischen Forschungsgemeinschaften nominiert worden waren.

  21. Europas erste Mission zur Untersuchung der Eismassen der Erde wurde am 8. April 2010 von Kasachstan aus gestartet. Von seiner polaren Umlaufbahn aus wird CryoSat 2 Daten zur Erde senden, die neue Einblicke in die Veränderung der Eismassen infolge des Klimawandels und ihre Rolle im System Erde ermöglichen. CryoSat 2 hob um 15.57 Uhr MESZ (13.57 Uhr Weltzeit) an Bord einer vom internationalen Raumfahrtunternehmen Kosmotras betriebenen Dnepr-Trägerrakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ab. 17 Minuten später kam von der Bodenstation Malindi in Kenia das Signal zur Bestätigung der Trennung des Satelliten vom Träger. Der Satellit CryoSat 2 tritt an die Stelle des ersten CryoSat-Satelliten, der 2005 aufgrund eines Fehlstarts verlorenging. Die Ziele der neuen Mission sind dieselben wie damals, nämlich die Messung von Veränderungen in der Dicke des gewaltigen Eispanzers über der Antarktis und Grönland und des relativ dünnen Eises, das in den Polarmeeren treibt.

  22. Am 7. April 2010 startete die Solar Impulse HB-SIA um das Team der Schweizer Bertrand Piccard und André Borschberg vom Flughafen Payerne in der Schweiz zu ihrem Jungfernflug. Während der 87 Minuten Flugzeit in einer Flughöhe bis zu 1200 m Höhe wurde in verschiedene Flugmanöver die Steuerbarkeit des Prototyps überprüft. Ziel des Solar Impulse Projekts ist es, im Jahr 2012 mit einem Flugzeug, das nur von Solarenergie angetrieben wird, das selbständig startet, seinen Flug Tage und Nacht fortsetzt, die Erde ohne Treibstoff und schadstofffrei zu umrunden. Mit der Entwicklung der Solar Impulse soll ein Beitrag zur Forschung und Innovation der erneuerbaren Energien geleistet werden und die Bedeutung der neuen Technologien für eine nachhaltige Entwicklung aufgezeigt werden.

  23. Die Marine Art des Monats im April 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist die einzellige Alge Emiliania huxleyi.

  24. Russland und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) haben die weltweit erste Bank für Atombrennstoffe ins Leben gerufen. Die neue Bank wird allen Mitgliedsstaaten der IAEA schwach angereichertes Uran zur Verfügung stellen. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen Interessenten die Verpflichtungen des Atomwaffensperrvertrages erfüllen und das Brennmaterial lediglich in Atomkraftwerken verwenden. Zudem soll die Bank nur als Reserve dienen, falls ein Land aus irgendeinem Grund nicht am freien Markt Uran kaufen kann.

  25. Am 26. März 2010 legte die US-amerikanische Umweltbehörde EPA ihr Veto gegen Spruce No. 1 im US-Bundesstaat West Virginia ein. Die EPA führte als Begründung gegen den geplanten Kohletagebau an, dass das Unternehmen Arch Coal nicht in der Lage gewesen sei, ausreichend darzulegen wie Umweltauswirkungen durch den Abbau vermieden werden. Die EPA befürchtet, dass der negative Einfluss auf die Wasserqualität, die Landschaft sowie auf das Wasser- und Wildleben zu groß sei. Arch Coal baut die Kohle auf eine besonders landschaftszerstörende Art und Weise ab. Beim sogenannten Mountaintop Removal werden die Bergspitzen gesprengt um die darunterliegende Kohle im Tagebau zu gewinnen. Spruce No. 1 wäre das bislang größte Projekt seiner Art gewesen.

  26. Die portugiesische Regierung hat angekündigt, dass sie vier Meeresschutzgebiete auf dem erweiterten Kontinentalschelf der Azoren und Portugals einrichten wird. Die vier Gebiete - der südliche Teil des Mittelatlantischen Rückens, Altair Seeberg, Antialtair Seeberg und Josephine Bank - umfassen insgesamt eine Fläche von 120.000 Quadratkilometern. Mit der Ausweisung als Schutzgebiet unterbindet Portugal zusätzlich zur Fischerei mit Bodenschleppnetzen auch die Förderung von mineralischen Bodenschätzen, die im Meeresboden lagern.

  27. Die Vertragsstaaten der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD) sind einem weltweiten Abkommen gegen Biopiraterie einen entscheidenden Schritt näher gekommen. In Cali (Kolumbien) einigten sich die Vertreter der 194 Länder erstmals auf eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage für ein Internationales Protokoll zum Zugang zu genetischen Ressourcen und zum gerechten Vorteilsausgleich. Damit soll ein globaler Rechtsrahmen geschaffen werden, der sowohl den Zugang zu genetischen Ressourcen regelt, als auch die Gewinnverteilung bei deren wirtschaftlicher Nutzung.

  28. Nach 128 Tagen ist der Katamaran Plastiki des Öko-Aktivisten David de Rothschild am 26. Juli 2010 in Sydney eingelaufen. Die Pazifik-Überquerung auf 12.500 Plastikflaschen ist der zehnköpfige Crew geglückt. Sie haben mehr als 8.000 Seemeilen zurückgelegt, um auf die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikabfälle aufmerksam zu machen. Die Idee zur Expedition in ein Meer aus Plastik kam de Rothschild, als er in einem Bericht des UN-Umweltprogramms Unep darauf stieß, dass rund 80 Prozent des gesamten Mülls in den Weltmeeren Plastiktüten, PET-Flaschen und andere Plastikabfälle sind.

  29. Am 16. März 2010 wurde die Klimarefenzstation auf dem Brocken vom Deutschen Wetterdienst eingeweiht. Als nationaler Wetterdienst der Bundesrepublik Deutschland unterhält der DWD knapp 2 100 Wetterwarten, Wetterstationen und Messstellen. Das Herzstück dieses Netzes sind zwölf Klimareferenzstationen, die auch in den kommenden 100 Jahren mit einheitlicher Messtechnik und gut ausgebildeten Wetterbeobachtern die Klimaveränderungen erfassen sollen. Als Standorte, die repräsentativ für ihr landschaftliches und klimatisches Umfeld sind, hat der DWD Helgoland, Hamburg, Schleswig, Potsdam, Görlitz, Lindenberg, den Brocken, Aachen, Frankfurt am Main, den Hohenpeißenberg, Konstanz und den Fichtelberg ausgewählt. An allen Klimareferenzstationen wird der DWD ganzjährig und rund um die Uhr die für die Klimaüberwachung zentralen meteorologischen Größen messen und beobachten. Dazu gehören der Luftdruck, verschiedene Luft- und Bodentemperaturen, die Niederschlagshöhe und Sonnenscheindauer, die relative Feuchte und die Schneehöhe. Die Referenzstationen haben zugleich die Aufgabe, die Qualität aller klimatologischen Beobachtungsreihen des DWD auch beim immer wieder notwendigen Wechsel der Messtechnik sicherzustellen.

  30. Am 15. März 2010 teilte Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen mit, dass das Moratorium zur Erkundung des Salzstocks Gorleben als Endlager für radioaktive Abfälle aufgehoben wird.

  31. Die Polizei hat am 8. März 2010 nahe Bremen einen Uranhexafluorid (UF6)-Transport gestoppt. Der radioaktive Stoff wird zur Herstellung von Atombrennstäben benötigt. Den Beamten war der schlechte Zustand des offenen Containers aufgefallen, in dem der UF6-Behälter transportiert wurde. Der extrem durchgerostete Container kam aus den USA per Schiff nach Hamburg. Dort wurde er auf einen Sattelzug verladen und auf der A1 weitertransportiert. Ziel: die Urananreicherungs- anlage in Gronau.

  32. Nach der anhaltenden Kritik an dem Klimarat der Vereinten Nationen (IPCC) hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am 10. März 2010 in New York bekannt gegeben, dass das Inter Academy Council (IAC) beauftragt wurde die Arbeit des IPCC zu überprüfen. Das IAC hat seinen Sitz in Amsterdam und vereint Wissenschaftsakademien aus 15 Ländern, auch Deutschland ist vertreten. Der IPCC war in die Kritik geraten, nachdem Fehler in dem vierten Sachstandsbericht aufgedeckt wurden. Untersucht werden soll die Arbeitsweise der Wissenschaftler im Klimarat. Außerdem werden die Managementstrukturen des Klimarats und seine Öffentlichkeitsarbeit überprüft. Der Abschlussbericht des IAC soll bis Ende August vorliegen, bevor die nächste Vollversammlung des IPCC im Oktober 2010 stattfindet.

  33. Die Marine Art des Monats im März 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt ist ein freilebender Fadenwurm (Nematoda).

  34. Die Europäische Kommission hat am 1. März 2010 ein Grünbuch verabschiedet, in dem Optionen für einen Ansatz der Europäischen Union zum Schutz der Wälder und zur Information über Waldressourcen und den Zustand von Wäldern aufgezeigt werden. Die Kommission wird anhand der Reaktionen der Öffentlichkeit, der Mitgliedstaaten, der EU-Einrichtungen und anderer Interessenkreise auf das Grünbuch entscheiden, ob auf EU‑Ebene weitere Initiativen erforderlich sind. Das Grünbuch 1 nennt die wichtigsten Herausforderungen, die die Wälder Europas im Kampf gegen den Klimawandel bewältigen müssen. Es gibt einen Überblick über die zum Schutz der Wälder verfügbaren Instrumente und über existierende Waldinformationssysteme und stellt eine Reihe von Fragen im Zusammenhang mit der Erarbeitung künftiger politischer Optionen in den Raum. Das Grünbuch ist Teil der Folgemaßnahmen zum Weißbuch 2 über die Anpassung an den Klimawandel, das die Kommission im April 2009 verabschiedet hat. Da forstpolitische Maßnahmen in erster Linie in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fallen, sollte sich diese Debatte auf die Frage konzentrieren, wie der Klimawandel die Bedingungen für die Waldbewirtschaftung und den Waldschutz in Europa verändert und in welche Richtung sich die politischen Maßnahmen der EU entwickeln sollten, um forstpolitische Initiativen der Mitgliedstaaten zu untermauern.

  35. Am 26. Februar 2010 wurde die Plastiki von David de Rothschild, einem britischen Abenteurer, Ökologen und Gründer des Unternehmens Adventure Ecology, im kalifornischen Sausalito erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Die Plastiki ist ein 60 Fuß langer Katamaran, der aus mehr als 12.500 PET-Flaschen gebaut wurde. Die Crew wird mit ihrem Boot in den nächsten Wochen von San Francisco südlich an Hawaii vorbei, über das Bikini-Atoll nach Sydney segeln, um mit ihrer Fahrt auf die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikabfälle aufmerksam zum machen.

  36. Das derzeit größte Solarboot der Welt wurde am 25. Februar 2010 der Presse und Öffentlichkeit in Kiel vorgestellt. Angetrieben wird die 31 Meter lange und 15 Meter breite SolarPlanet mit 38.000 Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von mindestens 22 Prozent. Die Erbauer planen für 2011 die erste Weltumrundung mit dem ausschließlich durch Sonnenenergie angetriebenen Boot. Die geplante Seereise von mehr als 40.000 km soll mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 Knoten 140 Tage dauern.

  37. Die Europäische Kommission schlug am 23. Februar 2010 vor, die Europäische Union solle darauf drängen, dass im Laufe des kommenden Jahres ein Verbot des internationalen Handels mit Rotem Thun in Kraft tritt. Sie ist sehr besorgt, dass die hauptsächlich vom internationalen Handel angetriebene Überfischung von Rotem Thun die Bestände dieser Art ernsthaft gefährdet. Der Vorschlag wird mit den Mitgliedstaaten erörtert, damit die EU bei der nächsten Tagung des CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten) vom 13. bis 25. März 2010 in Doha, Qatar, einen gemeinsamen Standpunkt vertreten kann.

  38. Am 17. Februar 2010 startete Kenia erstmalig ein Strategieprogramm zum Artenschutz für große Raubtiere. Darin geht es vor allem um den Schutz von Löwen, Geparden, Leoparden, Hyänen und Wildhunden. Der Lebensraum dieser großen Raubtiere ist durch starkes Bevölkerungswachstum und die Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen stark geschrumpft. Derzeit leben in dem ostafrikanischen Land nur noch etwa 2000 Löwen, vor 50 Jahren waren es 20.000 Tiere. Die Anzahl der Geparden ist im selben Zeitraum von 10.000 Tieren auf 1.160 geschrumpft.

  39. Die Europäische Kommission hat am 17. Februar 2010 eine Reihe von Beschlüssen gefasst, um ihre Organisationsstruktur der Ressortverteilung im Kollegium anzupassen. Zwei neue Generaldirektionen wurden geschaffen: GD Energie (ENER) und GD Klimapolitik (CLIM). In der GD Energie werden die Dienststellen der früheren GD Verkehr und Energie zusammengeführt, die sich mit Energiefragen befassen, einschließlich der Energie-Taskforce, die vormals bei der GD Außenbeziehungen angesiedelt war. Die Direktionen, die für die Verkehrspolitik zuständig sind, verbleiben in der alten GD, die in Mobilität und Verkehr (MOVE) umbenannt wird. In der GD Klimapolitik werden die entsprechenden Aktivitäten der GD Umwelt, die Aktivitäten der GD Außenbeziehungen, die die internationalen Verhandlungen über den Klimawandel betreffen, sowie bestimmte klimabezogene Tätigkeiten der GD Unternehmen und Industrie zusammengeführt.

  40. Die Helsinki Kommission (Helcom) hat zusammen mit ihren Partnern ein neues Projekt zur Reduzierung der Ostseeeutrophierung durch Phosphat aus kommunalen Abwässern gestartet. Das PURE-Projekt (Project on Urban Reduction of Eutrophication) ist Teil des Ostseeaktionsplans der Helcom zur Reduzierung der Ostseeverschmutzung und zur Wiederherstellung eines guten Umweltstatus der Meeresumwelt bis 2021. Im Rahmen von PURE soll durch kosteneffektive Technik Phosphat aus den Kommunalen Abwassereinleitungen entfernen. Es ist auf 42 Monate angelegt und soll helfen, bei ausgewählten Kläranlagen (insbesondere in Riga, Jurmala und Brest) die Phosphatkonzentration auf 0,5 Milligramm pro Liter reduzieren. Insgesamt soll durch diese Initiative eine verminderte Phosphateinleitung von 300-500 Tonnen in die Ostsee erreicht werden. Die Projektkosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro werden durch das Baltic Sea Region Programme (BSRP) 2007-2013 sowie aus dem Europäischen Regionalentwicklungsfonds finanziert.